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Richtig schwimmen lernen: Gar kein Kinderspiel

Der Mensch ist die geborene Landratte. Zwar haben wir im Laufe der Zeit auch Flüsse, Seen und Meere erobert, doch wer glaubt, dass Wasser unser Element sei, liegt weit daneben. Wir sind körperlich nicht darauf ausgelegt – können nicht mal von Geburt an schwimmen, geschweige denn unter Wasser atmen. Während wir als Säuglinge noch den Tauchreflex haben, sich also die Luftröhre im Wasser verschließt, verliert sich dieser nach wenigen Monaten. Das Luftanhalten und die Schwimmbewegungen müssen neu gelernt werden. Tun wir das nicht, kann ein beherzter Sprung ins tiefe, kühle Nass durchaus böse enden.

Lisa Vogt Redakteurin JetztLosleben VGH
von Lisa Berendes18 Mai, 2022
Das Wichtigste in 60 Sekunden

Fast eines der ersten Dinge, die wir in Deutschland im Schwimmunterricht lernen, ist das Brustschwimmen und wie wir uns am besten über Wasser halten. Doch seit Jahren fordern Experten und Forscher eine andere Herangehensweise: Erst ausgiebig die Grundfertigkeiten lernen, dann die Technik. Denn nur wer sich sicher unter Wasser bewegen kann, ist auch in der Lage, richtig

Auf einem Planeten, der zu 71 Prozent mit Wasser bedeckt ist, eine ungünstige Fügung. Damit dies nicht passiert, lernen wir im besten Fall schon früh Schwimmtechniken, wie den Kopf über Wasser zu halten und möglichst an der Oberfläche zu bleiben. Dafür gibt es sogar Abzeichen, das Seepferdchen ist der erste Beweis dafür, dass du nun allein Schwimmen kannst. Aber ist das wirklich der Fall? Experten und Forscher der Sporthochschule Köln plädieren schon seit Jahren für einen Umschwung in Schwimmkursen, denn sie sind überzeugt, dass wir das Schwimmen falsch lernen.

Brustschwimmen wie ein Soldat

Ein Sprung ins Wasser, 25 m Schwimmen in einer Schwimmart und einen Ring aus schultertiefem Wasser holen, das muss ein Kind für das Seepferdchen können. Danach näht die Oma das Abzeichen auf die Badehose und jeder weiß: „Das Kind kann richtig schwimmen.“ Das ist allerdings ein Irrtum, wenn man sich mal bewusst macht, was Schwimmen eigentlich bedeutet. Während es in deutschen Schwimmkursen besonders darum geht, wie sich der Mensch über Wasser hält, findet der eigentliche Bewegungsprozess unter Wasser statt. Und unter Wasser zu sein, ist bei vielen Kindern mit Ängsten verbunden. Da kann der Mensch nicht atmen, die Bewegungen funktionieren anders, das ganze Körpergefühl im Wasser ist ungewohnt und man kann schneller kopfüber sein, als man „hoppla“ sagen kann.

Nicht nur mit dem Kopf im Wasser, kann man leicht die Orientierung verlieren: Ob versehentlich eine Scheibe der Nachbarn zerbricht, ein Fahrradunfall ernsthafte Konsequenzen hat oder du als Elternteil mit einem Burnout zu kämpfst – solche Ereignisse können deiner Familie nicht nur emotional, sondern auch finanziell den Boden unter den Füßen wegziehen. Deshalb ist es besonders wichtig, richtig vorbereitet zu sein. Auf der Familienversicherungsseite der VGH kannst du dich orientieren: Welche Versicherungen sind speziell für eure Familie ein Muss, welche nur ein Bonus? Mach ganz einfach online den Check!

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Am sinnvollsten wäre es, wenn Kinder zunächst ein Gefühl für die Bewegungen unter Wasser entwickeln, um sich dort wohl und sicher zu fühlen. In der Praxis läuft es jedoch wie vor 100 Jahren, als der Grundstein der deutschen Lernmethode für den Schwimmunterricht gelegt wurde: Mit dem Brustschwimmen geht es los. Dabei entspricht die froschartige Fortbewegung so gar nicht dem menschlichen Bewegungsapparat. Vermutlich hat sich das Brustschwimmen in Deutschland aus militärischen Gründen durchgesetzt. Klar, Brustschwimmer sind unauffälliger, können alles Überblicken und besser eine Waffe transportieren. Klüger wäre es aber, den natürlichen Körperbewegungen zu folgen und mit Paddeln und Kraulen zu beginnen, denn der Mensch bewegt seine Beine beim Gehen eben auch parallel zueinander.

Grundfertigkeiten stehen an erster Stelle

Damit das richtig klappt, müssen wir Kindern ausreichend Zeit für das Erlernen der Grundfertigkeiten geben ­– sie sind das A und O für alles, was danach kommt. Folgende Dinge sollten die Kleinen beherrschen, bevor es von einem Beckenende ans andere geht:

  1. (Unter-)Tauchen
  2. Schweben (um zu lernen, wie Auftrieb funktioniert)
  3. Gleiten (an der Oberfläche und in widerstandsarmen Wasserlagen)
  4. Atemkontrolle (sprich unter Wasser ausatmen)
  5. Springen
  6. Drehen und Rollen im Wasser (Lagewechsel beherrschen)

Erst dann sollte laut Wissenschaftlern der Sporthochschule Köln mit dem Lernen von Schwimmtechniken begonnen werden. Bewegen sich die Kinder souverän im Wasser, können dort ausatmen und die Augen öffnen, lernen sie angstfrei und mit Freude das Schwimmen. Das Problem bei dieser Lernmethode ist die Zeit. Bringt ein Kind etwa gar keine Vorerfahrung im Wasser mit, kann es trotz wöchentlicher Schwimmbadbesuche bis zu einem Jahr dauern, bis das Kind die Grundfertigkeiten sicher beherrscht. Wenn jedoch versucht wird, den Lernweg abzukürzen, könnten dem Kind wertvolle und wichtige Erfahrungen genommen werden. Das Gute aber ist, dass bereits vor dem empfohlenen Schwimmlernalter von 4-5 Jahren mit dem Erlernen der Grundfertigkeiten begonnen werden kann. Die Australier machen es vor und bringen schon ihren Babys bei, sich bei einem Sturz ins Wasser auf den Rücken zu drehen, den Auftrieb zu nutzen und an den Beckenrand zu gleiten.

So klappt es mit dem Wasser

Es ist also eine gute Idee, mit der Wassergewöhnung früh anzufangen und Ängste gar nicht erst entstehen zu lassen. Die Gewöhnung beginnt schon in der Babywanne. Zeigt den Kindern die guten Seiten des Wassers, lasst das Wasser von oben auf euer Kind plätschern und zur Normalität werden. Taucht seine Hände ins Wasser, sorgt für nassen Hautkontakt und zeigt auch, wie es sich anfühlt, mit dem Ohr unter Wasser zu sein. Aber Vorsicht: Hierbei immer auf die Bedürfnisse und Reaktionen des Babys achten, um nicht das Gegenteil zu schüren, nämlich die Angst. Idealerweise gebt ihr dem Kind Raum für seine eigenen Sinneserfahrungen. Bleibt dabei aber immer in Reichweite und lasst es nie unbeaufsichtigt, damit ihr ggf. eingreifen könnt.  

Der DLRG empfiehlt auch kleine Spiele, um die Kinder mit Spaß ans Wasser zu gewöhnen und die Grundfertigkeiten zu lernen. Um das Wasser ganzheitlich zu erleben, lasst die Taucherbrillen und Schwimmhilfen bei größeren Kindern am besten beiseite. Gerade die vermeintlichen Hilfen hindern das Kind daran, den Auftrieb im Wasser kennenzulernen. Ohne diese Mittel kann das noch unbekannte Element mit allen Sinnen erfasst werden.

Tipps für zu Hause: Veranstaltet eine kleine Party unter der Dusche – wenn das Wasser von oben über die Augen läuft, trainiert das den Lidschlusseffekt. Warum das wichtig ist? Nur mit offenen Augen kann sich der Mensch unter Wasser orientieren. Gebt ein Planschkonzert mit euren Armen und Beinen, es darf dabei ordentlich spritzen, denn auch das trainiert den Liedschluss und die Kinder gewöhnen sich an den Reiz des kalten Wassers, das auf ihrer Haut landet.

Eine gute Übung für die Ausdauer und die Atemkontrolle ist es, Blubberbläschen mit dem Strohhalm ins Wasser zu pusten. Erst ist der Halm sehr lang, wird dann immer kürzer, bis irgendwann das Gesicht unter der Oberfläche landet, um auch hier dicke Luftblasen ins Wasser pusten zu können. Das schafft gute Grundvoraussetzungen fürs Tauchen und das kraftsparende Gleiten. Dafür eignen sich ebenso Tauchringe oder laminierte Zahlenkarten, die in der Wanne verteilt werden, damit dein Kind sie wieder an die Oberfläche holen kann.

Auch beim Haare waschen kann mit kleinen Bechern, Schüsseln und Gießkannen, bei denen sich dein Kind das Wasser selbst über den Kopf schüttet, spielerisch Vertrauen geschaffen werden. Schnappt euch einen kleinen Eimer, bohrt ein Loch unten rein und lasst das Wasser über die Köpfe laufen – ohne Waschlappen versteht sich. Zeigt den Kindern das Phänomen Auftrieb. Dafür legt es sich in der Wanne selbst auf den Rücken und lässt seine Arme und Beine an die Oberfläche treiben. Hierbei ist immer wichtig: Das Kind bestimmt das Tempo und bleibt niemals unbeaufsichtigt.

Dein Weg zur richtigen Schwimmschule

Will dein Kind schwimmen lernen, brauchst du natürlich auch eine passende Schwimmschule. Doch die Richtige zu finden ist nicht immer einfach.

Hat dein Kind Angst und soll langsam an das Wasser herangeführt werden? Oder soll es doch schon ein Fortgeschrittenen-Kurs sein? Weitere Voraussetzungen für den Unterricht sind: Das Kind sollte körperlich dazu in der Lage sein, Schwimmbewegungen auszuführen – unabhängig vom Alter – und es muss Spaß dabei haben. Du solltest dich rechtzeitig um einen Platz im Schwimmkurs kümmern, denn sie sind schnell ausgebucht. Erkundige dich also ruhig schon ein oder zwei Jahre vor Kursstart über die Kapazitäten bei deiner Wunschschule, so ist die Wahrscheinlichkeit größer, einen Platz zu bekommen. Es kann auch helfen, sich einen Privatlehrer zu suchen, wenn es schneller gehen soll. Hier sind die Tipps, die du bei deiner Auswahl beachten solltest.

Checkliste Schwimmkurs:

  • Erkundige dich über die Ausbildung der Kursleiter, der Beruf des Schwimmlehrers ist in Deutschland nämlich nicht geschützt.
  • Ein Kurs sollte mindestens zehn Übungsstunden umfassen, die jeweils 45 Minuten dauern sollten.
  • Auch sollte er regelmäßig stattfinden, mindestens einmal die Woche.
  • Achte auf die Kursgröße, bei mehr als zehn Kindern, kann der Lehrer leicht die Übersicht verlieren. Es wäre besser, wenn es bei dieser Größe eine zweite Betreuungsperson gibt.
  • Eine große Motivation sind Schwimmabzeichen wie Bronze, Silber und Gold.
  • Zum Schwimmunterricht sollten auch die Baderegeln und die Verhaltensweisen in öffentlichen Gewässern gehören.

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