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Erweitere deinen Horizont: Wie du mit einem Sprachtandem erfolgreich eine neue Sprache lernst!

Um neue Sprachen und Kulturen kennenzulernen, muss man nicht zwangsläufig das Land verlassen: Sprachtandems bieten die Möglichkeit, kostenlos eine Sprache zu lernen, den eigenen Horizont zu erweitern und vielleicht sogar neue Freundschaften zu schließen.
Interesse geweckt? Auch in Niedersachsen gibt es viele Universitäten, die solche Partnerschaften vermitteln. Wie du dir auch ein Sprachtandem organisierst und welche Dinge es dabei zu beachten gibt, erklären wir dir hier.

Was ist ein Sprachtandem?

Das Tandem, allgemein als Fahrrad für zwei Personen bekannt, steht als Symbol für eine Variante des Sprachenlernens, bei der sich zwei Personen gegenseitig ihre Muttersprache beibringen. Der Clue dabei: Statt dröge zusammen die Grammatik durchzupauken, kann man mit seinem Tandempartner durch Gespräche und gemeinsame Aktivitäten einen weitaus authentischeren Zugang zur Fremdsprache gewinnen. Im Idealfall lernt man die neue Sprache also „ganz nebenbei“ und verbessert obendrein noch seine interkulturellen Kompetenzen. Klingt doch ziemlich gut, oder?

Für blutige Anfänger ist die Methode jedoch ungeeignet, vor allem wenn die Kommunikationslücke nicht durch eine Brückensprache (z. B. Englisch) überwunden werden kann. Gewisse Grundkenntnisse, sprich als „fortgeschrittene Anfänger“ sollten sich deshalb beide bezeichnen können. Als fortgeschrittener Anfänger giltst du, wenn du langsam, aber sicher die korrekte Zeitform anwenden und benutzen kannst. Tipp: Wenn du nebenbei noch einen „richtigen“ Sprachkurs belegst, kannst du aber durchaus auch als kompletter Neuling viel von einem Tandempartner lernen.

Zwei junge Männer schauen auf ein Smartphone.
Anfangs kann die Verständigung noch schwierig sein: Übersetzungs-Apps können helfen.

Warum lohnt sich ein Tandem?

Um eine neue Sprache zu lernen, reicht es nicht aus, jede grammatikalische Regel zu beherrschen. Man muss sie mit allen fünf Sinnen erleben. Am besten klappt das natürlich, wenn man direkt vor Ort auf all die Facetten der anderen Kultur trifft. Als Vorbereitung für einen Auslandsaufenthalt sind Sprachtandems jedoch eine hervorragende Trockenübung. Pluspunkt dabei: Man lernt nicht nur viel über die andere Sprache, sondern auch über die eigene. Denn bei einem Tandem ist man immer Lehrer und Schüler zugleich. Du wirst merken, eine neue Sprache zu lernen kann unter Umständen ähnlich kompliziert sein wie die eigene Sprache zu lehren.

Aber keine Angst: Niemand erwartet Meisterleistungen von dir. Am Ende ist es am wichtigsten, dass ihr möglichst viel miteinander kommuniziert und so ein Gefühl für die Sprache bekommt. Das gelingt besonders gut durch den direkten Alltagsbezug. Schließlich ist es vor Ort hilfreicher zu wissen, wie du dich an der Supermarktkasse verhältst oder im Restaurant bestellst, als ein Gedicht in der Fremdsprache analysieren zu können.

Wo finde ich meine Tandempartner?

Die beste Anlaufstelle für die Vermittlung von Tandempartnern sind Universitäten. In der Regel findest du die Tandemplattformen über die jeweilige Homepage. Manchmal gibt es auch Aushänge am Schwarzen Brett. Dabei ist es in den meisten Fällen allerdings keine Voraussetzung, dass du dort studierst. Für genauere Angaben informiere dich jedoch vor Ort. Solltest du eingeschrieben sein, kannst du dir die Tandemzeit meist auch als Leistung anrechnen lassen. Dafür musst du dich allerdings auch mit mehr Formalitäten auseinandersetzen. Oft ist es üblich, dass man seine Lernfortschritte in einem Tagebuch festhalten muss und eine bestimmte Anzahl an Treffen nachweisen muss. Du solltest aber, egal ob mit oder ohne Nachweisambitionen, zuverlässig zu euren Sessions kommen, da Kontinuität zum Gelingen einer erfolgreichen Sprachpartnerschaft unbedingt dazugehört. Wenn du gleich weißt, dass du damit Schwierigkeiten hast, musst du dir überlegen, ob das die richtige Methode für dich ist.

Wie finde ich den perfekten Tandempartner?

Wenn du dich dazu entschlossen hast im Tandem eine neue Sprache zu lernen, ist die Suche nach einem geeigneten Partner der nächste wichtige Schritt. Damit du möglichst viel davon profitierst, solltest du die Suche strategisch angehen.

Schreibe eine vollständige Anzeige

In der Regel musst du zuerst ein Inserat ausfüllen, in welchem du etwas über dich schreiben sollst. Klar hast du womöglich keine besonders große Lust, hier nun einen ewig langen Roman zu verfassen. Jedoch solltest du im Hinterkopf behalten, dass du lieber auf jemanden treffen möchtest, mit dem du dich über Themen austauschen kannst, die euch beide interessieren. Also gib dir hier etwas Mühe! Tipp: Dasselbe Alter ist natürlich kein Muss, kann aber durchaus helfen. Es empfiehlt sich auch herauszufinden, aus welcher Motivation heraus dein Gegenüber die Sprache lernen will. Am besten ist es jemand, der mehr als „just-for-fun-“ motiviert ist.

Habt euer erstes „Date“

Hattet ihr ein Match, solltet ihr euch erst mal auf einen Kaffee treffen und gucken, ob die Chemie auch offline stimmt. Denn schließlich kann es ziemlich anstrengend werden, wenn man die Grenzen des Smalltalks mit seinem Gegenüber nicht überschreiten kann.

Macht einige Regeln aus

Ihr seid euch sympathisch? Gut! Dann könnt ihr in der gemeinsamen „starken“ Sprache eure Vorgehensweise planen. Denn bei aller Lockerheit braucht es einige Regeln, an die ihr euch halten solltet, um am Ende beide Lernfortschritte zu machen. Klärt also im Vorfeld ab, wie viel Zeit ihr beide für die jeweiligen Treffen habt und teilt diese dann gleichmäßig auf euch auf. Es ist für den gerechten Lernfortschritt sehr wichtig, dass ihr dann in den jeweiligen Time Slots bei der einen Sprache bleibt und nicht zwischendurch hin und her wechselt.

Zwei junge Männer schauen auf ein Smartphone.
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Rundum sicher im Ausland

Ein Sprachtandem kann dich sprachlich für deinen nächsten Urlaub fit machen. Vor Ort kannst du dann von deinen Fremdsprachenkenntnissen profitieren und deine Skills noch weiter ausbauen. Denn: Im Reiseland lernt es sich nochmal schneller, da du rund um die Uhr von der Fremdsprache umgeben bist. Im Straßenverkehr, im Restaurant oder beim Einkaufen. Damit du dich bei deinem nächsten Trip voll und ganz auf Kultur, Sprache und vor allem Spaß konzentrieren kannst, empfehlen wir dir eine Reisekrankenversicherung. Diese erspart dir eine Menge Geld und Ärger, solltest du dich im Krankheitsfall von einem Arzt im Ausland behandeln lassen müssen. Du kommst aus Bremen oder Bremerhaven? Hier findest du alle Infos zur Reisekrankenversicherung der ÖVB.

Wie wird meine Tandemerfahrung erfolgreich?

Natürlich gibt es kein Geheimrezept für die perfekte Tandempartnerschaft. Dennoch kannst du ein paar Tipps beherzigen, damit du am Ende auch erfolgreich aus der Partnerschaft herausgehst.

Bleib dran und fahr zweigleisig

Man hat viel um die Ohren, eine neue Sprache zu lernen ist anstrengend. Trotzdem solltest du dafür sorgen, Kontinuität zu bewahren. Aber auch andersherum: Wenn du das Gefühl hast, dein Gegenüber sagt öfters ab oder ist einfach nicht so sehr bei der Sache, dann fahr ruhig zweigleisig und halte Ausschau nach einem weiteren Tandempartner. Laut Gabriel Gelman von Sprachhelden ist mehr hier tatsächlich mehr. „Als Faustregel empfehle ich doppelt so viele Partner zu haben, wie Gespräche du pro Woche führen willst.“ Also ran an die Suche!

Sei geduldig und ein bisschen spießig

Sei geduldig mit dir (und mit deinem Tandempartner). Es kann immer passieren, dass man etwas einfach noch nicht versteht oder einem selbst die leichtesten Vokabeln nicht einfallen. Oder vielleicht fühlst du dich auch gehemmt, die noch nicht perfekten Sätze über die Lippen zu bringen. Das ist alles ganz normal und sollte dich nicht davon abbringen weiterzumachen.

Wenn du nachhaltig Fortschritte machen willst, solltest du dir zu den jeweiligen Treffen immer ein kleines Notizbuch mitbringen. Auch wenn du es nicht ständig benutzt, ist es sehr hilfreich, dort am Ende einzutragen, was du bei dem jeweiligen Treffen gelernt hast. Um eine gewisse Dynamik zu erhalten, kannst du dir ebenfalls notieren, was du in der Zukunft lernen willst. Auch für Vokabeln kann so ein kleines Heftchen sehr nützlich sein.

Werde kreativ

Statt euch immer nur zu unterhalten, könnt ihr auch mal kleinere Texte aus Zeitungen o.Ä. zusammen lesen, die jeder für den anderen vorbereitet hat. Wenn ihr ein gemeinsames Hobby habt, probiert euch darüber auszutauschen. Und wenn ihr mal gar keine Idee mehr habt, macht es wie bei jedem in Richtung Langeweile abdriftenden Abend in der Küche: Zeigt euch die angesagtesten Videos auf YouTube!

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