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Vanlife

So baust du dein Zuhause auf Rädern

In Marokko haben wir auf Leinenmatten auf dem Boden geschlafen, in Neuseeland wohnten wir in Hostels mit 20 Betten in einem Raum und in Indonesien waren die Toiletten besonders gewöhnungsbedürftig. Wir, das sind Lennart (30) und Lina (24) aus Hannover. Seit über fünf Jahren sind wir ein Paar und mit unseren Rucksäcken sind wir durch zahlreiche Länder dieser Welt gereist. Das Erkunden neuer Kulturen und der Natur ist ein fester Bestandteil unseres Lebens. Aber es kam der Moment, als wir merkten, dass uns die Rucksackreisen nicht mehr vollständig erfüllten. Jeden Tag in einem neuen Bett zu schlafen und aus dem Rucksack zu leben – das hat uns langfristig nicht mehr glücklich gemacht. Und da war noch etwas, das für uns als Backpacker nicht möglich war: Das Reisen mit Hund. Vor drei Jahren adoptierten wir unsere kleine Hündin Fiby aus einem rumänischen Tierheim und uns wurde bewusst, dass ein Zuhause auf Rädern perfekt zu uns passen würde. Der Start Richtung Vanlife konnte beginnen und wir machten uns auf die Suche nach einem geeigneten Fahrzeug.

Vanlife Influencer Lina und Lennart mit ihrem Camper

Das passende Zuhause finden

Doch wie findet man eigentlich das passende Fahrzeug? Wie baut man ohne Kenntnisse und ohne geeignetes Werkzeug einen Campervan aus? Und auf was sollte man dabei unbedingt achten? Vorneweg: Wir beide waren handwerklich komplett unerfahren, hatten keine Ahnung von Autos und nur eine begrenzte Auswahl an Werkzeug zur Verfügung. Eine alte Stichsäge und ein großer, schwerer Akkubohrer waren unsere treuen Begleiter. Dass uns damit trotzdem der Ausbau unseres Campers gelungen ist, können wir dir schon jetzt verraten.

Montage Solaranlage auf dem camper
Fehler passieren während des camper ausbaus
Vanlife Influencer Lina und Lennart
Fiby ist der Hund der beiden Vanlifer

Kostenplanung und Fahrzeugauswahl

Bevor du mit dem Ausbau beginnen kannst, muss zunächst ein passendes Fahrzeug her. Doch was solltest du vor dem Kauf beachten? Stell dir diese drei Fragen, bevor du mit der Fahrzeugsuche beginnst:

  1. Wieviel Budget habe ich zur Verfügung?
  2. Welche Ausstattung möchte ich haben?
  3. Wohin möchte ich fahren?

Verschaffe dir einen Überblick deines Budgets und lege fest wieviel Geld du für dein Zuhause auf Rädern ausgeben möchtest. Wie bei den meisten Dingen gibt es auch beim Ausbau eines Campers große Preisunterschiede. Neuere Fahrzeuge und eine hochwertige Ausstattung für den Ausbau kosten logischerweise mehr als ein gebrauchtes Fahrzeug und einfaches Equipment.

Überlege dir, welche Einrichtung dein Zuhause auf Rädern haben soll. Wenn du Vollzeit in deinem Camper leben und mehrere Monate am Stück von unterwegs arbeiten möchtest, sind Stehhöhe, Solaranlagen und eine Dusche von Vorteil. Wenn du Wochenendausflüge und Aufenthalte in Städten planst, ist ein kleineres Fahrzeug mit den nötigsten Dingen, wie ein Gaskocher und ein kleines Bett, die bessere Wahl.

Aber bedenke auch: Die Kostenplanung beinhaltet nicht nur die Ausgaben für das Fahrzeug und die Ausstattung, sondern auch die Kosten für Unerwartetes. Vor allem bei älteren Fahrzeugen kann schnell eine Reparatur fällig sein.

Unsere Kostenplanung

Fahrzeug: 8.000 €

Ausbau: 5.000 €

Unerwartetes (z.B. Reparaturen): 2.000 €

Gesamtkosten: 15.000 €

Passe die Auswahl deines Fahrzeugs und der Ausstattung deinen gewünschten Reisezielen an. Für Fahrten an abgelegene Orte sollte genügend Platz für Ersatzteile, Werkzeug und Wasser eingeplant werden. Für gewisse Orte ist sogar ein Allrad-Antrieb erforderlich. Reist du durch Europa, ist das aber nicht zwingend notwendig.

So beginnst du mit dem Ausbau

Sobald Du ein geeignetes Fahrzeug gefunden hast, geht es endlich mit dem Ausbau los. Mache dir einen genauen Plan, wo du die Fenster und Möbel positionieren möchtest. Es ist wichtig, dass der Standort vor dem Beginn des Ausbaus festgelegt wird. Sobald du deine Aufteilung ausreichend geplant hast, bist du bereit für die nächsten Schritte. Unsere Checkliste soll dir dabei einen guten Überblick verschaffen.

Die Checkliste

  • Entferne den alten Boden und die Verkleidung an den Wänden!
    Tipp: Die alte Bodenplatte eignet sich als Schablone für den neuen Boden.
Bodenkonstruktion beim Camper Ausbau
  • Rostbehandlung: Behandle Roststellen besonders gründlich, um spätere Schäden zu vermeiden.
    Tipp: Denke daran Rost auch unter dem Fahrzeug, sowie hinter Plastikabdeckungen zu entfernen.
Rostbehandlung am camper
  • Fenstereinbau: Schneide die Ausschnitte aus und trage vor dem Einbau der Fenster Metallschutzlack auf die Schnittkanten auf!
    Tipp: Für die Abdichtung der Fenster müssen elastische Dichtstoffe verwendet werden. Die Fenster niemals einkleben!
Einbau Dachluke beim Camper Ausbau
  • Dämmung: Isoliere die Metallflächen im Fahrzeuginneren mit einem geeigneten Dämmmaterial!
    Tipp: Reinige die Flächen vorher sorgfältig.
  • Elektrik: Wähle einen geschützten Ort für die Elektrik und befestige alle Einzelteile wasser- und stoßsicher!
    Tipp: Verwende Kabelkanäle und einen ausreichenden Kabelquerschnitt.
  • Verkleidung und Fußboden: Holzstreben an den Wänden und am Boden dienen als Befestigung der neuen Verkleidung und der Bodenplatte!
    Tipp: Wähle einen wasserfesten Bodenbelag und dichte alle Fugen ab.
  • Möbel: Küche, Bett und Schränke müssen sicher am Fahrzeug montiert werden.
    Tipp: Verwende leichte Materialien, um das zulässige Gesamtgewicht nicht zu überschreiten. Das ist von Fahrzeug zu Fahrzeug unterschiedlich und steht im Fahrzeugschein.
  • Befestigungen: Alle Schubladen und Schranktüren müssen befestigt und fahrsicher sein!
    Tipp: Nutze dafür Magnete, Schieberegler oder Klettband.
Vanlife Influencer sitzen in ihrem umgebauten Camper
Innenausstattung des camper vans
Wiederverwertung von einer suppenschüssel als waschbecken
Camper Van steht bei Sonnenuntergang am See

Unser Fazit zum Camperausbau

Für ein ortsunabhängiges Leben haben wir uns für einen mittelgroßen Iveco Daily, Baujahr 2009, mit knapp 100.000 Kilometer Laufleistung entschieden. Der Transporter war sehr gut gepflegt, erste Hand und befand sich in einem nahegelegenen Autohaus, sodass eine Probefahrt schnell vereinbart war und wir das Fahrzeug schließlich für 8.000 € gekauft haben. Mit Hilfe verschiedener Videos und Blogeinträge aus dem Internet haben wir unseren Camper Giu in etwas mehr als drei Monaten alleine ausgebaut. Lediglich bei der Elektrik haben wir uns etwas Unterstützung geholt.

Um Ressourcen zu schonen und Kosten zu sparen, haben wir gebrauchtes Holz verwendet, wie z.B. einen alten Gartenzaun und Europaletten, sowie eine alte Suppenschüssel als Spüle. Auf ein fest montiertes Kochfeld, ein Badezimmer und auf eine große Sitzecke haben wir verzichtet. Mit unserer Trockentrenntoilette, der Solaranlage und knapp 100 Liter Wasser sind wir jetzt in der Lage, bis zu zwei Wochen autark und unabhängig zu reisen.

Wir empfehlen dir, für deinen Ausbau genügend Zeit und Energie einzuplanen. Es können unerwartete Kosten auftreten und einige Fehler passieren. Verlier dadurch nicht deine Motivation, denn am Ende kommt es nicht auf das perfekte Ergebnis an. Letztendlich möchten wir doch alle mit unseren Campern einfach losfahren und die Welt erkunden.

Gut zu wissen:

  • Plane genügend Stauraum ein: Mit Hund, Kind oder Sportequipment benötigst du automatisch mehr Platz.
  • Wohnmobil-Zulassung: Als eingetragenes Wohnmobil sparst du Geld bei der Versicherung. Informiere dich beim TÜV, welche Anforderungen dein Fahrzeug erfüllen muss.
  • Fahrzeugversicherung: Ungewohnte Fahrzeugbreite, langer Bremsweg, großer Wendekreis – als Fahrer eines Campers musst du besonders aufmerksam sein. Informiere dich deshalb rechtzeitig über eine passende Versicherung, die mögliche Schäden absichert.
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  • Wasserverbrauch: Du hast die Wahl zwischen einem Wassertank oder Wasserkanister, je nachdem wie hoch dein Verbrauch ist.
  • Stromversorgung: In deinem Camper kannst du über eine Solaranlage, eine Außensteckdose und über die Lichtmaschine Strom generieren.
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