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Work-Life-Balance

Zwischen veraltetem Spagat und echten Lösungen

Der Traum von der Work-Life-Balance: ein ordentlicher Job, klar geregelte Arbeitszeiten und klare Grenzen zu Allem, was im Privatleben den Ausgleich zur 40-Stunden-Woche bietet. Familie, Sport, Hobbys, Nichtstun. Den Begriff gibt es bereits seit der Industrialisierung im 19. Jahrhundert, der Traum wird seit den 90er-Jahren in Deutschland gepredigt. Doch einiges hat sich getan in den letzten 30 Jahren. Wir haben mit Wirtschaftsjournalistin Silvia Sperling und Zeitmanagement-Experte Lothar Seiwert darüber gesprochen, warum der Begriff zum Teil veraltet ist, was vom Traum bleibt und welche Alternativen zeitgemäßer sind. Gerade wer jetzt in den Beruf startet, hat mit den Konzepten des „New Work“ die besten Voraussetzungen, den einstigen Spagat zwischen Privatleben und Beruf zu meistern. Deshalb erklären wir dir, wo du für eine gesunde Work-Life-Balance ansetzen solltest und worauf es bei der Jobwahl wirklich ankommt.

Redakteurin Charlotta Witte OEVB
von Charlotta Witte8 April, 2021
Mensch balanciert Bücher und Glas auf Füßen, um Work-Life-Balance zu symbolisieren
Das Wichtigste in 60 Sekunden

Der Begriff Work-Life-Balance hat langsam ausgedient. Laut Experten stehen sich in Zeiten des „New Work“ Leben und Arbeit nicht mehr gegenseitig im Weg. Stattdessen schlagen sie das Konzept der Intervall-Woche vor, um den richtigen Work-Life-Flow zu finden. Dafür solltest du herausfinden, wie dein Biorhythmus getaktet ist und dich fragen, welche Motivation für dich hinter deinem Job steht. Hast du diese Fragen geklärt, gilt es deine Arbeits- und Freizeit an diese Punkte anzupassen. So schaffst du Intervalle, in denen du deine Zeit für genau das nutzen kannst, wofür dein Körper gerade Ressourcen zur Verfügung stellt. Wer die äußere der inneren Taktung angleicht, ist glücklicher, gesünder und schafft mehr von dem, was er sich vornimmt. Das bedeutet für die Jobsuche: Wenn es auf lange Sicht funktionieren soll, sollte deine Arbeit dir die Flexibilität bieten, die du brauchst, um eine solche Intervall-Woche umzusetzen. 

Was ist Work-Life-Balance und welche Alternativen gibt es?

Der Begriff Work-Life-Balance beschreibt einen Zustand des Gleichgewichts zwischen Job und verschiedenen anderen Lebensbereichen, wie z.B. Familie oder Freizeit. Das klingt zunächst intuitiv, trocken und bei näherer Betrachtung auch etwas nichtssagend. Wie sieht eine solche Balance denn aus? Und impliziert Balance nicht, dass meine Arbeit eine Belastung ist, die ich durch etwas anderes ausgleichen muss? Wer sich diese Fragen stellt, stößt schnell an die Grenzen des Begriffs der Work-Life-Balance. Das hat auch Lothar Seiwert erkannt. Seit über 30 Jahren ist er Zeitmanagement-Experte, hat Professor- und Doktortitel, reist für Vorträge um die ganze Welt und wurde dafür bereits vielfach ausgezeichnet. Seine Bücher rund um Zeit- und Lebensmanagement haben ihn zum Bestseller-Autoren gemacht. Der Begriff Work-Life-Balance hat für ihn ausgedient, doch für was er symbolisch steht, bleibt bestehen. „Die Worthülse wird sicherlich noch länger existent sein. Was sich verändert hat, ist aber die inhaltliche Ausgestaltung“, sagt er. Damit spielt er auch auf die Generationsunterschiede an, die bei der Interpretation von Work-Life-Balance deutlich werden.

Während Babyboomer darunter klassisch den Balanceakt zwischen Beruf und Familie sehen, in dem Arbeit eine belastende Rolle einnimmt, stehen für die Generation X ein phasenweises Abwechseln von Erwerbstätigkeit, Kindererziehung und Freizeit im Vordergrund. Nochmal anders sieht es bei der Generation Y aus. Die Kinder der 90-er trennen Arbeit und Privatleben schon lange nicht mehr so strikt, wie es ihre Eltern getan haben. Stattdessen wollen sie ihrer Arbeitszeit lieber einen Sinn geben, als sich auf ewig im Hamsterrad zu drehen. Auch Seiwert sieht diesen Wandel: „Den heutigen Berufseinsteigern ist Geld gar nicht mehr so wichtig. Sie legen Wert auf Hedonismus, Arbeitszufriedenheit. Darauf, dass sie etwas gestalten können, etwas mitbewegen und besser machen“. Für sie sei der Job nicht Broterwerb, sondern Selbstverwirklichung. Eine Vermischung von Arbeits- und Privatleben birgt längst nicht mehr die große Burn-out-Gefahr, wie lange angenommen wurde. Wenn man es richtig macht. Deshalb spricht sich der Zeitmanagement-Experte für eine neue Zusammensetzung des Begriffes aus: Work-Life-Flow als dynamische Bezeichnung oder Work-Life-Blending, wenn beide Aspekte wirklich ineinander übergehen, würden es eher treffen. „Streng genommen sind Work und Life keine Gegensätze mehr. Sie gehören zueinander“, sagt er.

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Auf in die Intervall-Woche!

Wer die richtige Work-Life-Balance oder den richtigen Flow finden will, muss in sich hineinhorchen. Dieser Meinung ist die Wirtschaftsjournalistin Silvia Sperling. Sie ist Mitentwicklerin und -gründerin des Verlagsimprints Knaur Balance und beschäftigt sich als Acquisitions Editor mit Themen rundum Persönlichkeitsentwicklung, Ausgeglichenheit und Gesundheit. Gemeinsam mit Lothar Seiwert hat sie im letzten Jahr das Buch „Die Intervall-Woche“ veröffentlicht.

„Menschen wollen eine Arbeit, die zu ihrem Leben passt, und nicht umgekehrt. Sie wollen sich nicht (mehr) der Arbeit anpassen müssen. Wir nennen das in unserem Buch die äußere und innere Taktung, die miteinander harmonieren müssen“, erklärt Sperling. Mit der inneren Taktung meint sie deinen eigenen Biorhythmus. Deine innere Uhr, von der abhängt, wann du besonders produktiv, kreativ, reflektiert oder eben keines davon bist. Ziel der Intervall-Woche ist es, dass diese Phasen sich sowohl in der Gestaltung deiner Arbeitszeit, als auch deiner Freizeit widerspiegeln. Heißt ganz einfach: Es macht wenig Sinn, wenn du in Zeiten arbeitest, in denen dein Kopf noch nicht mal richtig hochgefahren ist oder in deinen kreativsten Stunden einen Serienmarathon veranstaltest. „Es gibt ein paar statistische Mittelwerte, die wir aus der Chronobiologie kennen. Zum Beispiel haben wir um 11 Uhr durchschnittlich die höchste Aufmerksamkeit, um 14 Uhr die beste Koordination, um 16 Uhr die schnellste Reaktionszeit. Der Biorhythmus ist für jeden Menschen aber höchst individuell“, ergänzt die Expertin. „Er hält uns gesund, macht zufrieden und gibt uns die Kontrolle über unser Privat- und Arbeitsleben zurück.“ 

Das Problem ist nur: Unser Arbeitsleben lässt meist kaum zu, dass wir auf unsere innere Uhr hören. In vielen Fällen steht die äußere Taktung der inneren im Weg. So quälen wir uns vom Weckerklingeln zum Feierabend, nur um dann mit halbaufgegessenem Teller auf der Couch einzuschlafen. Kein Wunder also, dass die richtige Taktung mehr als nur eine gesunde Work-Life-Balance verspricht. Seiwert weiß: „Ich bin letztlich produktiver, gesünder und glücklicher, wenn ich meine äußeren Arbeits- und Lebensumstände entsprechend meiner inneren Uhr organisieren kann“. Diese Erkenntnisse beruhen auf der Forschung der Chronobiologie, für deren Errungenschaften 2017 sogar der Nobelpreis verliehen wurde. Und es gibt viele Wege, diese Erkenntnisse zu nutzen. Man muss nur wissen, wo man ansetzt. 

Drei unterschiedliche Uhren symbolisieren die verschiedenen Biorhythmen des Menschen. Sie sollten bei Work-Life-Balance-Maßnahmen beachtet werden
Frau versteckt sich unter der Decke. Als Längschläferin sollte sie ihre Work-Life-Balance an ihren Biorhythmus anpassen
Frau frühstückt vor dem Laptop, um ihre Work-Life-Balance aufrecht zu erhalten. Es gibt andere Wege.
Junger Mann sitzt nachts am Laptop, um zu arbeiten. Ein Beispiel für Work-Life-Blending

Welcher Typ bin ich?

Wir sollen unseren Tagesrhythmus an den eigenen Biorhythmus anpassen. Nicht unbedingt einfach, denn wer seine innere Uhr kennenlernen möchte, muss das Ticken erstmal hören. Deshalb gibt es verschiedene Typen, an denen du dich orientieren kannst.

Ideen wie die „Nachteule“ oder die „Lerche“ sind längst nicht mehr aktuell. Die wissenschaftliche Metaphorik hat sich geändert. „In der Forschung gibt es vier Typen, die mit Tierbegriffen belegt wurden“, erklärt Lothar Seiwert. Und die heißen Löwe, Bär, Wolf und Delfin. „Der Löwe steht enorm früh auf. Um fünf Uhr, spätestens um 5.30 Uhr ist er voll aktiv“, führt der Experte aus. „Dann gibt‘s den Bären. Er braucht mehr Schlaf und geht den Tag etwas gemütlicher an“. Sich selbst bezeichnet Seiwert als Wolf, ein Nachttier, das erst richtig munter wird, wenn Ruhe eingekehrt ist. Die Gruppe der Delfine ist flexibler, agiert zwischen all dem hin und her. 

Lerne deine innere Uhr kennen: Die BOSS-Methode

Um das Leben und Arbeiten in Intervallen zu lernen, haben Sperling und Seiwert die BOSS-Methode entwickelt. Sie soll dir zeigen, wie du mit deiner inneren Uhr umgehen kannst und worauf es ankommt. Beobachtung Organisation Sinngebung Synchronisation

  • Beobachtung
  • Organisation
  • Sinngebung
  • Synchronisation

Zunächst sollst du herausfinden, wie deine inneren Intervalle eigentlich aussehen. Jeder tickt anders. Hast du deinen eigenen Rhythmus erstmal gefunden, geht es an die Planung. Versuche deinen Alltag ein wenig zu optimieren. Schaffst du das, wirst du bereits leistungsfähiger, ausgeschlafener und fitter sein und das ohne große Veränderungen in deinem Arbeitsumfeld. So schaffst du neue Kapazitäten und hast Zeit, den Sinn deiner Arbeit zu hinterfragen. Bietet dir dein Job das, was du aktuell brauchst, um glücklich zu sein? Wenn du auf diese Frage eine Antwort gefunden kannst, kannst du all diese Aspekte in Einklang bringen und deine Intervalle in Arbeit und Freizeit umsetzen. „Aus der Praxis wissen wir, dass insbesondere der erste Schritt, das Beobachten, schon eine Hürde darstellen kann“, weiß Silvia Sperling. „Eine gute Technik kann die Achtsamkeit sein“. Sie empfiehlt deshalb vom Autopilot auf bewusste Selbstwahrnehmung umzuschalten. Um dich dabei zu unterstützen, haben Sperling und Seiwert einen kostenlosen Intervalltypen-Test konzipiert. Er liefert dir eine erste Einschätzung und erklärt gleichzeitig, was dein Intervalltyp für deinen Alltag bedeutet. 

Herauszufinden, zu welcher dieser Gruppen du gehörst, ist Teil der BOSS-Methodik, die den Rahmen für deinen Weg in Richtung Intervallwoche und vernünftiger Work-Life-Balance steckt. Hast du deinen Typ gefunden, gilt es, etwas daraus zu machen. Eine Anpassung der Arbeitszeiten an die eigenen Vorstellungen wäre bis vor nicht allzu langer Zeit noch ein Ding der Unmöglichkeit gewesen. Doch die Arbeitswelt hat sich zu unseren Gunsten verändert und die Möglichkeiten, die sie dir heute bietet, sind vor allem Flexibilität und Selbstbestimmtheit. 

Wie dir „New Work“ in die Karten spielt

„New Work“ bezeichnet die Arbeitsweisen, die sich in den letzten Jahren durch die zunehmende Digitalisierung und Globalisierung etabliert haben. In der Praxis bieten sich dadurch jede Menge Alternativen zum Nine-to-five-Job: 4-Tage-Woche, Vertrauensarbeitszeit oder flexibles Homeoffice. In einigen Unternehmen wird dir mittlerweile sogar ein Teil deiner Arbeitszeit zur Verfügung gestellt, um eigene kreative Projekte umzusetzen. „Das große Stichwort lautet: Flexibilisierung. Also Arbeitsmodelle, die auf Zeit- und Ortsunabhängigkeit aufbauen“, erklärt Sperling. „Trust over control. Will sagen, erfolgreich sind Arbeitsmodelle, die Vertrauen in die Mitarbeiter setzen“. Das geht weit über die Work-Life-Balance-Maßnahmen hinaus, wie wir sie kennen. Statt Bürostuhl-Yoga in der Mittagspause hast du in vielen Unternehmen mittlerweile die Möglichkeit zu arbeiten, wann immer du willst und von wo aus du willst – solange du deinen Job machst. Weniger Reglementierung durch äußere Vorgaben sorgt dafür, dass du mehr Raum hast, um Arbeit und Privatleben so zu verwirklichen, wie du es dir vorstellst. 

Das sind Modelle mit Zukunft. Denn wer aktuell junge Talente für sich gewinnen will, muss sich an diese veränderten Rahmenbedingungen anpassen. „Wer Berufseinsteiger fragt "Was ist euch am wichtigsten?“, kommt schnell zu der Erkenntnis, dass materielle Werte an Bedeutung verloren haben. Stattdessen ist Work-Life-Balance Nummer 2 oder 1, aber immer in den Top 3“, bestätigt Lothar Seiwert. „Wer die wirklich guten Leute haben will, muss Rahmenbedingungen schaffen, in denen sich Mitarbeiter und auch Berufsanfänger besser entwickeln können“. Und dazu gehört eben auch die Freiheit, den Tag an die eigene innere Uhr anzupassen.

Junger Geschäftsmann arbeitet am Laptop. Für karriereorientierte Menschen sieht Work-Life-Balance anders aus als für andere Typen
Glückliche junge Mensche sitzen in der Sonne. Sie profitieren von den Möglichkeiten des New Work
Junge Menschen arbeiten zusammen an einem Laptop, um die Welt zu verändern. Dafür braucht es New Work und das richtige Work-Life-Blending
Lachende Frau, die in Café arbeitet, ist auf der Suche nach der passenden Work-Life-Balance

Kickertisch oder Homeoffice? Darauf solltest du bei der Jobsuche achten

Du weißt jetzt: Du hast viele Möglichkeiten. Stellt sich nur die Frage, ob es sich für dich überhaupt lohnt, sie zu nutzen. Denn nicht jeder hat die gleichen Vorstellungen davon, wie er Job und Freizeit gestalten möchte. Bevor du dich also beim nächsten Start-Up mit Feel-Good-Manager und wöchentlichen Kickerturnieren bewirbst, solltest du dir überlegen, was du überhaupt von deinem Job erwartest. „Frag dich selbst: Was ist meine stärkste Motivation? A) Verantwortung, b) Sicherheit, c) Freiheit oder d) Selbstbestimmung?“, rät Expertin Silvia Sperling. „Wenn ich das für mich definiert habe, leiten sich daraus die nächsten Schritte ab. Dann erst kann ich entscheiden, wie viel Brotjob ich brauche und wie viel Herzensjob ich machen will.“

Die 3 Wertehaltungen

Es ist vollkommen okay, wenn du nicht zu den Menschen gehörst, die den Sinn ihres Daseins in ihrem Job sehen. „Die Forschung hat bei Berufsanfängern drei Typen bzw. Wertehaltungen ermittelt“, erklärt Lothar Seiwert. „Die Karriereorientierten, die Weltveränderer und diejenige mit einer freizeitorientierten Schonhaltung.“

Die Karriereorientierten

Wer karriereorientiert ist, wird gerne einen Großteil seiner Freizeit opfern, um unter der Woche von Meeting zu Meeting zu fliegen und am Wochenende Berichte zu schreiben und Präsentationen vorzubereiten. Damit sich das lohnt und man die Motivation nicht verliert, ist es zum Beispiel wichtig, dass der Arbeitgeber die richtigen Aufstiegs- und Entwicklungsmöglichkeiten bietet. 

Die Weltveränderer

Weltveränderer stecken ebenfalls jede Menge Mühe in das, was sie als Berufung bezeichnen. „Sie achten sehr viel mehr auf Firmenwerte und Kultur, als das früher der Fall war“, erläutert der Experte. Und sie zeigen das Work-Life-Blending wirklich funktionieren kann. Kannst du dich damit identifizieren, solltest du nicht nur darauf achten, dass du für die richtige Sache arbeitest, sondern dass dein Job dir auch genug Möglichkeiten bietet, diesen Sinn zu verfolgen. Schau dir die betriebliche Gesundheitsversorgung an: Wird auf dich als Mitarbeiter geachtet? Feel-Good-Manager, die Möglichkeit, seine Arbeitszeit flexibel zu gestalten, familiäre Atmosphäre, niedrige Hierarchien oder innovative Denkräume, in denen du deine Kreativität abseits der Jobbeschreibung ausleben kannst, sind hier ein gutes Zeichen.

Die freizeitorientierte Schonhaltung

„Diese Typen wollen schon Jobs haben, aber sie wollen sich nicht verrückt machen. Sie wollen sich nicht in dieser Karriere-Tretmühle kaputt machen, um dem Burn-out möglichst früh einen entscheidenden Schritt näher zu kommen“, verbildlicht Seiwert. Stattdessen setzen sie darauf, die Freizeit, die ihnen diese Herangehensweise ermöglicht, für sich und die eigene Sinnhaftigkeit zu nutzen. Sie ziehen eine klare Grenze im Sinne der klassischen Work-Life-Balance. Fühlst du dich dieser Gruppe zugehörig, solltest du z.B. darauf achten, welche Art von Leistungskultur im Unternehmen herrscht. Sind Teilzeitmodelle genauso anerkannt wie Vollzeit? Wird Rücksicht auf einen klaren Schnitt zum Feierabend genommen? Ist es stattdessen normal, dass du auch um 23 Uhr noch eine Arbeitsmail bekommst, bist du dort eher nicht richtig. 

Am wichtigsten ist es also, dass du dich im Vorhinein darüber informierst, was der Job dir zu bieten hat und darauf achtest, dass sich diese Rahmenbedingungen mit deiner Vorstellung des Work-Life-Flows oder der Work-Life-Balance decken. Ein Bär, der die Welt verändern will, wird den besten Work-Life-Flow in einem Job finden, in dem er gemütlich um 10 Uhr auflaufen und sich in der Denk-Ecke mit dem Löwen austauschen kann, der bereits seit Stunden an einer neuen Idee arbeitet. Währendessen fliegt der karriereorientierte Delfin durch die Weltgeschichte, legt zwischendurch Pausen im unternehmenseigenen Fitnessstudio ein, stillt seine sozialen Bedürfnisse mit ein wenig Networking und ist damit genauso zufrieden. 

Wenn du dich selbst gut genug kennst, kannst du solche Aspekte im Bewerbungsschreiben und -gespräch proaktiv ansprechen. „Ich allein muss wissen, wann und wo ich die Grenzen zwischen Work and Life ziehe“, betont Wirtschaftsjournalistin Silvia Sperling. „Darauf sollten junge Menschen achten und daraus die Vorteile für den zukünftigen Arbeitgeber ableiten. Zum Beispiel von sich aus die eigenen produktivsten Arbeitszeiten anbieten. So schafft man eine Win-Win-Situation“, erklärt sie. 

Work-Life-Balance ist also das, was du daraus machst. Auch wenn der Begriff so langsam ausgedient hat, steht er doch für eine Wende. Dafür, dass der Mensch endlich wieder in den Vordergrund rückt und mehr ist als nur eine austauschbare Arbeitskraft. 

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