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Perfekt ins Vorstellungsgespräch

So rockst du das Frage-Antwort-Spiel

Die erste Hürde ist genommen. Mit deiner gelungenen Bewerbung oder über die Jobnetzwerke wie Xing und LinkedIn hast du den Personaler überzeugt und wurdest zum Vorstellungsgespräch geladen. Jetzt heißt es: Erstmal tief durchatmen.

Redakteur Merlin Nolte
von Merlin Nolte8 Januar, 2021
im Vorstellungsgespraech mit guter Vorbereitung punkten

Wenn die Einladung für das Bewerbungsgespräch kommt, vereinbare einen Termin, bei dem du noch ein paar Tage Zeit hast, das Gespräch perfekt vorzubereiten. Lass dir aber auch nicht zu viel Zeit, immerhin möchte dein zukünftiger Arbeitgeber die Stelle vermutlich schnell besetzten und Planungssicherheit haben. Hier zeigen wir dir, wie du dich auf dein Vorstellungsgespräch vorbereiten und die Zeit bis dahin optimal nutzen kannst, um im Gespräch einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen.

Am besten fängst du mit einer Recherche an, das Vorstellungsgespräch vorzubereiten.

Vorbereitung ist der halbe Job

Eine Einladung zum Vorstellungsgespräch sollte dir erstmal sagen: Du bist qualifiziert für den Job. Wärst du es nicht, wäre deine Bewerbung im Stapel des Personalers verschwunden. Im Bewerbungsgespräch geht es deshalb vor allem darum, mit deiner Persönlichkeit zu punkten und Zuverlässigkeit und Motivation auszustrahlen. Du solltest dir vor dem Gespräch klar machen, warum genau du die beste Wahl für die freie Stelle bist und was dich daran begeistert, im Unternehmen zu arbeiten. Das kannst du vorher gut üben, indem du mit Freunden und Familie über die Stelle sprichst und dir Gedanken zu typischen Fragen aus dem Vorstellungsgespräch machst. Selbstredend solltest du dafür alle Stationen deines Lebenslaufs im Kopf haben – und dir vorher bewusst machen, was deine Kernbotschaften im Lebenslauf sind. Hier einige typische Bewerbungsfragen, wie sie dich erwarten können – könntest du alle davon aus dem Stegreif beantworten?

  • Erzählen Sie doch mal: Was sollten wir über Sie wissen?
  • Warum haben Sie sich bei uns beworben?
  • Warum denken Sie, dass Sie der/die Richtige für den Job sind?
  • Warum haben Sie sich für die Ausbildung/das Studium entschieden?
  • Wie sind sie bisher mit ihren Kollegen ausgekommen?
  • Was erwarten Sie von Ihrer Anstellung bei uns?
  • Was sind Ihre Stärken, was ihre Schwächen?
  • Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
  • Wie verbringen Sie ihre Freizeit? 
  • Haben Sie Fragen an uns?
  • Was ist ihr Plan B, wenn Sie nicht bei uns anfangen können?

Im tatsächlichen Bewerbungsgespräch kannst du deine Antworten auf die Bewerbungsfragen dann souverän abrufen. Es kann dir übrigens auch passieren, dass dein zukünftiger Arbeitgeber dich erstmal auffordert, eine kurze Selbstpräsentation zu machen. Auf Karriereseiten wie zum Beispiel monster.de oder karrierebibel.de findest du ausführliche Fragenkataloge. Nutze sie und schreibe dir Notizen auf. Übrigens: Wenn du eine Bewerbung nach unserem Bewerbungs-Guide geschrieben hast, hast du dir bereits ein ausführliches Persönlichkeitsprofil erarbeitet, auf das du im Bewerbungsgespräch zurückgreifen kannst.

Betriebliche AltersvorsorgeDamit es im Ruhestand nicht knapp wird

Karriere-Coach: Was kann er, woran erkennst du einen guten Berater?

Ein Karrierecoach kann dir helfen, den richtigen Job zu finden. Sein Aufgabengebiet umfasst unter anderem:

  • Berufsorientierung
  • Unterstützung bei der Jobsuche
  • Hilfestellungen beim Verfassen von Bewerbungen (Lebenslauf, Anschreiben, Zeugnisse, ggf. Arbeitsproben etc. – sind deine Unterlagen vollständig?)
  • Vorbereitung des Vorstellungsgesprächs

Wichtig: Er ist nicht da, damit du dir einen faulen Lenz machst. Vielmehr erarbeitet ihr gemeinsam, wie du deine Karriere voranbringen kannst. Mittlerweile gibt es unzählige Karriere-Coaches, die dir das blaue vom Himmel versprechen. Daran erkennst du gute Berater:

  • Er bietet ein kostenloses Erstgespräch an. So findet ihr heraus, ob die Chemie stimmt und du gewinnst einen ersten Eindruck von seinen Kompetenzen.
  • Er formuliert den Coaching-Prozess klar und macht keine Versprechungen.
  • Er macht keinen Hehl aus der Kostenfrage; Honorare zwischen 150 und 200 Euro pro Stunde sind die Regel.

Er kann eine fundierte Coaching-Ausbildung vorweisen. Achte auf Zertifikate seriöser Berufsverbände wie der ECA (European Coaching Association).

Werde zum Experten für das Unternehmen

Informiere dich über das Unternehmen: Nichts macht einen besseren Eindruck, als wenn du im Vorstellungsgespräch souverän auf die Geschichte des Unternehmens, die Strukturen, Kunden, Zulieferer und die Unternehmenskultur zurückgreifen kannst. All das gehört zum Stellenprofil, das du vielleicht schon recherchiert hast, während du dein Anschreiben verfasst hast. Es gibt viele Möglichkeiten, mehr über das Unternehmen herauszufinden:

  • Die Website des Unternehmens: Deine erste Anlaufstelle, um dir einen Überblick zu verschaffen. Vermutlich bekommst du hier einen guten Überblick über die Erfolge, Kunden und Philosophie des Unternehmens.
  • Kundenmagazine & Social Media Profile: Hier findest du aktuelle Informationen, die das Unternehmen kommunizieren will. 
  • Medienberichte in Zeitungen und Fernsehen: Unbedingt solltest du wissen, womit das Unternehmen in den Medien war: Gab es einen Wechsel in der Geschäftsführung, wurden Preise gewonnen, ist vielleicht sogar etwas passiert, was das Unternehmen auf den eigenen Kanälen eher nicht erzählen würde?
  • Im Gespräch mit aktuellen oder ehemaligen Mitarbeitern: Vielleicht kennst du ja jemanden, der selber im Unternehmen arbeitet oder gearbeitet hat. Wenn ja, frage unbedingt vertrauensvoll nach den Dingen, die sich nicht ohne weiteres recherchieren lassen.
  • Bewertungsplattformen wie kununu: Etwas mit Vorsicht zu genießen. Hier schreiben aktuelle und ehemalige Mitarbeiter und Bewerber, was sie von dem Unternehmen halten. Manch einer macht hier nur seinem Ärger Luft, bei guten Arbeitgebern finden sich aber auch regelrechte Liebeserklärungen an das Unternehmen. So oder so findest du hier Infos, die es anderswo nicht gibt.

Diese Infos kannst du später auch für Rückfragen nutzen. Die Chance solltest du in jedem Fall ergreifen – für dich selbst und um einen guten Eindruck zu hinterlassen. Stell aber keine Fragen, die du locker auf der Website nachlesen kannst. Erkundige dich beispielsweise, ob die Stelle neu geschaffen wurde oder wie ein typischer Arbeitstag aussieht. Wenn möglich solltest du auch in Erfahrung bringen, mit wem du im Gespräch bist. Ein Personaler wird andere Fragen stellen als der Chef des Unternehmens, der Leiter der Abteilung für deinen Fachbereich kann Fachfragen stellen, die einem Personaler nicht in den Sinn kommen würden.
Auch auf die Frage nach dem Gehalt solltest du vorbereitet sein. Wenn du nicht schon im Anschreiben deine Gehaltsvorstellungen angeben musstest, wirst du das im Vorstellungsgespräch auf jeden Fall machen müssen. Wenn du gar keine Idee hast, ist unser Gehaltsvergleich für Niedersachsen ein guter Startpunkt. Bedenke dabei auch Benefits wie einen Firmenwagen, Zuschüsse zu Versicherungen, Betriebsrente, Bonuszahlungen und 13. und 14. Gehalt und natürlich die Anzahl an Urlaubstagen.

Mit ordentlicher, authentischer Kleidung kannst du auch beim Vorstellungsgespräch punkten und im Gedächtnis bleiben.

Dress to impress

Dass du zum Bewerbungsgespräch nicht in Jogginghose und Flip-Flops erscheinen solltest, sollte dich nicht überraschen. Was genau du aber zum Gespräch tragen solltest, hängt von der Stelle ab, auf die du dich bewirbst. Bei Banken und Versicherungen bist du mit einem Kostüm beziehungsweise Anzug gut beraten. In einer Marketingagentur geht es dagegen etwas legerer zu. Ein guter Anhaltspunkt sind Mitarbeiterfotos auf der Unternehmenswebsite. So oder so: Verkleiden solltest du dich nicht. Idealerweise trägst du neue, saubere, professionelle Kleidung, in der du dich wohlfühlst und die etwas über dich aussagt. Klassische No-Gos im Vorstellungsgespräch:       

  • Bauch- oder schulterfreie Oberteile
  • Mützen und Basecaps
  • kurze Hosen und Röcke
  • zu viel Make-up oder Parfüm
  • kaputte oder zerschlissene Kleidung

Das klassische Thema Piercings und Tattoos ist mittlerweile sehr branchen- und unternehmensabhängig. Als Anwaltsgehilfe oder Bankier solltest du Tattoos auf den Unterarmen lieber erstmal unter deinen Hemdsärmeln bedecken, in einer Werbeagentur musst du dir darum weniger Gedanken machen.

Die Ankunft im Unternehmen

Nichts ist schlimmer, als gestresst und kurz vor knapp oder sogar zu spät zu einem Vorstellungsgespräch zu kommen. Nicht nur, dass es einen schlechten Eindruck macht, es ist auch für dich nicht gut, schon gestresst ins Bewerbungsgespräch einzusteigen. Plane lieber eine halbe Stunde Puffer ein, recherchiere deinen Anfahrtsweg im Internet oder übe die Strecke schon mal und schau dir bei der Gelegenheit gleich an, wo du auf dem Betriebsgelände hinmusst.

Nach deiner Ankunft stellst du dich in der Regel am Empfang mit einer freundlichen Begrüßung, deinem vollen Namen, deinem Anliegen und dem Namen deines Gesprächspartners vor – so kann es keine Missverständnisse geben. Wenn dir ein Kaffee oder Wasser angeboten wird, schlage das nicht aus. Eine Winterjacke solltest du jetzt an der Garderobe lassen (und nach dem Vorstellungsgespräch wieder mitnehmen!) eine Anzugjacke hingegen ziehst du nur aus, wenn das dein Gegenüber auch tut. 

Wenn dein Gesprächspartner dich abholt, gibt dieser auch vor, wie die Begrüßung abläuft: Ein fester Händedruck oder erstmal nur ein distanziertes Zuwinken – dein Kontakt entscheidet, was angemessen ist. Am Ort des Bewerbungsgesprächs angekommen wartest du, dass dein Gesprächspartner dir einen Stuhl anbietet – oder setzt dich erst, wenn dein Gesprächspartner sitzt.

Der verflixte erste Eindruck

Für den ersten Eindruck gibt es keine zweite Chance. Eine Studie der Universität von Kalifornien in Berkeley ergab sogar, dass Personaler binnen 20 Sekunden entscheiden, ob sie jemanden sympathisch finden.

Soll heißen: Das Bewerbungsgespräch kann fachlich noch so gut sein, wenn die Chemie nicht stimmt, findet dein Gegenüber das bekannte Haar in der Suppe. Bleib einfach authentisch. Personaler durchschauen schnell, wenn sich jemand verstellt, um zu gefallen. Das kommt gut an:

  • Lächle!
  • Bleib locker: Gerade sitzen mit Körperspannung. Hände ruhig. Nicht zappeln.
  • Sei offen und freundlich.
  • Spiegle dein Gegenüber (ohne nachzuäffen!): Wenn der Personaler lächelt, lächle auch. Studien haben gezeigt, dass diese Verhaltensweise unterbewusst Vertrauen erweckt.

Überleg dir am besten im Voraus ein paar persönliche Anekdoten, die du in der Begrüßungsphase erzählst – sofern sich eine Gelegenheit ergibt.

Im Bewerbungsgespräch solltest du nur nicht die Ruhe verlieren: Denk lieber ein wenig nach, statt etwas Unüberlegtes zu sagen.

Antworten, die im Gedächtnis bleiben

Dein Aussehen kann noch so sympathisch sein: Wenn du deine Zähne beim Sprechen kaum auseinander bekommst oder wie ein Mäuschen redest, machst du beim Vorstellungsgespräch den Gesamteindruck zunichte. Sprich mit klarer, ruhiger Stimme. Das klappt am besten, wenn du gerade sitzt und deinem Gegenüber direkt in die Augen blickst – Augenkontakt ist ohnehin sehr wichtig im Gespräch. Nervosität ist völlig normal. Verliere dich trotzdem nicht in Bandwurmsätzen, nur um Stille zu vermeiden. So machst du es richtig:

  • Zuhören: Konzentriere dich auf das Gesagte, damit du nicht nachhaken musst.
  • Nachdenken: Lass dir Zeit mit deiner Antwort. Es kommt nicht auf Schnelligkeit, sondern auf Qualität an.
  • Sprechen: Mit Bedacht.

„Ich bin belastbar, teamfähig und engagiert.“ – gähn! Der Personaler erfährt damit einen Hauch von Nichts über dich. Außer, dass du die Stellenanforderungen noch im Kopf hast. Besser kommt Storytelling an! Verknüpfe die Eigenschaften mit Beispielen: In welchen Situationen hast du deine Teamfähigkeit schon unter Beweis gestellt? Inwiefern engagierst du dich und wofür? Gib dem Personaler beim Vorstellungsgespräch eine Chance, deine Persönlichkeit kennen und schätzen zu lernen.

Tipp: Wenn du über eine schwierige Frage länger nachdenken musst, dann greife zum Getränk. So überbrückst du die Zeit, bis dir eine gute Antwort einfällt.

Verabschieden und abwarten …

Das Vorstellungsgespräch beendet natürlich dein Gesprächspartner. Sobald du deine Fragen zum Unternehmen gestellt hast, wird er dich langsam verabschieden. Wenn ihr darüber noch nicht gesprochen habt, solltest du jetzt noch fragen, wann du Rückmeldung zu deiner Bewerbung bekommst. Die Antwort kann dir schon Aufschluss darauf geben, wie das Gespräch gelaufen ist: “Ich melde mich telefonisch bei Ihnen” ist erfolgversprechender als “Meine Assistentin informiert sie per Mail”. Direkt fragen, ob du die Stelle hast, solltest du auf keinen Fall. Unbedingt solltest du dich für die Zeit und das Gespräch bedanken und noch einmal sagen, dass du dich freuen würdest, im Unternehmen zu arbeiten.

Mach dir keine Gedanken, wenn es nicht gleich beim ersten Versuch klappt. Die Übung macht den Meister und eine Einladung zum Vorstellungsgespräch ist für deine weiteren Bewerbungen auch dann ein Erfolg, wenn du am Ende keine Anstellung bekommst.

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