Studieren ohne Abitur: So geht’s!

Studieren geht nur mit Abi in der Tasche? Stimmt nicht! Auch eine Berufsausbildung oder andere Qualifikationen reichen unter bestimmten Voraussetzungen aus, damit du studieren kannst. Wir sagen dir, worauf es ankommt.

Das erfährst Du in diesem Artikel

Viele Wege führen zum Studium

Um an einer Universität oder Fachhochschule studieren zu können, brauchst du eine Zugangsberechtigung. Also etwa ein Abitur oder Fachabitur. Dass du aber ausschließlich mit Abi in der Tasche studieren kannst, stimmt nicht. In Niedersachsen gibt es grundsätzlich vier Wege, Student oder Studentin zu werden – etwa an der Uni Hannover, der Uni Osnabrück, einer Fachschule oder im Rahmen eines dualen Studiums:

  1. Mit der Allgemeinen Hochschulreife (Abitur) kannst du alle Studiengänge an allen Hochschulen absolvieren.
  2. Mit einem Abschluss der Fachoberschule bekommst du die Fachhochschulreife und kannst alle Fachhochschulstudiengänge studieren (in Niedersachsen teilweise auch an Universitäten).
  3. Hast du den Abschluss der Berufsoberschule in der Tasche, erhältst du die fachgebundene Hochschulreife für Universitäten und gleichgestellte Hochschulen. Die Fachrichtung der besuchten Berufsoberschule gibt dann vor, welche Studiengänge du belegen darfst.
  4. Und auch mit einer Berufsausbildung kannst du ins Studium starten: etwa als Meister/in, Betriebswirt/in oder nach abgeschlossener Ausbildung mit mehreren Jahren Berufserfahrung (mehr dazu weiter unten).

Studieren in Niedersachsen: alle Infos auf einen Blick

Das Niedersächsische Hochschulgesetz (NHG) regelt genau, wer wo und unter welchen Bedingungen studieren darf. Auf www.studieren-in-niedersachsen.de findest du alle Infos rund um dein Studium in Niedersachsen. Mit Tipps zur Bewerbung und Studienwahl, einem Hochschullexikon und vielem mehr! Lohnen tut sich auch ein Blick auf die Seite der Offenen Hochschule Niedersachsen (OHN).

Meister, Betriebswirt & Co.: Studieren mit zusätzlichem Fortbildungsabschluss

Wenn du eine Berufsausbildung absolviert hast und einen zusätzlichen Fortbildungsabschluss in deinem Beruf erreicht hast, darfst du in Niedersachsen studieren – und zwar wo und was du willst.

Das gilt für alle, …

  • die einen Meistertitel haben
  • die staatlich geprüfte/r Techniker/in oder Betriebswirt/in sind
  • die einen Fortbildungsabschluss haben (z.B. Gepr. Fachwirt/in, Gepr. Fachkauffrau/mann in unterschiedlichen Fachrichtungen)
  • die ein Befähigungszeugnis für den nautischen oder technischen Schiffsdienst haben
  • die einen Fachschulabschluss haben (z.B. staatlich anerkannte/r Erzieher/in)
  • die eine Fortbildung für Berufe im Gesundheitswesen oder für sozialpflegerische oder sozialpädagogische Berufe gemacht haben (Fachkraft für operative und endoskopische Pflege, Pflegedienstleiter/in)

Details zum nötigen Umfang der Fortbildungen findest du hier. Wichtig: Dein Zeugnis muss für die Bewerbung an einer Hochschule immer eine Durchschnittsnote ausweisen!

Fachgebundene Hochschulzugangsberechtigung: die „3 plus 3-Regelung“

Auch, wenn du eine dreijährige Berufsausbildung gemacht und danach mindestens drei Jahre Berufserfahrung gesammelt hast, kannst du ohne Abitur in Niedersachsen studieren. Dir stehen dann fachgebunden verschiedene Studiengänge offen, die deinem gelernten Beruf nahestehen. Als Industriemechaniker/in könntest du zum Beispiel einen ingenieurwissenschaftlichen Studiengang wie Maschinenbau beginnen, als Tierpfleger/in Tiermedizin studieren und als Bürokaufmann/frau Rechtswissenschaften. Welche Studiengänge genau mit welchem Jobprofil möglich sind, wird von den einzelnen Hochschulen festgelegt. Tipp: Da sie zum Teil inhaltlich unterschiedliche Schwerpunkte setzen, lohnt es sich, sich bei verschiedenen Hochschulen zu informieren.

Studieren ohne Ausbildungs- oder Fortbildungsabschluss: die Zulassungsprüfung

Und es gibt noch einen dritten Weg, in Niedersachsen mit dem Studium zu beginnen – auch ohne Ausbildungs- oder Fortbildungsabschluss: die fachbezogene Hochschulzugangsberechtigung durch Prüfung (auch Immaturen- oder Z-Prüfung genannt). Bestehst du diese Zulassungsprüfung, kannst du ein Fach deiner Wahl studieren. Voraussetzung sind neben einem Schulabschluss auch eine abgeschlossene Ausbildung oder aber längere Berufstätigkeit sowie der Nachweis bestimmter Prüfungsvoraussetzungen. Die Prüfung besteht dann aus mehreren Klausuren (Deutsch, Englisch, Mathe/Biologie), einer mündlichen Prüfung (Allgemeinwissen), einer fachbezogenen Hausarbeit sowie einer zugehörigen mündlichen Prüfung. Weitere Infos zur Zulassungsprüfung und zur Anmeldung bekommst du zum Beispiel beim Niedersächsischen Landesinstitut für schulische Qualitätsentwicklung.

Sonderregelungen und Ausnahmefälle

Keine Regel ohne Ausnahme, das gilt auch beim Studieren ohne Abitur. Wenn du einen künstlerischen Studiengang belegen möchtest, reicht statt dem Nachweis einer Hochschulzulassung in Ausnahmefällen der Nachweis einer „überragenden künstlerischen Befähigung“ – je nach Hochschule meist in Form einer Mappe mit Arbeiten. Auch der Nachweis einer besonderen „wissenschaftlichen Befähigung“ ermöglicht in Einzelfällen den Zugang zu einer Hochschule.

Zeitmanagement: Junge Geschäftsfrau schüttelt jemandem die Hand

Arbeiten bei der VGH

Auch bei den VGH Versicherungen hast du die Möglichkeit, neben der Ausbildung ein Studium zu absolvieren. Schau doch mal auf unserem Karriereblog vorbei: Auf karriere-blog.vgh.de findest du viele spannende Jobgeschichten und alle aktuellen Stellenangebote. Wir freuen uns auf deine Bewerbung!

Ein Angebot der
VGH ÖVB

Ähnliche Beiträge

Kommentare sind geschlossen.