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Tricks für Schüler, Studenten und Lehrer: Hey Lehrerschmidt, wie lernt man am besten?

„Es ist ja – wie man so böse sagen kann – ganz egal, ob ich ein guter oder ein schlechter Lehrer bin, ich verdiene das Gleiche“, thematisiert Kai Schmidt ein Problem, das viele im Schul- und Lehralltag selbst erleben: Gibt die Lehrkraft sich keine Mühe, tun sich Schüler und Studenten schwerer, als sie müssten. Konsequenzen gibt es kaum. Kai Schmidt, besser bekannt als Lehrerschmidt, ist Schulleiter der Oberschule Uelsen in Niedersachsen. Auf Youtube sind ihm über 1,1 Millionen Abonnenten dankbar, dass er sich Mühe gibt – und seine Unterrichtserklärungen auf Youtube stellt. Heute gibt er uns Tipps für wirksames Lehren und Lernen.

Redakteurin Charlotta Witte OEVB
von Charlotta Witte17 November, 2021
Youtubeber Lehrerschmidt erklärt uns, wie man am besten lernt
Das Wichtigste in einer Minute

Für eine erfolgreiche Lernphase braucht es vor allem zwei Dinge: die richtige Lehre und die richtigen Lerntechniken. Youtuber Lehrerschmidt setzt sich für Ersteres ein, indem er die Methoden des New Learning, wie zum Beispiel den Flipped Classroom Ansatz, im eigenen Klassenzimmer anwendet. Außerdem definiert er die Lehrmotivation und eine gute Beziehung zu den Schülern als ausschlaggebend für den Erfolg des Unterrichts. Schüler und Studenten sollten sich ihrerseits geeignete Techniken aneignen, um die Prüfungsphase siegreich hinter sich zu bringen. Ein konkreter Lernplan, die richtigen Lernformate und ausreichendes Wiederholen können Wunder bewirken. Außerdem solltest du darauf achten, beim Arbeiten in den Flow zu kommen und dich nicht selbst auszutricksen.

Lernen muss man lernen – was für eine fiese Ironie. Fies vor allem deshalb, weil das richtige Lernen den meisten in der Schule nie beigebracht wurde. Stattdessen sollst du dich an starre Pläne halten: volle Aufmerksamkeit während an der Tafel etwas erklärt wird, dauerhaft mitdenken und mitschreiben, Hausaufgaben machen – da kannst du den Stoff vor der Klausur doch schon im Schlaf. Oder etwa nicht? Abgesehen von der Tatsache, dass nur die wenigsten sich acht bis zehn Stunden am Tag voll konzentrieren können, ist das zu kurz gedacht. Spätestens in der Uni, wenn von „dir wird alles vorgegeben“ auf „mach was du willst, aber versau es am Ende nicht“ geswitcht wird, sind viele aufgeschmissen. Deshalb setzt Lehrerschmidt im Schulalltag bereits auf Eigenverantwortung und die Vermittlung der richtigen Lerntechniken. Als Psychologin werde ich dir erklären, warum die so gut funktionieren. 

Übrigens: Ist nicht das Lernen an sich, sondern das Anfangen dein Problem, dann findest du hier noch unseren psychologischen Guide zur Selbstmotivation (aka den „Wie kriege ich meinen Hintern hoch“-Guide).

Bye bye Einbahnstraße: Wie gute Lehre aussehen kann

Klar, auf die richtigen Lerntechniken kommt es an. Aber nicht nur Schüler und Studenten stehen in der Verantwortung. Auch die Lehre muss stimmen, damit sie am anderen Ende ankommt. Und das bedeutet: Reiner Frontalunterricht ist nur bedingt zielführend.

Portrait Kai Schmidt, alias Youtuber Lehrerschmidt
Kai Schmidt, Schulleiter der Oberschule Uelsen und Youtuber

„Vielfalt ist für mich immer das oberste Gebot“, erklärt Lehrerschmidt. Schließlich machte ihn diese Vielfalt seiner Lehrmethoden erst bekannt. Seine Youtube-Karriere begann damit, dass er den Unterrichtsstoff seiner Hauptschulklasse in Videos aufbereitete und ihn online zur Verfügung stellte – lange vor pandemiebedingtem Homeschooling oder Online-Uni. So gab er seinen Schülern die Möglichkeit, Inhalte in ihrem eigenen Tempo zu wiederholen und wirklich zu verstehen. Mit dieser anfänglichen Idee steht er stellvertretend für den Ansatz des New Learnings, für den er sich auch außerhalb seiner Schule in öffentlichen Vorträgen einsetzt und den er bereits im Gespräch mit Bundeskanzlerin Angela Merkel diskutierte.

Was ist New Learning?

New Learning definiert sich über ein Zusammenwirken von digitalen und analogen Lehr- und Lernformaten. Dabei liegt der Fokus auf der Individualität und Selbstbestimmheit, mit der diese Formate genutzt werden können und der Medienkompetenz, die dadurch gefördert wird. Durch die Möglichkeit, dein Lernen ganz an deine individuellen Bedürfnisse und Kompetenzen anzupassen, soll die Sinnhaftigkeit dahinter in den Vordergrund rücken. Du sollst Dinge von dir aus und in deinem Tempo zu deinen eigenen Zeiten lernen.

Dieser Ansatz kann motivationspsychologisch große Wirkung haben. Denn in dem Moment, in dem du für dich selbst lernst und nicht, weil dir als Teil einer Gruppe Aufgaben aufgebrummt und strikt kontrolliert werden, steigert das deinen Spaß an der Sache und den Erfolg, den du damit hast. Zudem bieten die Methoden des New Learnings, wie zum Beispiel die digitale Aufzeichnung von Lehrinhalten, die Möglichkeit, Chancengerechtigkeit zu schaffen. Beim klassischen Frontalunterricht bleibt kaum Zeit, sich auf die Problemfelder einzelner zu konzentrieren – und nicht jeder kann sich Nachhilfe leisten.

Übrigens: Als Äquivalent von New Learning gibt es in der Arbeitswelt den Begriff „New Work“. Wenn du mehr dazu lesen willst, was es damit auf sich hat, schau hier vorbei.

Ein Beispiel: der Flipped Classroom

Seine Herangehensweise hat Lehrerschmidt seitdem kontinuierlich weiterentwickelt. Ein Ansatz, den er dabei erfolgreich anwendet, ist der des Flipped Classroom. Beim Flipped Classroom werden die Grundideen von Unterricht und Hausaufgaben getauscht. Die theoretische Basis der Lerninhalte wird zuhause eigenständig erarbeitet, die Anwendung dieses Wissens findet dann in der Gruppe statt. „Der praktische Nutzen für mich als Mensch, der im 45 Minuten Takt lebt, ist, dass ich die sperrige Einführung oder Erklärung nach Hause verlagere“, erläutert Lehrerschmidt. „Die Stunde beginnt dann mit: ‚Gibt es noch Fragen?‘“ Die Methode bietet so Vorteile, die eine „nicht-geflippte“ Unterrichtsstunde vermissen lässt. „Wir haben viel, viel mehr echte Lernzeit“, betont Lehrerschmidt. „Und ich kann tiefer in das Thema einsteigen, weil ich mich nur mit individuellen Fragen beschäftigen muss.“

Trotzdem sei der Flipped Classroom natürlich nur eine Methode von vielen, die New Learning zu bieten hat. Sie sei vor allem für ältere Schüler geeignet, bei denen Selbstorganisation und Selbstmotivation vorangetrieben werden sollen: „Ich verwende die Methode schwerpunktmäßig in den Klassen 9 und 10 – immer themenbezogen. Aber ich mache das natürlich nicht das ganze Jahr und auch nicht über eine gesamte Unterrichtseinheit hinweg“, ergänzt Lehrerschmidt. Damit der Ansatz erfolgreich ist, sei es wichtig, Kinder und Eltern vorab ins Boot zu holen. Denn ohne die Vorbereitung seitens der Schüler sei das Ganze hinfällig.

„Alles steht und fällt mit der Beziehungsebene“

Für ein erfolgreiches Lernerlebnis spielt auch die Lehrperson an sich eine entscheidende Rolle. Denn nicht jeder hat Lust und Laune, die neuen Konzepte auszuprobieren. Lehrerschmidt beruft sich dabei auf Bildungsforscher John Hattie, der einmal sagte: „Auf die Lehrerpersönlichkeit kommt es an“. Damit sind keine konkreten Charaktereigenenschaften gemeint, wichtig sei laut Lehrerschmidt vor allem die persönliche Motivation. „Wenn die Lehrerin oder der Lehrer jemand ist, der einen so richtig mitreißen kann, dann kann wirklich was passieren“, erklärt er. „Aber wenn es jemand ist, der innerlich gekündigt hat, dann passiert eben nichts.“ Gerade bei Lehrern und Professoren sei es schwierig, solche Rahmenbedingungen zu verändern, denn abgesehen von der persönlichen Motivation gäbe es keine finanziellen Anreize für gute Lehre. Wer Lust hat, kann sich als Beamter zurücklehnen und muss sich für die schlechten Leistungen der Lernenden nur selten verantworten.

Dabei sei gerade eine gute Beziehung zwischen beiden ausschlaggebend für den Erfolg der Lehre. „Alles steht und fällt mit der Beziehungsebene“, findet Lehrerschmidt. „Wenn ich mit Schülern eine Beziehungsebene aufbaue, kriege ich sie auch auf die Sachebene. Das hat Pestalozzi schon vor 250 Jahren gesagt, aber es wird nach wie vor völlig unterschätzt“, ergänzt er. Die Wichtigkeit der Beziehungsebene verhalte sich seiner Meinung nach proportional zu den Schulformen. In der Hauptschule sei sie demnach am wichtigsten: „Ich bin von Haus aus Hauptschullehrer und da investiere ich die ersten zwei Wochen des Schuljahres am besten darin, eine gute Beziehung aufzubauen – dann ist danach alles einfacher.“ Das sei wie in der Grundschule:

Wenn ich den Lehrer mag, dann mag ich auch das Fach.

Dieser Gedanke würde sich bis ins Erwachsenenalter nicht ändern.

Übrigens: Es hat noch einen entscheidenden Nachteil, nicht verbeamtet zu sein. Denn selbst, wenn du von Anfang an viel Energie und Mühe in deine Bildung und Abschlüsse steckst, fällt die staatliche Rente am Ende wirklich mau aus. Deshalb solltest du neben deiner Ausbildung auch in eine nachhaltige Altervorsorge investieren.

PrivatrenteDamit sich dein Lernaufwand auch langfristig lohnt.

So funktioniert richtig lernen: 5 Tipps

Motivierte Lehrkräfte und ein durchdachtes Unterrichtskonzept bedeuten nicht automatisch auch gute Noten – schade. Oder auch: super. Denn das bedeutet, dass du auch selbst noch jede Menge tun kannst, selbst wenn deine Lehrer nicht motiviert sind. Die richtigen Lerntechniken können Wunder bewirken. Und auch da haben wir und Lehrerschmidt ein paar Tipps für dich:

Tipp 1: Der Lernplan

Lernpläne und To-do-Listen fühlen sich für dich vielleicht wie ein unnötiges Extra an – vor allem dann, wenn man sich sowieso nicht daran hält. Aber: „Lernpläne sind wichtig, damit du deine Lernzeit effektiv nutzt“, weiß Lehrerschmidt. „So teilst du dir die große Menge an Lernstoff in kleinere Bereiche auf.“

Auch rein psychologisch ist es wichtig, dass du alles einfach mal aufschreibst. Indem du festhältst, was genau du machen musst und wann du es erledigen möchtest, hast du den Kopf frei für das eigentliche Lernen. Außerdem kannst du dir so sicherer sein, dass du den Stoff auch bis zu deiner Prüfung durchhast. Ansonsten jonglierst du deine To-dos mental im Hinterkopf und kannst dich selbst in Pausen nicht richtig entspannen. Hast du einen Plan, der dir sagt, dass du für heute genug gemacht hast, gibt es keinen Grund, ein schlechtes Gewissen zu haben.

Wenn du deinen Lernplan erstellst, solltest du auf Folgendes achten:

Ein sanfter Einstieg.

Plane genug Zeit ein, um am Anfang mit kleineren oder leichteren Aufgaben zu starten, z. B. deine Unterlagen erstmal nur durchzulesen. So kommst du leichter in deinen Lernmodus und kannst dir einen Überblick verschaffen, bevor es an spezielle Inhalte geht.

Überfordere dich nicht.

Achte darauf, dass du dir für einzelne Tage nicht zu viel vornimmst. Nur dann kannst du dich intensiv mit dem auseinandersetzen, was den Weg in dein Gedächnis finden soll. Außerdem frustriert es nur, wenn du an keinem Tag dein Pensum schaffst.

Pausen sind wichtig.

Du hast ein Privatleben abseits deines Lernplans und brauchst Auszeiten, um mit neuer Energie und Konzentration an deine Aufgaben zu gehen. Damit du nicht dauerhaft gestresst bist, solltest du deshalb ganz bewusst Pausen einplanen und die Zeiten, in denen du arbeitest, begrenzen.

Konkret werden.

Je konkreter dein Plan ist, desto einfacher ist er umzusetzen und desto besser ist der Überblick, den du dadurch hast. Teile den Stoff in kleine Teilziele ein und formuliere aus, was du tun musst, um sie zu erreichen. Ein „Samstagmorgen lese ich Kapitel 1-3, nach der Mittagspause fasse ich die Inhalte zusammen und am Sonntag lerne ich das, was ich aufgeschrieben habe“ ist besser als ein „am Wochenende lerne ich“.

Tipp 2: In den Flow kommen

Du kennst es vielleicht vom Malen, Werkeln oder Musikmachen: Bei manchen Aktivitäten sind wir so bei der Sache, dass wir alles um uns herum vergessen und Zeit oder Ablenkungen gar nicht wahrnehmen. Wenn wir in einer Tätigkeit aufgehen, sind wir maximal konzentriert, kreativ und produktiv – die Psychologie nennt diesen Zustand Flow. Schaffen wir es, beim Lernen in den Flow zu kommen, können wir uns Dinge leichter und länger merken und haben ein positives Erfolgserlebnis. Wie geht das?

Wir müssen uns mit etwas beschäftigen, das uns weder unter- noch überfordert. In diesem Raum zwischen Stress und Langeweile müssen wir uns zwar anstrengen, erleben aber auch Erfolge, die uns weiter motivieren. Am besten lernt es sich also dort. Deshalb ist es wichtig, dass du dir ingesamt genug Zeit nimmst. Dann kannst du zu Beginn Wissenslücken schließen und den Anspruch deiner Aufgaben langsam steigern. Lernst du auf gut Glück einfach los und hast nur zwei Tage bis zur Prüfung, wird dich der Stoff vielleicht erschlagen und du kannst den Flow vergessen.

Tipp 3: Finde deine Lernmethode

Jeder lernt anders und es ist an dir herauszufinden, welche Methode dir am meisten liegt. Im besten Fall versuchst du mehrere Wege zu kombinieren, denn jedes unterschiedliche Format, vermittelt dir das Wissen auf eine andere Weise. So bleibt am Ende mehr hängen, als wenn du die ganze Zeit auf die gleiche Art lernst. Zur Auswahl stehen zum Beispiel:

  • Zusammenfassungen erstellen
  • Karteikarten schreiben
  • Überall Merkzettel aufhängen
  • Mindmaps malen
  • Inhalte laut vor sich hinsprechen
  • Ergänzende Literatur lesen
  • Lerngruppen starten
  • Lernplattformen nutzen (z. B. Onlineuebung.de)
  • Andere digitale Angebote (z. B. der Vokabeltrainer Phase 6)
  • Online-Lehrvideos (z. B. die von Lehrerschmidt)

Lehrerschmidt selbst setzt auf klassische Methoden. „Ich bin ja wirklich sehr technikaffin, aber ich muss sagen: Über mein ganzes Studium hinweg bis heute bin ich immer noch ein Riesenfreund der Karteikarte“, erzählt er lachend. „Wenn ich mir große Wissensmengen reinpfeifen muss, kaufe ich mir tausend Karteikarten und dann klappt das.“

Dafür liest er den Stoff zunächst aktiv, indem er die wichtigsten Punkte unterstreicht. „Habe ich ein Kapitel fertig, dann schreibe ich mir im zweiten Schritt die wichtigsten Sachen raus. Und zwar in meinen eigenen Worten, um zu prüfen, ob ich es verstanden habe“, erklärt Lehrerschmidt weiter. „In Schritt drei gliedere ich das, was ich herausgeschrieben habe, in kleinere Teile und packe sie auf Karteikarten.“ Dabei übernimmt er Skizzen, Schaubilder, Merksätze – alles was dazu gehört. Anschließend lernt er nur noch die Karteikarten.

Bonustipp: Wenn du das Gefühl hast, dass der Stoff sitzt, solltest du dich auf die Suche nach einem unschuldigen Opfer machen, das sich das Ganze anhören darf. „Lernen durch Erklären ist die absolute Geheimwaffe für mich“, schwört Lehrerschmidt. „Denn wenn du es erklären kannst, hast du es wirklich verstanden.“

Tipp 4: Bis du es nicht mehr sehen kannst

Zugegeben: Die Maßangabe „bis du es nicht mehr sehen kannst“ kann beim Wiederholen von Lernstoff schon früh erfüllt sein. Aber selbst dann solltest du weitermachen, auch wenn du keine Lust mehr hast. Denn es lohnt sich, das weiß Lehrerschmidt: „Wiederholen ist vielleicht das ganz große Geheimnis beim Lernen. Irgendwann brennt sich der Stoff in deine Birne und dann kannst du es einfach“, erklärt er. Und er hat Recht: Wenn du Gelerntes immer und immer wieder wiederholst, wandert es vom Kurzzeit- ins Langzeitgedächtnis. Da wollen wir es haben.

Dafür reicht leider nicht das reine Lesen von Zusammenfassungen. Im besten Fall wiederholst du das Ganze frei und in verschiedenen Formen. Sprich es leise vor dich hin, erkläre es deinen Eltern oder Mitbewohnern oder gehe es gemeinsam mit Lernpartnern durch. Versuche zwischendurch, längere Pausen von ein bis zwei Tagen einzulegen. Dann wirst du merken, ob die Inhalte vielleicht doch nicht so gut sitzen, wie du dachtest. Direkt vor dem Schlafen kurz Inhalte zu wiederholen, ist übrigens besonders effektiv, weil wir im Schlaf quasi nachlernen.

Bonustipp: Wenn du das Gefühl hast, dass es manche Punkte gibt, die du dir einfach nicht merken kannst, sammle sie auf einem Spickzettel. So kannst du am letzten Tag vor deiner Prüfung nochmal genau das durchgehen, bei dem du dich am unsichersten fühlst. Den Spickzettel brauchst du danach nicht mehr.

Tipp 5: Tricks dich nicht selbst aus

Wir tun es immer wieder gerne, gerade wenn es um unliebsame Aufgaben geht – wir tricksen uns selbst aus. Besonders beim Lernen kann das unschöne Konsequenzen haben. Vielleicht gehst du mit viel Selbstbewusstsein in eine Prüfung, kannst dann aber keine Aufgabe lösen. Der Ärger ist groß und du fragst dich: Woran hat es gelegen?

Ja gut, woran hat es gelegen? Das kann man sich im Nachhein immer fragen. Wenn du die Antwort wüsstest, wäre es vermutlich nicht passiert. Deshalb haben wir die vier größten Selbst-Austricksereien für dich zusammengefasst:

  1. Du wiederholst den Stoff nur, indem du ihn liest oder die Unterlagen direkt vor dir hast. Das gibt dir zwar das Gefühl, alles zu wissen, aber tatsächlich merken kannst du es dir nur, wenn du die Inhalte frei vortragen kannst. Lege dein Lernmaterial deshalb am besten ans andere Ende deines Zimmers.
  2. Du hörst nebenher Musik oder hast eine Serie laufen. Das mag die Lernzeit zwar erträglicher gestalten, sorgt aber auch dafür, dass du dir Dinge viel schlechter merken kannst. Versuchst du es mal ohne Ablenkungen, wirst du merken, dass mehr hängen bleibt und du konzentrierter bist.
  3. Du hast nur die Theorie gelernt. So fühlst du dich zwar sicher und kannst dir Anwendungsaufgaben erklären, es bedeutet aber nicht, dass du die Theorie auch tatsächlich anwenden kannst. Mach stattdessen Übungsaufgaben – die festigen dein theoretisches Wissen und bereiten dich auf die Prüfungssituation vor.
  4. Du hast Punkte, von denen du beim Lesen dachtest, dass du sie sowieso weißt, nicht in deine Zusammenfassung aufgenommen. Natürlich sollst du dich auf das Wesentliche beschränken. Aber auch Themenblöcke, bei denen wir uns fit fühlen, werden von neuem Wissen schnell verdrängt. Besonders wenn du nur mit Zusammenfassungen lernst, besteht die Gefahr, zu vergessen, dass diese Inhalte überhaupt Thema waren.

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