Streupflicht: Junger mann schippt Schnee

Räum- und Streupflicht: So verhinderst du bei Glatteis Unfälle

Die ersten Flocken fallen und vor der Tür wird es glatt. Die sogenannte Streupflicht soll Glatteis-Unfälle verhindern. Aber wer steht eigentlich genau in der Pflicht: Mieter oder Vermieter? Was du beachten solltest, damit ein Winterspaziergang für niemanden zur Rutschpartie wird und was passiert, wenn du selbst bei Glatteis den Boden unter den Füßen verlierst, erfährst du hier.

Das erfährst Du in diesem Artikel

Streupflicht: Vermieter muss Glatteis-Unfällen vorbeugen

Zugegeben, morgens bei Dunkelheit aufzustehen und Schnee zu fegen steht bei den wenigsten auf der Bucketlist. Es ist aber wichtig, damit sich auf glatten Straßen und Wegen niemand verletzt. Grundsätzlich ist der Eigentümer eines Grundstücks dafür zuständig, dass der Weg davor sicher zu benutzen ist. Bei Schnee und Eis muss er deshalb entweder selbst zur Schaufel greifen oder diese Aufgabe an andere abgeben. Manche Vermieter machen den Winterdienst daher zur Aufgabe der Mieter.

Räum- und Streupflicht kann auch Mieter treffen

Ob du zum morgendlichen Schneeräumen verpflichtet bist, erfährst du mit einem Blick in den Mietvertrag. Die Pflicht muss von Anfang an Bestandteil des Vertrags sein, sonst ist sie null und nichtig. Einzige Ausnahme: Wenn der Vermieter die Aufgabe in die Hausordnung geschrieben hat. Dann muss er im Mietvertrag aber ausdrücklich darauf verweisen.

Streupflicht: Winterräumdienst fährt über die Straße
Spätestens wenn der Winterdienst die Straßen räumt, solltest du dich über deine Räumpflicht informieren.

Der frühe Vogel fängt den Wurm: Wann beginnt die Räumpflicht?

Aber was musst du genau machen, wenn du als Mieter in die Pflicht genommen wirst und der Winter vor der Tür steht? Zunächst einmal solltest du den Wetterbericht verfolgen, damit du auf plötzliche Schneemassen vorbereitet bist. Oft beginnt die Streupflicht, wie in Hannover, um sieben Uhr morgens. An Sonn- und Feiertagen darfst du meist ein bis zwei Stunden länger schlafen. Das Ziel ist, dass der Gehweg und der Zugang zum Haus gefahrlos genutzt werden können. Dafür solltest du den Weg in einer Breite von 1,20 bis 1,50 Meter von Schnee und Eis befreien. Falls es auch Zugänge zu den Mülltonnen oder zu Parkplätzen gibt, reicht dort ein schmalerer geräumter Bereich aus. Du bist im Urlaub, den ganzen Tag in der Uni oder bei der Arbeit? Die Streupflicht kennt kein Pardon. Du musst also für eine Vertretung sorgen.

Schnee schippen?

Du bist als Mieter verantwortlich für’s Schnee-Schippen? Das machst du am Besten mit einem gewöhnlichen Schneeschieber oder diesem bequemen Profi-Schieber mit Rädern.

Salz, Steine, Sand – Welches Streugut ist das richtige?

Um deine Streupflicht bei Glatteis zu erfüllen, hast du verschiedene Möglichkeiten. In der Regel muss der Vermieter dir Streugut und andere Materialien zur Verfügung stellen. Vielleicht musst du dich aber auch selbst entscheiden, womit du deinen Winterdienst erfüllen willst.

  • Salz: Zum Streuen im Winter wird immer wieder Salz genommen. Es belastet aber die Umwelt und kann Fahrzeuge beschädigen. Auch für Hunde ist dieses Streugut nicht angenehm, weil es die Pfoten reizt. Es gibt sogar Gemeinden, in denen es für Privatpersonen verboten ist, Salz zu streuen. Dann droht ein Bußgeld. Als Alternative schlagen wir Naturbims vor.
  • Splitt, Sand und Kies: Diese Mittel sind unschädlich für Pflanzen und lassen sich leicht wieder entfernen. Der Nachteil: Wenn der Schnee getaut ist, können Passanten auf dem Material ausrutschen.
  • Granulat: Grundsätzlich ein gutes Mittel. Manche Produkte enthalten aber Schwermetalle, die Boden und Grundwasser schädigen. Schau dir am besten die Angaben auf der Packung genau an. Hier findest du eine ökologische Variante.
  • Holzspäne: Hier ist Vorsicht geboten. Die Späne können rutschig werden, wenn sie sich mit Flüssigkeit vollsaugen.

To-do-Liste Räum- und Streupflicht

Dos                                                                                     

  • Informier dich über deine Pflichten
  • Nimm die Streupflicht ernst
  • Sorge bei Abwesenheit für Vertretung
  • Nutze umweltverträgliches Streugut

Don‘ts

  • Ignoriere deine Streupflicht nicht
  • Verschlaf das Schneeräumen nicht
  • Streue nicht mit Salz
  • Räume bei starkem Schnee mehrmals am Tag

Sturz bei Glatteis: Wer haftet?

Immer wieder landen Fälle vor Gericht, in denen jemand gestürzt ist und Schmerzensgeld fordert. Dabei kommt es darauf an, ob vor dem Glatteis-Unfall überhaupt die Streupflicht verletzt wurde. Stürzt jemand mitten in der Nacht oder am frühen Morgen, kann der Grundstücksbesitzer nicht haftbar gemacht werden. Tagsüber sieht das schon anders aus: Wer seine Verkehrssicherungspflicht verletzt, wird zur Verantwortung gezogen. Er muss Schmerzensgeld nach einem Sturz auf dem Gehweg zahlen und für beschädigte Sachen Schadenersatz leisten. Zwar ist der Eigentümer die erste Adresse für solche Forderungen. Unter Umständen kannst aber auch du als Mieter Schadenersatzforderungen erhalten, wenn du deine Streupflicht vernachlässigt hast.

Gestürzt – Was nun?

Wenn du selbst bei Glatteis ausgerutscht bist und dich verletzt hast, solltest du Beweise sammeln: Mach Fotos von der Unfallstelle und sprich Zeugen an. So kannst du später nachweisen, dass die Streupflicht verletzt wurde. Geh außerdem zum Arzt und lass dir ein Attest geben. Wenn du Schadenersatz und Schmerzensgeld durchsetzen möchtest, sind das wichtige Mittel.

Schadenersatz und Schmerzensgeld

Du willst Schadenersatz und Schmerzensgeld einfordern und hast keine Ahnung, wie das funktioniert? Suche dir Hilfe und lass dich persönlich beraten.

Streupflicht: Junger mann schippt Schnee

Achtung Rutschgefahr!

Solltest du beim Streuen oder Schippen dem Auto deines Nachbarn aus Versehen mit dem Schneeschieber eine Beule verpassen, kann das teuer werden. Eine private Haftpflichtversicherung ist in dem Fall ein besonders wichtiger Schutz. Sie springt nicht nur ein, wenn du etwas kaputt machst, sondern auch falls jemand sich durch dein Verschulden verletzt. Du kommst aus Bremen oder Bremerhaven? Hier geht’s zur privaten Haftpflichtversicherung der ÖVB.

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