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Sparen: Warum du etwas auf die hohe Kante legen solltest

Sparen spielt keine oder nur eine untergeordnete Rolle in deinem Leben? Damit bist du nicht allein. Eine Umfrage von TNS Infratest hat ergeben, dass fast jeder vierte junge Mensch gar nichts spart. Dabei halten wir uns seit über 90 Jahren am Weltspartag vor Augen, wie wichtig es ist, sich etwas auf die hohe Kante zu legen. Hier erfährst du, warum „Sparen“ Sinn macht, auch wenn du im ersten Moment nichts davon hast.

Wir sparen schon sehr lange

Seitdem in Mailand 1924 der Weltspartag von Banken-Vertretern aus 28 verschiedenen Nationen ins Leben gerufen wurde, denken wir regelmäßig ans Sparen. Der Weltspartag, der alljährlich in der letzten Oktoberwoche stattfindet, soll uns vor Augen führen, wie wichtig es ist, Geld für unsere Zukunft zurück- und vernünftig anzulegen. Auch wenn es sich scheinbar nicht lohnt beim ewigen Niedrigzins das Sparschwein zu füllen, solltest du schon heute anfangen, Geld zur Seite zu legen. Warum, das erklärt dir Jörg Sinner, VGH-Vorstand für Kapitalanlagemanagement und Personenversicherungen.

Warum sollte ich sparen?

Das diesjährige Vermögensbarometer des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV) zeigt, dass die Deutschen mit ihren Finanzen so zufrieden sind wie seit 10 Jahren nicht mehr. Dennoch sind viele verunsichert und fürchten in dieser Niedrigzinsphase um ihr Erspartes. Das trübt natürlich die Freude am Sparen. Vor allem junge Leute ergreifen nur wenige Maßnahmen, um für die Zukunft vorzusorgen. Dabei gibt es viele gute Gründe, um zu sparen: Zum Beispiel für die Versorgung im Alter oder kurzfristige Investitionen.

Darum solltest du privat vorsorgen

Klar, die gesetzliche Rente macht einen wichtigen Teil deiner Altersvorsorge aus. In der HAZ und der SZ erklärt Bernd Raffelhüschen, Professor für Finanzwissenschaften, dass man rund 60% des letzten Monatseinkommens benötigt, um seinen Lebensstandard zu sichern. Der Vermögens-Experte prognostiziert besonders für die Jüngeren ein Problem: Die 20- bis 35-Jährigen werden mit nur rund 39% aus der gesetzlichen Rentenkasse unterstützt. Um dieser Rentenlücke zu entgehen, solltest du schon jetzt privat vorsorgen. Beispielsweise mit der Riester-Rente oder einem anderen kapitalmarktnäheren Altersvorsorgeprodukt. Besonders für junge Leute kann es sich lohnen, ein höheres Risiko in der Altersvorsorge einzugehen. Zum Beispiel mit Aktienfonds.

Aktien? Ist in Deutschland der Handel mit Wertpapieren nicht eher unpopulär?

Ja, das stimmt. Deutsche lieben Bankeinlagen. Bloß kein Risiko. Ein Großteil der Sparer scheut die Anlage in Wertpapiere. Dadurch geht ihnen allerdings buchstäblich Rendite durch die Lappen. Gerade in jungen Jahren kann es aber Sinn machen, etwas mehr Risiko einzugehen. Mittels lang angelegter Sparpläne kannst du langfristig vom Aktienmarkt profitieren. Natürlich ist das alles mit einem Risiko verbunden. Du solltest auch nie ein Totalverlustrisiko eingehen, sondern deiner Altersvorsorge eine gesunde Mischung Aktien (bis zu 30%) beifügen. Du kannst ein größeres Risiko eingehen, je eher du in den Aktienmarkt einsteigst, meint auch Finanzexperte Ralf Scherfling. Denn: Je länger der Anlagezeitraum, umso leichter kannst du Kursschwankungen an der Börse aussitzen. Bei einer durchschnittlichen Rendite von rund 8% (Durchschnittswert der vergangenen Jahre) und einer Haltedauer von über 15 Jahren kann dabei schon richtig was rumkommen. Deine Risikobereitschaft wird in dem Fall belohnt.

Wichtig: Notgroschen ansparen

Es gibt kein Gesetz dafür, wie du dein Geld am besten anlegst. Aber du solltest auf jeden Fall einen Notgroschen beiseite legen. Dieser schützt dich in unvorhergesehenen Situationen vor finanziellen Problemen. Egal, ob dein Auto nicht mehr anspringt, deine Waschmaschine nicht mehr schleudert oder dein Smartphone den Geist aufgibt: Wenn du deinen Notgroschen auf ein Tagesgeldkonto oder Sparbuch legst, kommst du innerhalb eines Tages an dein Erspartes und bleibst flexibel. Mit diesem Vergleichstool findest du ein geeignetes Tagesgeldkonto für dich.

Junges Paar steht gut gelaunt in der Küche hinter dem Laptop
Kinder in Sicht? Sparen nicht vergessen!

Einfache Spartipps

Mit etwas Mühe und Disziplin kann jeder sparen:

1. Ausgaben-Tagebuch: Schreibe auf, wofür du Geld ausgibst. Mit einem monatlichen Überblick deiner Ausgaben kannst du gut einschätzen, in welchen Bereichen du Geld im Alltag sparen kannst. Eine beliebte Haushaltsbuch-App ist MoneyControl für iOS, Android und Windows Phone.

2. Motivation: Du brauchst ein Ziel, auf das du hinsparen kannst. Beispielsweise eine Reise, ein Auto oder eine eigene Wohnung. Mit diesem ständigen Wunsch vor Augen fällt es dir leichter, an anderer Stelle sparsamer zu leben.

3. Zurücklegen: Im Idealfall legst du monatlich rund 10% deiner Einkünfte zurück. Überlege dir auch gut, wo du deine Sparrücklagen anlegst.

Beispiel für monatliche Rücklagen

Um die empfohlene Sparquote von 10% einzuhalten, müsstest du bei monatlichen Nettoeinnahmen von 1.500€ jeden Monat 150€ auf ein Tagesgeldkonto oder Sparbuch einzahlen.

Wofür sparen die Deutschen?

Dass die Deutschen im Allgemeinen leidenschaftliche Sparer sind, steht fest. Wofür legen wir unser Geld zurück? Laut einer „Yougov“-Umfrage spart mit 55% der größte Teil der Befragten fürs Alter. Rund 27% sparen für ein Auto. In Sachen Eigenheim legen rund 25% der Befragten Geld zurück und 20% sparen für die entsprechende Wohnungseinrichtung. Mit durchschnittlich nur 8% sparen wesentlich weniger Menschen für Computer, Unterhaltungselektronik oder Smartphones.

Vorsorge & Sparförderung: ungenutzte Möglichkeiten

Als Student oder Berufseinsteiger hast du andere Sorgen als die Höhe deiner Kapitalreserve. Oftmals fehlen finanzielle Mittel, um etwas zur Seite zu legen. Dabei wird vielen die staatliche Rente im Alter nicht ausreichen. Experten raten daher, so früh wie möglich mit kleinen Mitteln vorzusorgen. Und das geht. Du kannst zum Beispiel monatlich Geld in einen Fondssparplan investieren. Auf lange Sicht kann sich das richtig lohnen. Bei vielen Banken geht das schon ab 25 Euro.

Eine Anlage in Rentenversicherungen ist ebenfalls empfehlenswert. Denn: Der Staat fördert die zusätzliche private Altersvorsorge. Unter bestimmten Bedingungen kannst du durch einen Riester-Vertrag finanzielle Zuschüsse verlangen. Ab 2018 gibt es 175 Euro geschenkt, wenn du 4% deines Vorjahreseinkommens in den Riestervertrag einzahlst. Du bist unter 25? Dann gibt es sogar einen einmaligen Bonus in Höhe von 200 Euro. Informiere dich beim Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) oder lass dich von einem Berater der VGH oder ÖVB beraten.

Außerdem wird sparsames Verhalten belohnt: Junge Arbeitnehmer lassen sich häufig einfaches Geld durch die Lappen gehen. Viele Arbeitgeber zahlen sogenannte „Vermögenswirksame Leistungen“. Damit wird dein Sparverhalten gefördert. Schließt du beispielsweise einen Bausparvertrag ab, bekommst du zwischen 6 und 40 Euro vom Arbeitgeber geschenkt. Informiere dich und frag’ bei deinem Chef nach.

Wie viel sollte ich zur Seite legen?

Beim Sparen spielt vor allem die Regelmäßigkeit eine wichtige Rolle. Je regelmäßiger du einen fest definierten Betrag zur Seite legst, umso leichter fällt es dir, Geld zurückzulegen. Du gewöhnst dich dabei an den regelmäßigen Vorgang und vermisst diesen Betrag nicht in deinem alltäglichen Konsumverhalten. Deine Sparvorräte wiederum vermehren sich im Laufe der Zeit dadurch fast unbemerkt. Finanzexperten raten dabei zu Mindestersparnissen in der Höhe von rund drei Nettogehältern. Mit diesem Betrag auf dem Tagesgeldkonto oder Sparbuch solltest du für finanzielle Überraschungen gewappnet sein. Natürlich kannst du auch mehr Geld auf die hohe Kante legen – gerade im Hinblick auf deine Rentenzeit macht das Sinn: Stichwort „Private Altersvorsorge“.

Die Sparquote

Mit der Sparquote bezeichnet man den Anteil des monatlichen Einkommens, der nicht ausgegeben wird. Jörg Sinner, unser Experte für Kapitalanlagemanagement und Personenversicherungen, empfiehlt eine Sparquote von 10 Prozent. 2013 lag die durchschnittliche Sparquote in Deutschland übrigens bei 9 Prozent. Bis heute ist sie auf rund 9,7% angestiegen.

Sparen: Junger Mann sitzt in der Küche am Laptop und rechnet mit dem Taschenrechner
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Jetzt schon an später denken

Du startest gerade richtig durch: Studium, Job, die eigene Familie. Nichts scheint weiter weg als der eigene Ruhestand. Dabei ist gerade jetzt der richtige Zeitpunkt, mit der Altersvorsorge zu starten. Warum? Weil es sich später für dich lohnt. Der Faktor Zeit spielt dabei eine wichtige Rolle. Je eher du anfängst vorzusorgen, umso vermögender bist du im Alter. Lass dir von unseren Experten in Niedersachsen erklären, wie du jetzt schon ideal vorsorgst. Du kommst aus Bremen oder Bremerhaven? Hier findest du deinen Berater und weitere Infos zum Thema Vermögen und Vorsorge.

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