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Unwetter in Niedersachsen: So wappnest du dich gegen die Gefahren

Auch in Niedersachsen nehmen Unwetter zu. Eine Ursache ist der Klimawandel, durch den es extremere Wetterlagen gibt. Starkregen sorgt für Überschwemmungen, Stürme decken ganze Dächer ab und Gewitter werden eine Gefahr für Spaziergänger. Wie du dich selbst und dein Hab und Gut absichern kannst, erfährst du hier.

Hauseigentümer haben bei Unwetter Verkehrssicherungspflicht

Bevor ein Unwetter in Niedersachsen zuschlägt, sollten Hauseigentümer rechtzeitig das Gebäude und gegebenenfalls den Garten absichern. Als stolzer Besitzer eines Eigenheims musst du dafür sorgen, dass keine Personen oder Sachen zu Schaden kommen – zum Beispiel durch herabfallende Ziegel oder Äste, die auf Autos landen. Das Dach und die Bäume auf dem Grundstück solltest du deshalb regelmäßig kontrollieren – besonders zur Sturmsaison im Herbst. Das gilt auch für wackelige Zäune und bewegliche Teile an der Fassade. Bei einer Unwetterwarnung für Starkregen lohnt sich ein Check der Regenrinne: Ist sie verstopft, kommt es schnell zu einem Wasserschaden. Und auch verstopfte Abflüsse im Keller sind ein Risiko. Hochwasserschutz für Türen und Fenster gehört in besonders gefährdeten Gebieten zum Pflichtprogramm. Lass dich als Hauseigentümer ruhig von Bauspezialisten vor Ort beraten, mit welchen Maßnahmen du dein Haus absichern kannst. Unter anderem die Region, die genaue Lage und der Zustand des Gebäudes spielen dabei eine wichtige Rolle.

Auch für Mieter gilt: Unwetterwarnung ernst nehmen

Wer kein Haus besitzt, kann bei Sturm, Starkregen und Gewitter ganz entspannt bleiben? Das stimmt so nicht! Auch als Mieter solltest du dich bei einem Unwetter in Niedersachsen richtig verhalten. Zum Beispiel können schlecht befestigte Blumenkästen an deinem Balkon bei Sturm hinuntergeweht werden und Fußgänger verletzen. In so einem Fall kannst du haftbar gemacht werden. Bewegliche Dinge wie Gartenmöbel und Sonnenschirm räumst du am besten nach drinnen. Und auch an deine Inneneinrichtung solltest du denken: Bleibt ein Fenster offen, richten Sturm und Regen schnell Schäden an – nicht nur an der Wohnung, sondern auch an deinen persönlichen Gegenständen.

Elektronische Geräte solltest du bei Gewitter oder Hochwassergefahr am besten vom Strom nehmen oder an Steckdosenleisten mit Überspannungsschutz anschließen. Wenn in der Umgebung irgendwo ein Blitz einschlägt, kann es sonst zu sogenannten Überspannungsschäden an Geräten kommen: Blitzströme gelangen über die elektrischen Leitungen in der Erde ins Haus. Dadurch kommt es zu Kurzschlüssen oder sogar Bränden.

Hochwasser-, Hagel- und Sturmschäden: Welche Versicherung zahlt?

Das Inventar deiner Wohnung, also Möbel und andere Gegenstände, ist über die Hausratversicherung geschützt. Sie kommt auch für Überspannungsschäden nach einem Unwetter in Niedersachsen auf. Abgedeckte Dächer und ähnliche Sturmschäden an einem Haus übernimmt die Wohngebäudeversicherung des Eigentümers. Unter Umständen kann auch die Haftpflichtversicherung wichtig werden, und zwar wenn Dritte durch dein Verhalten zu Schaden gekommen sind.

Bei einem Sturm- oder Hagelschaden am Auto kommt es auf die Art deiner Kfz-Versicherung an: Eine Teil- oder Vollkaskoversicherung übernimmt die Kosten für kaputte Scheiben und verbeultes Blech. Wenn du nur eine Kfz-Haftpflichtversicherung hast, musst du die Reparaturkosten dagegen selbst tragen.

Bei allen Unwetterschäden gilt: Dokumentiere die Schäden und setze dich so schnell wie möglich mit deinem Versicherer in Verbindung.

Unwetter Niedersachsen: Dunkle Wolken über Wiesen
Wenn sich ein Gewitter auftut, suche schnell Schutz.

Die schlimmsten Unwetter in Niedersachsen

Immer wieder fegen Orkane über Niedersachsen hinweg und hinterlassen umgestürzte Bäume, zerstörte Häuser und kaputte Autos. Manche sind dabei besonders erbarmungslos. Die Namen dieser Stürme werden die Menschen im Norden wahrscheinlich nicht so schnell vergessen:

  • Vincinette (1962): Entwurzelte Bäume und abgedeckte Dächer verursachte dieser Orkan mit Tempo 130 in Norddeutschland. Besonders hart traf es allerdings Hamburg: Es kam zur Sturmflut, in der über 300 Menschen starben.
  • Quimburga (1972): Der Orkan war einer der schlimmsten, die im 20. Jahrhundert in Mitteleuropa auftraten. Rund zehn Prozent der Waldfläche Niedersachsens wurden dabei zerstört. Allein in Niedersachsen kamen 21 Menschen ums Leben, in ganz Deutschland sogar 73.
  • Kyrill (2007): Im Harz wurden durch den Orkan ganze Waldflächen vernichtet. Der Zugverkehr in Deutschland stand fast völlig still.
  • Niklas (2015): Als einer der schwersten Stürme der vergangenen 30 Jahre brachte er die Züge in Norddeutschland zum Stehen. Das Besondere: Niklas war ein Frühlingssturm und dafür ungewöhnlich spät dran – Ende März wehte er über Niedersachsen.
  • Xavier (2017): Xavier war ein früher Herbststurm. Da die Bäume noch recht viele Blätter hatten, wurden sie vom Unwetter besonders stark mitgenommen. In Nord- und Ostdeutschland forderte der Sturm acht Menschenleben.
  • Friederike (2018): Anfang des Jahres fegt Orkan Friederike mit Spitzengeschwindigkeiten von rund 200 km/h durchs Land. Acht Menschen kommen ums Leben.

Was tun bei Gewitter draußen? So schützt du dich

Wenn dich ein Gewitter erwischt, während du draußen unterwegs bist, versuchst du am besten, dich in Sicherheit zu bringen. Ideal ist ein festes Gebäude oder ein Auto. In einem Fahrzeug mit Metallkarosserie bist du vor Blitzschlag geschützt, weil dort ein sogenannter Faradayscher Käfig entsteht: Der Strom wird in die Erde abgeleitet. Wenn du während des Unwetters gerade in Niedersachsen zelten bist, solltest du ebenfalls versuchen, dich in ein Gebäude oder ein Auto zu retten. Im Zelt kann ein Blitz in das Gestänge einschlagen.

Doch was ist, wenn dich ein Gewitter in freier Natur überrascht? Bäume sind dann kein guter Unterschlupf, denn Blitze schlagen am höchsten Punkt ein. Mitten im Gelände suchst du dir am besten eine flache Stelle, die tiefer liegt als die übrige Landschaft. Dort kauerst du dich hin. Halte dabei Abstand zu Strommasten, Antennen oder Pfeilern.

Übrigens: Noch eben schnell mit dem Fahrrad nach Hause zu fahren, kann bei einem drohenden Gewitter gefährlich werden. Oft ist es schwer einzuschätzen, wie weit das Unwetter entfernt ist. Und das Metall des Fahrrads erhöht das Risiko. Im Zweifel also lieber abwarten!

Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, vom Blitz getroffen zu werden?

Etwa vier Menschen sterben in Deutschland pro Jahr durch einen Blitzschlag. Das bedeutet bei rund 80 Millionen Einwohnern: Die Wahrscheinlichkeit, vom Blitz getroffen zu werden, liegt bei eins zu 20 Millionen. Damit ist es wahrscheinlicher, sechs Richtige im Lotto zu tippen, wenn du ein Jahr lang jede Woche spielst. Außerdem kannst du dem Blitzschlag vorbeugen, indem du dich vorsichtig verhältst und die oben genannten Verhaltenstipps befolgst. Dadurch sinkt das Risiko noch weiter./span>

Unwetter Niedersachsen: Frau nutzt Smartphone auf verregneter Straße
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Sicher in Niedersachsen: Mit Unwetter-Apps immer informiert

Richtig vorbereiten kannst du dich natürlich nur, wenn du weißt, wann das nächste Unwetter in Niedersachsen droht. Die VGH Wetter-App bringt dich immer auf den neuesten Stand: Du erhältst Unwetterwarnungen und einen Regen-, Wolken- und Blitzradar. So kannst du checken, ob das Wetter der nächsten Tage und Stunden zu deinen Plänen passt. Push-Mitteilungen mit Unwetterwarnungen sorgen dafür, dass du auf gefährliche Situationen vorbereitet bist. Die App gibt es für iOS– und Android-Geräte. Zusätzlich bekommst du mit der Warnsystem-App KATWARN allgemeine Meldungen und Informationen zu lokalen Katastrophen direkt auf dein Handy.

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