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Was ist ein Duales Studium und für wen ist es geeignet?: Duales Studium: Mit Uni und Praxiserfahrung ins Berufsleben starten

Nach dem Abi ein Studium oder eine Ausbildung machen und dann in den Beruf starten – so geht der klassische Weg. Aber warum nicht beides gleichzeitig? Gerade mal vier Prozent aller Studierenden in Deutschland macht ein Duales Studium. Aber die Zahl wächst beständig. Für wen eignet sich diese Form der Berufsausbildung? Wie ist ein Duales Studium aufgebaut und welche Vorteile hat es gegenüber den normalen Studiengängen? Darüber haben wir mit einer Expertin der VGH gesprochen.

Redakteurin Charlotta Witte OEVB
von Charlotta Witte13 Juli, 2023

Neben der klassischen Berufsausbildung in einem Unternehmen und dem Studium an einer Universität wurde in den Siebziger Jahren eine dritte Variante eingeführt: Das Duale Studium. Die Grundidee dabei ist es, dass Studierende einen größeren Praxisbezug erhalten und eine konkrete Berufsausbildung mit der theoretischen Bildung eines Bachelor-Studiengangs kombinieren.

1600 duale Studiengänge in fast 50.000 Unternehmen

Das ist sicher nicht für jeden etwas, zumal der Workload höher ist als in einem reinen Uni-Studium. Demgegenüber stehen aber viele Vorteile, und das spricht sich auch immer weiter herum, wie sich an den statistischen Zahlen sehen lässt. Gab es 2004 rund 40.000 dual Studierende, waren es 2022 bereits mit rund 120.000 gut dreimal so viele. Trotzdem ist das insgesamt noch relativ wenig, wenn man bedenkt, dass fast drei Millionen junge Menschen in Deutschland aktuell studieren. Dabei ist die Auswahl schon groß: Es existieren 1600 duale Studiengänge, die man bei einem von fast 50.000 Unternehmen absolvieren kann. 

Laut den Daten des Centrums für Hochschulentwicklung (CFH) machen die dualen Studiengänge in Niedersachsen etwa sieben Prozent des gesamten Angebots aus. Am beliebtesten sind demnach Gesundheitswissenschaften, Rechts- und Wirtschaftswissenschaften. In Bremen ist es noch etwas weniger. So viel zu den nackten, trockenen Zahlen. Aber was ist ein Duales Studium überhaupt? Wie ist es aufgebaut, welche Voraussetzungen muss man mitbringen? Und ist es vielleicht sogar etwas für dich? 

Auf all diese Fragen hat Bianca Scholz von der VGH Antworten und Einblicke am konkreten Beispiel des Dualen Studiums bei der VGH und an der FHDW Hannover.

Bewerbung und gute Noten: „Wir schauen auf den Einzelfall“

Liebe Frau Scholz, was muss ich denn mitbringen, wenn ich mich bei der VGH um einen Studienplatz bewerbe?

Bianca Scholz: „Voraussetzung sind das Abitur und gute bis sehr gute Noten in Deutsch und Mathe. Wir schauen aber auch auf den Einzelfall. Wenn uns die Bewerbung an sich überzeugt, aber nicht jede formale Voraussetzung erfüllt ist, sprechen wir mit den Bewerbenden und schauen, was zum Beispiel der Grund für eine nicht so optimale Note ist. In Mathe gibt es gegebenenfalls Vorbereitungskurse an der Uni, mit denen Defizite ausgeglichen werden können.“  

Wie läuft das Studium denn ab?

Bianca Scholz: „Mit der Fachhochschule für die Wirtschaft (FHDW) in Hannover arbeiten wir eng zusammen. Das Duale Studium bei der VGH ist in Blöcke eingeteilt und beginnt jedes Jahr am 1. August mit der Praxis im Außendienst; ab Ende September folgt dann ein zehnwöchiger Block an der Uni, danach geht es von Januar bis März wieder in den Außendienst und nach dem nächsten Uniblock in unsere Direktion in Hannover.“ 

Direkt zum Anfang in den Außendienst? Braucht man da nicht etwas Vorerfahrung?

Bianca Scholz: „Der Einsatz im Außendienst ist schon ein wenig wie der Sprung ins kalte Wasser, aber natürlich ist man dort nicht allein, sondern sitzt in einem Büro mit erfahrenen Mitarbeitenden, die einem viel zeigen und beibringen und bei Fragen zur Stelle sind. Da lernt man direkt zu Anfang den echten Arbeitsalltag kennen. Davor kommt für alle Azubis und Studierenden eine Einführungswoche in Hannover, wo sie gut vorbereitet werden, später wird das zum Beispiel durch E-Learning-Blöcke ergänzt. Wir erwarten aber auch Eigeninitiative, und die Bereitschaft, sich selbst etwas anzueignen. Später, bei den Praxisblöcken hier vor Ort, kann man auch Wünsche äußern, etwa ob man lieber ins Controlling oder ins Marketing gehen will, je nach den eigenen Interessen und Fähigkeiten. Darauf gehen wir ein.“  

Uni-Theorie und Praxis ergänzen sich im dualen Studium

Wie muss ich mir das inhaltlich vorstellen? Welche Themen werden behandelt, was lerne ich konkret?

Bianca Scholz: „Die Inhalte, die in der Praxis und während der Uniblöcke vermittelt werden, haben einen engen Bezug zueinander. Was in der Praxis auftaucht, wird auch an der Uni behandelt. Zum Anfang lernt man viel über die Basisversicherungen, also Hausratversicherung, Kfz-Versicherung und Co. In der Uni erfährt man, wie ein Versicherungsunternehmen aufgebaut ist und funktioniert. Dozenten des BWV Hannover, mit dem wir ebenfalls eng zusammenarbeiten, vermitteln alles Fachliche rund ums Thema Versicherungen. Die Studierenden sollen möglichst viele Abteilungen und Facetten der VGH und der Versicherungsarbeit kennenlernen und in den einzelnen Abteilungen auch länger bleiben, damit sie wirklich mitarbeiten und Praxisbezug bekommen, Erfahrung sammeln können. In der Regel für jeweils drei Monate.“

Zur Zeit verändert sich die Arbeitswelt ja ziemlich stark und gerade junge Menschen haben hohe Erwartungen an Unternehmen, bei denen sie sich bewerben, zum Beispiel die Möglichkeit, im Home Office zu arbeiten. Aber im Studium geht das eher nicht, oder? 

Bianca Scholz: „Unsere Mitarbeitenden können bis zu dreimal pro Woche im Home Office arbeiten, wenn sie möchten, und das gilt auch für Azubis und Studierende, die diese Option ab dem zweiten Ausbildungsjahr haben. Über die FHDW gibt es eine dreiwöchige Summer School, einen Studienblock im Ausland, den wir finanziell und mit Sonderurlaub unterstützen. Außerdem gibt es über die gesamte Studienzeit einen festen Ansprechpartner, der die Studierenden begleitet und betreut und an den sie sich mit Problemen wenden können. Gearbeitet wird bei uns in Gleitzeit zwischen 6.30 Uhr und 20 Uhr. “

Die VGH übernimmt viele Kosten des Studiums 

Nun bringt so ein Studium ja auch Kosten mit sich... 

Bianca Scholz: „Jeder bekommt direkt am Anfang einen Laptop, mit dem er auch im Home Office und remote arbeiten kann, und auch die technische Ausstattung des Arbeitsplatzes zu Hause übernehmen wir. Ebenso wie die Kosten der IHK-Prüfung, die man zusätzlich zum Bachelor erwirbt. Die Studiengebühren von 490 Euro im Monat übernehmen wir auch und zahlen zusätzlich eine Pauschale von 300 Euro für Lehrmittel. Und natürlich ist die Ausbildungszeit vergütet.“ 

Das heißt, ich verdiene schon während des Studiums Geld?

Bianca Scholz: „Im ersten Jahr gibt es 1120 Euro brutto, im zweiten 1245 Euro und im dritten 1618 Euro. Nach dem Abschluss unterstützen wir diejenigen, die noch den Master machen möchten, und unser Ziel ist es, möglichst alle, die das Duale Studium bei der VGH abschließen, auch zu übernehmen, was in aller Regel funktioniert.“

Das klingt alles ziemlich gut. Was ist, wenn ich das zwar interessant finde, aber noch nicht ganz sicher bin, ob es wirklich was für mich ist? Worauf sollte ich eingestellt sein, um am Dualen Studium bei der VGH auch Freude zu haben? 

Bianca Scholz: „Im Arbeitsalltag gibt es viel Abwechslung, auch abhängig davon, in welcher Abteilung man arbeitet und mit welchen Themen man befasst ist. Für Routinefans, die jeden Tag dasselbe machen möchten, ist das also eher nichts. Aber wer engagiert ist, es abwechslungsreich mag und gerne mit anderen Menschen, mit Kollegen, Kolleginnen und Kunden und Kundinnen zusammen arbeitet, ist bei der VGH genau richtig.“ 

Duales StudiumNeugierig geworden? Dann informiere dich jetzt auf der Karriereseite der VGH.

FAQ zum Dualen Studium

Wie bewerbe ich mich auf einen Studienplatz?

Für ein Duales Studium bewirbt man sich nicht bei der Uni, sondern direkt beim Unternehmen. Dort erfährt man auch, welche Voraussetzungen man erfüllen muss, welche Unterlagen benötigt werden, und kann weitere Infos einholen. Dann wird man ganz klassisch zum Bewerbungsgespräch eingeladen.

Wie lange dauert ein Duales Studium?

Ein dualer Bachelor-Studiengang dauert in der Regel drei Jahre. Einen Teil der Zeit verbringt man im Unternehmen, einen Teil an der Uni. In einigen Studiengängen kann man zusätzlich zum Bachelor eine IHK-Prüfung ablegen und hinterher noch einen Masterstudiengang ergänzen. Ob das möglich ist, ist von Unternehmen zu Unternehmen verschieden.

Welche Dualen Studiengänge gibt es überhaupt?

Das hängt auch davon ab, wo du studieren möchtest, generell ist die Auswahl aber groß und vielfältig. Allein in Niedersachsen gibt es rund 100 duale Studiengänge. Einen ersten Überblick erhältst du zum Beispiel auf dem Portal Azubiyo.

Bekommt man im Dualen Studium ein Gehalt?

Ja. Das Studium ist, genau wie eine reine Berufsausbildung auch, vergütet. Die Höhe variiert je nach Fachrichtung und Unternehmen zwischen etwa 700 und bis zu 1700 Euro pro Monat und steigt in der Regel mit jedem Studienjahr an. Wie hoch die Vergütung konkret ist, erfährst du direkt bei den Unternehmen, die einen dualen Studiengang anbieten. 

Habe ich im Dualen Studium Zeit für einen Nebenjob?

In der Regel eher nicht. Denn das Duale Studium ist zeitaufwändiger als ein normaler Bachelor-Studiengang, da du immer eine Zeit an der Uni und dann wieder einige Zeit im Ausbildungsbetrieb verbringst. Natürlich gibt es auch Ferien, aber die nutzt man besser zum Lernen und Entspannen. Außerdem ist ein Nebenjob meist gar nicht nötig, da es ja eine Vergütung gibt. 

Wie lange arbeitet man im Dualen Studium, und wie lange hat man frei?

Die Arbeitszeiten liegen in der Regel bei 40 Wochenstunden (in Ausnahmefällen auch mehr) an fünf Arbeitstagen und es besteht der gesetzliche Anspruch auf vier Wochen Urlaub pro Jahr. Es gibt aber durchaus Unternehmen, die längeren Urlaub anbieten – das musst du individuell erfragen. Bei der VGH sind es 38 Wochenstunden und 30 Tage Urlaub.  

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