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Leben in der Wohngemeinschaft

10 Regeln für das perfekte Zusammenleben

In einer WG zu leben, kann super sein. Aber auch ein ziemlicher Horror. Dreck überall, den ganzen Tag Lärm und deine Lebensmittel verschwinden. Damit du nicht am Ende verzweifelt resignierst und dir deine eigene Bude suchst, haben wir dir 10 WG-Regeln zusammengestellt, mit deren Hilfe du auch aus einer Runde gewöhnungsbedürftiger Mitbewohner eine richtig harmonische Wohngemeinschaft machst. So schwer ist es nämlich gar nicht.

Redakteurin Annika Adler
von Annika Adler8 Januar, 2021
Regeln für das WG Leben
Das Wichtigste in 60 Sekunden

Wer in einer Wohngemeinschaft zusammen lebt, sollte gewisse WG-Regeln festlegen. Wie stelle ich mir das Zusammenleben vor? Wie gehen wir finanzielle Angelegenheiten, wie Anschaffungen oder Einkaufen an? Solche Fragen sollten unbedingt geklärt werden. Putzpläne oder regelmäßige WG-Meetings, in denen Rücksicht oder Privatsphäre diskutiert werden, können ebenfalls dabei helfen, das Zusammenleben angenehmer zu gestalten. Aber vergesst dabei nicht die gemeinsamen WG-Aktivitäten. Denn wer sich gut versteht, kann auch andere Schwierigkeiten besser meistern.

WG-Regeln aufstellen und klare Fronten schaffen

Wenn das Leben in der WG für jeden funktionieren soll, müsst ihr abklären, was ihr euch davon erhofft. Wollt ihr Freunde werden, gemeinsam Dinge unternehmen oder einfach nur harmonisch in einer Zweck-WG leben? Wieviel Verantwortung soll jeder einzelne übernehmen, wie sauber heißt “sauber”? Im besten Falle sollten solche Dinge bereits vor dem Einzug beim WG-Casting besprochen werden. Aber auch danach ist es wichtig zu klären, ob sich eure Vorstellungen noch decken. Denn nur, wenn ihr wisst, was eure Mitbewohner wollen, könnt ihr eure WG-Regeln entsprechend anpassen und aufeinander Rücksicht nehmen.

Die Geldfragen sollten in einer Wohngemeinschaft immer transparent abgesprochen sein

Geldfragen klären

Natürlich kann es unangenehm sein, mit Mitbewohnern über Geld zu sprechen. Gerade wenn man sie noch nicht gut kennt. Aber im Studium oder der Ausbildung haben die wenigsten einen Traumkontostand – Geldfragen haben also ein entsprechendes Konfliktpotenzial und sie zu klären, ist deshalb eine der wichtigsten WG-Regeln. Setzt euch also lieber direkt zusammen und besprecht die Fragen, mit denen ihr im Alltag sowieso konfrontiert werdet: Was ist mit gemeinschaftlichen Vorräten, zum Beispiel Reinigungsmittel, Kaffee oder Toilettenpapier? Welche genau teilt ihr euch? Habt ihr dafür eine WG-Kasse oder wird abwechselnd gezahlt? Um solche Fragen ohne viel Stress zu klären, könnt ihr sogar Apps zur Hilfe nehmen. Wann und an wen Miete gezahlt wird und wie ihr die Nebenkosten aufteilt, solltet ihr auch besprechen.

Nebenkosten oder Mietausfälle: Wer zahlt wann?

Ob ihr eure Nebenkosten teilt, jeder für sich selbst verantwortlich ist oder wer bei Mietausfällen Ärger bekommt, hängt von eurer Mietform ab. Die ist in den meisten Fällen aus dem Mietvertrag ersichtlich. Wer also eine WG gründen möchte, sollte vorher abklären, welche Mietformen dafür in Frage kommen. 
Wenn du bereits einen Vertrag unterschrieben hast, aber dir trotzdem nicht sicher bist, frag am besten nochmal nach. Sonst kann es am Ende zu unschönen Missverständnissen kommen. 

Einer ist Hauptmieter

Ein WG-Mitbewohner allein hat einen Mietvertrag mit dem Vermieter abgeschlossen. Wer sonst noch in der Wohnung lebt, gilt als Untermieter. Der Hauptmieter hat hier alle Rechte und Pflichten im Verhältnis zum Vermieter. Das heißt, er haftet auch für das Verhalten der anderen WG-Mitbewohner. Damit schuldet er zum Beispiel dem Vermieter Geld, wenn ein anderer WGler seine Miete nicht zahlt. Umgekehrt kann der Hauptmieter die ganze Wohnung kündigen, ohne dass er die Untermieter fragen muss. Die Nebenkosten, die im Mietvertrag aufgeführt werden, kann der Hauptmieter nach eigenem Ermessen (z. B. nach Zimmergröße) aufteilen. Schließlich ist er derjenige, der die Kosten tragen muss.

Alle sind Hauptmieter

In diesem Fall hat jeder Bewohner den WG-Mietvertrag unterschrieben. Will der Vermieter die Wohnung kündigen, muss er alle Bewohner einzeln darüber informieren. Umgekehrt reicht es nicht, wenn nur ein Mieter die Wohnung kündigt. Das müssen alle gemeinsam machen. Ebenso werden die im Mietvertrag genannten Nebenkosten gleichmäßig auf alle aufgeteilt.

Jeder ist Mieter

Hier mietet jeder WG-Mitbewohner sein eigenes Zimmer und anteilig gemeinsam genutzte Räume wie Küche und Bad. Damit ist er nur für seinen Bereich verantwortlich und begleicht zum Beispiel seine Nebenkosten separat. Möchte er sein Zimmer kündigen, kann er das im Alleingang. 

Was die Anschaffung von kleinen bis großen Geräten für die Wohngemeinschaft angeht, solltet ihr euch genauso einig sein. Eine Empfehlung: Kleinere Anschaffungen wie Toaster oder Wasserkocher können von einzelnen Personen übernommen werden. Das hat den Vorteil, dass bei einem Auszug klar ist, wem was gehört. Möbel oder größere Gerätschaften wie Waschmaschinen dagegen sollte jedes Mitglied anteilig zahlen. So vermeidet ihr Streit, wenn mal was kaputt geht. Voraussetzung ist natürlich, dass ihr vor dem Kauf darüber sprecht – auch über den Preis. Euren bezahlten Anteil könnt ihr euch notieren und beim Auszug als Abschlag an euren Nachmieter weitergeben.

Gemeinsam Spielen
Gemeinsam Lernen
Feiern in der WG
Gemeinsam Spaß haben
Rücksicht auf die Mitbewohner nehmen

Rücksicht nehmen

Du hast zwar dein eigenes Zimmer, Rücksicht auf deine anderen Mitbewohner musst du aber trotzdem nehmen. Spät nachts die Musik aufdrehen, stundenlang das Bad blockieren oder heimlich Vorräte leeren, ohne für Nachschub zu sorgen – da kann der Haussegen schon mal schief hängen. Versuche einfach, deinen Mitbewohnern keinen unnötigen Stress zu machen. Schließlich willst du morgens auch in Ruhe frühstücken, ohne erst einmal einen Ausflug in den Supermarkt machen zu müssen.

Auch was die Einhaltung der WG-Regeln angeht, kann etwas Rücksicht oft Wunder wirken. Deine Mitbewohner stecken mitten in der Prüfungsphase oder machen ordentlich Überstunden auf Arbeit? Dann übernimm doch du in dieser Woche das Einkaufen oder bring den Müll runter, auch wenn es eigentlich nicht deine Aufgabe wäre. Wenn es bei dir mal etwas stressiger wird, wirst du genauso froh sein, wenn dich jemand aus der WG entlastet.

Privatsphäre respektieren

Klar ist es interessant, aber die Post deiner Mitbewohner solltest du deshalb trotzdem nicht lesen. Und obwohl ihr vielleicht inzwischen echt gute Freunde geworden seid: Ohne Anklopfen in ein Zimmer zu platzen, oder wenn der andere nicht da ist, etwas darin zu suchen, ist für die meisten nicht okay. Auch wenn du sowas selbst nicht so eng siehst: Kläre Grenzen und WG-Regeln vorher mit deinen Mitbewohnern ab.

HausratversicherungFür den WG-Frieden, wenn doch mal was kaputt geht…

Putzen planen

Dreckiges Geschirr, schmierige Waschbecken und Kloschüsseln. Wo gelebt wird, hinterlässt man Spuren. Und die müssen gelegentlich beseitigt werden. Deshalb sollten deine WG-Regel auch einen Putzplan beinhalten. Darin haltet ihr fest, wer wann die gemeinsam genutzten Räume wie Küche, Bad oder Wohnzimmer vom Dreck befreit. Und vergesst den Flur nicht.

Der Vorteil einer Wohngemeinschaft: Aufgaben werden aufgeteilt. Nach einer WG-Party sollten trotzdem alle mit anpacken

Je nach Anzahl der Zimmer, Mitbewohner und gewünschtem Sauberkeitsgrad könnt ihr dann planen. Ob ihr Zimmer rotiert, jeder mal alles putzt oder einzelne Aufgaben verteilt werden, bleibt dabei euch überlassen. Festhalten könnt ihr das Ganze dann mithilfe einer klassischen Magnettafel, selbstgebastelten Papprädchen mit Wäscheklammern oder Apps.

Einkaufsliste führen

Eine weitere Pflicht im Dienst des Allgemeinwohls einer Wohngemeinschaft: Einkaufen. Dass ihr euch einiges für den täglichen Bedarf teilt, ist sinnvoll und wie ihr das finanziell regelt, habt ihr bereits geklärt. Damit das aber wirklich funktioniert, braucht ihr vor allem eines: eine Einkaufsliste. 
Klingt nach einer der simpelsten WG-Regeln, vermeidet aber jede Menge Ärger. Das Öl ist leer? Entsorge die Flasche und trag es direkt in die Liste ein. So weiß jeder Bescheid, an was es gerade fehlt und kann auf einen Blick sehen, was beim nächsten Einkauf mitzubringen ist. Der Vorteil von digitalen Helfern gegenüber einer Tafel oder einem Magnetboard: Ihr könnt auch direkt sehen, welcher Mitbewohner die letzten Male für die WG eingekauft hat, einen Kassensturz machen, Beiträge aufteilen und so Ungerechtigkeiten vermeiden.

Die WG-Helfer App

Ob für die Einkaufsliste, den Putzplan oder Finanzielles: Mittlerweile gibt es Apps, die euch das WG-Leben um einiges leichter machen. So spart ihr euch außerdem noch unangenehme Gespräche über ausstehende Pflichten. Ein absoluter Allrounder ist dabei die Flatastic-App. Die gibt’s für iOS oder Android.

Besuch abstimmen

Das Tolle an Wohngemeinschaften ist, dass ständig jemand da ist und du nicht alleine auf dem Sofa versauerst. Vor allem, wenn du neu in eine Stadt ziehst, in der du noch niemanden kennst, ist es schön, wenn du über deine Mitbewohner neue Leuten kennen lernst oder mit ihnen gemeinsam Zeit verbringst. Es kann aber auch nerven, wenn dauernd fremde Menschen in der eigenen Wohnung rumhängen. Gerade wenn dann noch Chips oder Bier aus dem WG-Vorrat verschwinden, Fremde das Fernsehsofa in Beschlag nehmen oder man einfach keine Ruhe mehr hat. Klärt auch hier gemeinsam eure Grenzen und steckt entsprechend eure WG-Regeln fest.

Zuverlässig sein

Ob die Pflege der Zimmerpflanzen, wenn deine Mitbewohner mal im Urlaub sind, die Einhaltung des Putzplans oder das Versprechen einkaufen zu gehen: Sei zuverlässig. Ansonsten wird nicht nur das WG-Klima dauerhaft belastet, man wird dir auch mehr hinterher kontrollieren und davon ist nicht jeder Fan. Und wenn du den WG-Regeln und -Pflichten mal nicht nachkommen kannst, ist das kein Weltuntergang. Aber kommuniziere mit deinen Mitbewohnern und klärt gemeinsam, ob jemand anderes dieses Mal aushelfen kann.

„Kommuniziert die WG-Regeln klar, damit sich jeder an Absprachen halten kann.“

Miteinander Reden

Ihr wohnt zwar in einer Wohngemeinschaft, aber du musst dir nicht alles gefallen lassen. Wenn es dich zum Beispiel stört, dass ständig Haare im Abfluss hängen oder der Boden nicht gewischt wird, dann schlucke deinen Ärger nicht runter, sondern sprich das Thema unter vier Augen oder in der Gruppe an. 

Vereinbart regelmäßige WG-Meetings. Dabei muss es nicht jedes Mal etwas zu besprechen geben. Aber wenn der Fall eintritt, solltet ihr bereit sein, einander zuzuhören. Das dient langfristig dem sozialen Frieden – auch wenn dein eigenes Verhalten mal Thema sein sollte. Wenn ihr einander respektvoll begegnet, werdet ihr merken, dass solche Gespräche wesentlich besser sind, als wenn sich der Ärger über einen längeren Zeitraum aufstaut. 

Gemeinsam Spaß haben

Nichts entspannt die Atmosphäre in einer Wohngemeinschaft mehr, als gemeinsam eine schöne Zeit zu haben. So lernst du die spaßigen Seiten deiner Mitbewohner kennen, ihr könnt engere Beziehungen aufbauen und der Fokus liegt nicht mehr nur auf nüchternen WG-Regeln. Wie wär’s also, wenn ihr einmal in der Woche gemeinsam kocht, ein Weinchen trinkt oder ab und zu mal einen Spieleabend veranstaltet? 

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