Eine Hand schreibt etwas in eine Notzitzbuch, die andere rechnet mit dem Taschenrechner

Zinsen im Abgrund: Darum geht’s in der Niedrigzinsphase

Von der Niedrigzinsphase hast du bestimmt schon mal gehört. Die Zinsen befinden sich momentan auf einem Rekordtief. So macht Sparen doch gar keinen Spaß, könnte man meinen. Per Seilfahrt in den Abgrund: Unser „Kumpel“ und Finanzexperte Jörg Sinner, VGH-Vorstand für Kapitalanlagemanagement und Personenversicherungen, fährt für dich in die Tiefen eines Bergwerks. Immer Richtung Niedrigzins. Hier erklärt er dir, was es mit dem tiefen Zinsen auf sich hat und wie du in dieser Zeit mit deinem Geld am besten umgehst. So viel sei gesagt: Unter Tage vermehrt sich dein Geld zwar nicht, dennoch gibt es ein Licht am Ende des Schachts.

Das erfährst Du in diesem Artikel

Was ist die Niedrigzinsphase?

In der Niedrigzinsphase lässt es sich vermeintlich schwer sparen. Wenn du heute dein Gespartes mithilfe eines Sparbuches vermehren möchtest, macht sich schnell Ernüchterung breit. Die Niedrigzinsphase sorgt beim Sparbuch nämlich für ein niedriges Zinsniveau von derzeit 0,01%. Zum Vergleich: Die durchschnittlichen Sparbuchzinsen in Deutschland lagen laut Statista 2008 bei rund 2,5%. Das waren die Verhältnisse vor den Folgen der Finanzkrise. Durch das Zinstief werfen Sparbuch und Tagesgeld kaum noch Rendite ab. Eine steigende Inflation lässt dein Erspartes noch weniger wert werden. Lohnt sich Sparen in der Niedrigzinsphase dann überhaupt noch?

Finanzkrise, EZB, Leitzins: Warum sind die Sparzinsen im Schachtsumpf?

Der Schachtsumpf ist der tiefste Punkt im Bergwerk. Genau da sind die Zinsen. Um zu verstehen, warum das aktuelle Zinsniveau so tief gesunken ist, werfen wir einen Blick in die Vergangenheit. 2007 startete die Finanz- und Bankenkrise. Der Staat hat sich dabei durch die Bankenrettung hoch verschuldet. Um den Staat von der Schuldenlast zu erlösen, senkte die Europäische Zentralbank (EZB) den Leitzins, denn dadurch gibt es zwar weniger Zinsen auf Spareinlagen, aber auch auf Kredite. Sie sind so besonders preiswert. Die Wirtschaft sollte so durch günstige Investitionsmöglichkeiten angekurbelt werden.

Wenn deine Bank den Zinssatz für Spareinlagen festlegt, also deine Sparbuchzinsen bestimmt, orientiert sie sich an den Leitzinsen. Bei einem so niedrigen Leitzins bekommen Banken fast keine Zinsen auf ihr Guthaben bei der EZB. Im Umkehrschluss heißt das für dich, dass die Bank keine Sparzinsen an dich weitergeben kann.

Leitzins – was ist das?

Für den europäischen Raum wird der Leitzins von der EZB festgelegt und bestimmt die Konditionen, zu denen sich Geschäftsbanken Geld bei der EZB leihen können und wie viel Rendite die Banken für Anlagen bei der EZB bekommen. Die EZB hält den Leitzins seit März 2016 auf 0,00%. (Stand: November 2017)

Eurozeichen vor der Europäischen Zentralbank
Kein Bergwerk, sondern die Europäische Zentralbank in Frankfurt: Hier wird der Leitzins festgelegt.

Dein Weg aus dem Zins-Schacht

Auch wenn sich die Zinsen in der „Teufe“ des Bergwerks verschanzen, gibt es Möglichkeiten, die du nutzen kannst, um das Beste aus der Niedrigzinsphase herauszuholen.

 

  • Richtig sparen: VGH-Vorstandsmitglied Jörg Sinner erklärt hier, wie man richtig spart und warum es sich lohnt, etwas auf die hohe Kante zu legen.
  • Günstige Kredite: Wenn dein Traum vom Eigenheim in naher Zukunft Realität werden soll, kannst du dir den Tiefzins zu Nutze machen. Sichere dir jetzt einen günstigen Kredit zu Niedrigzinsen. Ein Eigenheim ist eine sichere Geldanlage, die gegen die Inflation überstehen kann und auch im Alter eine gute Absicherung darstellt.
  • Bausparvertrag: Um dein Traumhaus zu finanzieren, kann sich auch ein Bausparvertrag lohnen. Den schließt du mit einer Bausparkasse ab. Das Gute: Bausparverträge werden staatlich gefördert. Beachte, dass die Zinsen für diesen Vertrag bei Abschluss festgelegt werden und unabhängig vom aktuellen Zinsniveau am Geldmarkt über die Vertragsdauer gleich bleiben. Sei dir darüber im Klaren, dass der Abschluss eines Bausparvertrags in der Niedrigzinsphase später zwar zu niedrigen Darlehenszinsen führt, dein eingezahltes Kapital aber auch nur geringfügig verzinst wird.

Der erste Schritt in den Aktienmarkt

Bevor du in Aktien investierst, solltest du dich schlau machen. Informiere dich im Netz und suche Unterstützung bei Beratern. Hinterfrage deinen eigenen Risikotyp und investiere verteilt in verschiedene Wertpapiere.

Vorsorge für’s Alter

Sparen in der Niedrigzinsphase heißt natürlich auch Vorsorgen für’s Alter. Es gibt viele Wege für später vorzusorgen. Wichtig ist nur, dass du es tust. Für dich wird die gesetzliche Rente im Alter nämlich nicht ausreichen.Und je länger du es hinausschiebst, desto teurer wird es.

  • Eine Möglichkeit ist die Riester-Rente. Hier profitierst du vor allem von staatlichen Zulagen: 175 Euro pro Jahr und vor dem 25. Geburtstag von einem einmaligen Berufseinsteigerbonus von 200 Euro.
  • Private Rentenversicherungen gibt es in verschiedenen Ausprägungen: von klassisch mit einem garantierten Zins bis zu kapitalmarktnahen Produkten, die dir höhere Renditechancen bringen können.
  • Außerdem ist die betriebliche Altersvorsorge ein guter Baustein. Viele Arbeitgeber zahlen außerdem vermögenswirksame Leistungen, die du zum Beispiel in einen Bausparvertrag oder die Altersvorsorge stecken kannst.
  • Natürlich kannst du auch mit einer eigenen Immobilie für das Alter vorsorgen. Oder etwas risikoreicher mit Aktien – wenn es schlecht läuft, kann dein investiertes Geld hier aber auch weg sein. Über eine sichere Variante, die dir eine lebenslange Rente garantiert, solltest du also nachdenken.

Ausblick: Wie lange bleibt der Tiefzins?

Ein Ausblick in die Zukunft zeigt, dass ein Ende der Niedrigzinsen in Sicht ist. Wirtschaftswachstum und Inflation steigen, der Europäische Finanzmarkt hat sich in großen Teilen erholt. Experten rechnen damit, dass die EZB den Leitzins ab 2018 schrittweise wieder anhebt. Jörg Sinner erwartet ein Zinsniveau von rund 2-3%. Wurden die Zinsen dann aus dem dunklen Stollen über Tage befördert, macht auch das gute alte Sparbuch wieder einen Sinn. Glückauf!

Inflation – kurz erklärt

Eselsbrücke: Das Wort kommt vom lateinischen „inflare“, was so viel wie „aufgeblasen“ bedeutet. Bei einer Inflation steigt das Preisniveau bzw. der Geldwert sinkt. Beispiel: Für 1 Euro bekommst du eine Tafel Schokolade. Steigt das Preisniveau, kostet die Schokolade mehr als 1 Euro. Das Geld ist damit weniger wert als zuvor. Dieser Prozess beschreibt die Inflation.

Sparen: Junger Mann sitzt in der Küche am Laptop und rechnet mit dem Taschenrechner

Jetzt schon an später denken

Nur weil die Zinsen auf Steinkohle-Niveau gesunken sind, heißt das nicht, dass du den ganzen Tag im Bergwerk-Schacht verbringen musst. Niedrigzinsphase hin oder her: Früher oder später bist du auf dein eigenes Vermögen angewiesen. Ob du ein eigenes Haus kaufst, in deine Karriere investierst oder für dein Alter vorsorgst. Der Zeitfaktor spielt dabei eine wichtige Rolle: Je eher du mit deinem Vermögensaufbau beginnst, umso aussichtsreicher gestaltet sich die Entwicklung deiner Finanzen. Lass dir von unseren Experten in Niedersachsen erklären, wie du jetzt schon ideal vorsorgst. Du kommst aus Bremen oder Bremerhaven? Hier findest du deinen Berater und weitere Infos zum Thema Vermögen und Vorsorge.

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