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Was kostet dein nächstes Flugticket? Dein Lieblings-Original-80er-Sneaker? Dein Telefonvertrag? Kein Problem, klar weißt du, ob Hobbys oder Wünsche in nächster Zeit finanzierbar sind und welche Möglichkeiten du hast – oder nicht. Mit ein bisschen Willen kannst du dir auch vieles leisten.

Aber: Denken wir mal kurz an Über-Übermorgen. Kannst du im Alter noch in den Urlaub fliegen? Was kostet eine Pflegekraft? Zahlst du die eigentlich selber? Was finanziert dir der Staat, dein Mann oder dein Erbe, wenn du nicht mehr arbeitest – oder krank wirst? Kannst du dein Haus auch noch im Alter finanziell halten? Wie hoch ist deine Rente und wie viel brauchst du monatlich? Solltest du jetzt schon anfangen, für den Ruhestand zu sparen? Unangenehme Fragen, auf die du irgendwann aber eine Antwort finden musst.

Teste hier dein Wissen zur Altersvorsorge:

Wegen Kindern und Teilzeitjob verdiene ich jetzt nicht viel. Aber egal: Entscheidend ist, was ich kurz vor dem Ruhestand verdiene.

Das ist ein Irrtum. Deine gesamte Einzahlungsbilanz ist entscheidend – und speziell bei Frauen sieht die im Schnitt nicht so gut aus: Frauen arbeiten zu großen Anteilen in schlecht bezahlten sozialen Berufen, machen Kompromisse für die Kinder oder zur Pflege der Eltern. Deshalb ist eine private Vorsorge umso wichtiger.

Das ist richtig. Und das ist auch das Problem: Im Schnitt zahlen Frauen nicht so viel ein und fangen erst nach der Erziehungszeit mit Vollzeitarbeit an. Das mindert den Schnitt. Den Betrag erfährst du übrigens bei der Deutschen Rentenversicherung auf Anfrage – oder jährlich per Post. Schon gewusst? Du kannst auch über einen Rentenrechner deine gesetzliche Rente berechnen lassen.

Das ist richtig. Durch eine gesetzliche Neuregelung, die sogenannte „Mütterrente“, werden bei Geburten vor 1992 bis zu 24 Monate Kindererziehungszeit anerkannt. Bei Geburten ab 1992 sind es bis zu 36 Monate. Dennoch ist die gesetzliche Rente oft zu klein. Ubrigens: Auch in Kinderzeiten kann man kleine Beiträge einzahlen, um privat vorzusorgen. Bei Riester reichen zum Beispiel 5 Euro im Monat. Außerdem bekommst du durch das Riestern zusätzliche Unterstützung vom Staat. So fällt das Sparen für die Zukunft einfacher.

DAS ERFÄHRST DU IN DIESEM ARTIKEL

  • Wegen Kindern und Teilzeitjob verdiene ich jetzt nicht viel. Aber egal: Entscheidend ist, was ich kurz vor dem Ruhestand verdiene.
  • Letzter Arbeitstag: Champagner. Ab heute kommt die Rente von allein.
  • Meine Ehe scheitert, mein Mann ist arbeitslos, zwei Kinder sind noch in der Schule.
  • Jetzt hilft nur noch Vater Staat.
  • Der Staat kümmert sich immer um meine Grundsicherung. Auch in der Rentenzeit.
  • Die Grundsicherung: die bessere Sozialleistung?
  • Meine Rente gehört mir komplett – und ist steuerfrei.
  • Ich bin über meinen Mann gesetzlich rentenversichert.
  • Hinterbliebenenrente für Geschiedene.
  • Riestern lohnt sich nur für Gutverdiener.
  • Warum Riestern lohnt
  • Wenn die Rente knapp wird, verdiene ich mir was dazu.
  • Weil du nie weißt, was passieren kann: noch heute Vorsorgen.
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WEIL DU NIE WEISST, WAS PASSIEREN KANN: NOCH HEUTE VORSORGEN

Das Leben spielt nicht immer so mit, wie man es gerne hätte. Frauen machen sich häufig von ihren Ehemännern abhängig. Doch sollte man sich wirklich auf deren Rente verlassen? Nein! Denn nur wenn man selbst privat vorsorgt, kann man sich eine Zukunft nach den eigenen Vorstellungen sichern – das ist auch mit kleinen Beiträgen möglich.

Letzter Arbeitstag: Champagner. Ab heute kommt die Rente von allein.

Da kannst du lange warten: von alleine passiert bei der Rente nichts. Es braucht einen Antrag, den du an die Rentenversicherung stellen musst. Aber keine Panik: Erhältst du den Rentenbescheid nicht rechtzeitig zu Rentenbeginn, wird später eine Nachzahlung der fälligen Beträge veranlasst.

Einen Antrag musst du trotzdem stellen. Und: bei der Deutschen Rentenversicherung deine für die Rente benötigten Angaben klären. Denn da werden deine rentenrechtlich relevanten Daten gespeichert. Wusstest du schon? Kindererziehung, Ausbildung, Arbeitslosengeld können auch angerechnet werden, wenn du früh genug aktiv wirst. Je länger diese Zeiten zurückliegen, desto schwieriger sind die Möglichkeiten, diese nachzuweisen. Krankenkassen, Arbeitsagenturen und Arbeitgeber müssen Unterlagen nur über bestimmte Zeiträume hinweg aufbewahren. Sind die Unterlagen weg, fließen die Zeiten schlimmstenfalls nicht in die Rente ein.

Ja, völlig korrekt. Am besten drei Monate vor Ende der Arbeitszeit, damit du keine Verzögerungen bei der Überweisung hast.

Meine Ehe scheitert, mein Mann ist arbeitslos, zwei Kinder sind noch in der Schule. Jetzt hilft nur noch Vater Staat.

Das stimmt so leider nicht. Trotz unseres Sozialsystems bist du immer noch dazu verpflichtet, selbst für dich vorzusorgen. Du bekommst zwar Hartz IV ausbezahlt, mehr jedoch nicht.

Das ist richtig. Wer zusätzlich zum Hartz IV Geld haben möchte, kann vorab eine Berufsunfähigkeitsversicherung oder eine andere private Versicherung abschließen, die in solche Fällen greift. Am besten, du findest einen Berater in deiner Nähe, um die richtige Absicherung für dich und deine Familie zu finden.

Das ist die traurige Wahrheit. Du bekommst Hartz IV– sonst nichts. Zumindest nicht, wenn du nicht selbst privat vorgesorgt hast.

Der Staat kümmert sich immer um meine Grundsicherung. Auch in der Rentenzeit.

Die Grundsicherung durch den Staat gibt es zwar, allerdings nur bei geringen Renten. Sie greift dann, wenn deine Rente zusammen mit anderen Einkommen nicht für deinen Lebensunterhalt reicht. Die Grundsicherung wird zudem auch bei einer Erwerbsminderung gezahlt.

Wenn du keine private Altersvorsorge abschließt, erhältst du die gesetzliche Rente und das war’s. Zwar kannst du bei einem gesamten monatlichen Einkommen von unter 838 Euro beim örtlichen Sozialamt prüfen lassen, ob du Anspruch auf Grundsicherung hast, besser ist es aber noch, schon frühzeitig in die Altersvorsorge zu investieren, zum Beispiel durch Riestern oder eine Lebensversicherung.

Du erhältst zwar eine gesetzliche Rente, diese wird aber voraussichtlich kaum deinen jetzigen Standart halten können. 

Bereits Durchschnittsverdiener müssen damit rechnen, nur eine gesetzliche Rente in Höhe der Grundsicherung zu erhalten, die gerade inklusive der Leistungen für Wohnung und Heizung bei 690 Euro im Monat liegt. Verdienst du nur die Hälfte des Durchschnittslohns (1450 Euro brutto) müsstest du demnach über 63 Jahre arbeiten, um die Rente in Hartz IV-Höhe zu erhalten. Mit einem Renten-Rechner kannst du auch schon jetzt deine Rente berechnen.

Die Grundsicherung: die bessere Sozialleistung?

Bis zu einer Höhe von 200 Euro werden Einkommen aus einer zusätzlichen privaten Altersvorsorge nicht auf die Grundsicherung angerechnet. Allerdings spielen bei der Höhe der Grundversicherung das Vermögen des Partners und auch die Größe der Wohnung beziehungsweise des Hauses eine Rolle. Sollte das Wohnobjekt über 120 Quadratmeter bei Wohnungen oder 130 Quadratmeter bei Häusern betragen, zählen sie zum Vermögen. Das heißt, sie müssten zuerst verkauft werden, um sich vorerst vom Erlös finanzieren zu können. Allerdings hat die Grundsicherung den Vorteil, dass – anders als bei Sozialleistungen – das Vermögen deiner Eltern und Kinder nicht beansprucht wird.

Meine Rente gehört mir komplett – und ist steuerfrei.

Die gute Nachricht ist: Es gibt einen Rentenfreibetrag. Das heißt, alleinstehende Rentner müssen bei einem Jahreseinkommen von bis zu 9.000 Euro keine Einkommenssteuer zahlen. Alles was darüber liegt, muss versteuert werden.

Auch nicht richtig. Denn je höher das jährliche Einkommen ist, desto höher ist auch der Steuersatz. Ab einem Jahreseinkommen von 9.001 Euro musst du Steuern zahlen. Der Steuersatz beträgt zwischen einem Prozent und dem Spitzensteuersatz von 45 Prozent bei einem Jahreseinkommen ab 250.731 Euro.

Zumindest für den Steuersatz sind vorerst keine Änderungen vorgesehen. Aber:

Seit 2005 hebt der Gesetzgeber den zu versteuernden Anteil der Rente schrittweise an beginnend bei 50 Prozent. Das heißt: 2018 müssen 76 Prozent der Rente versteuert werden, 2040 dann100 Prozent.

Ich bin über meinen Mann gesetzlich rentenversichert.

…nicht. Nur wenn der Ehegatte verstirbt, hast du Anspruch auf die Rente deines Mannes. Dies nennt sich dann Witwenrente.

Stirbt der Ehepartner, hast du als Hinterbliebene das Recht auf dessen Rente. Diese Witwenrente wird allerdings erst durch einen Antrag gezahlt, den du bei der Rentenversicherung vor Ort stellst. In den ersten drei Monaten erhältst du dessen gesetzliche Rente drei Monate lang in voller Höhe, danach hast du Anspruch auf entweder die große oder kleine Witwenrente. Auch das eigene Einkommen wird hier auf die Witwenrente angerechnet.

Nein, denn es besteht nur Anspruch auf die Rente des Ehepartners, wenn dieser verstirbt. Deshalb solltest du auch als Hausfrau selbst für deine Rente vorsorgen.

Hinterbliebenenrente für Geschiedene

Wusstest du schon? Auch als geschiedene Person kann man die Rente des Ex-(Ehe-)Partners beantragen. Diese Leistung nennt sich Erziehungsrente und soll Geschiedene unterstützen, die minderjährige Kinder erziehen und deren früherer Partner verstorben ist. Dies gilt auch, wenn eine eingetragene Lebenspartnerschaft aufgehoben wurde.

Riestern lohnt sich nur für Gutverdiener.

Dank staatlicher Unterstützung müssen Kleinverdiener nur einen geringen Teil der Höchstforderung selbst zahlen. Dadurch kann man zum Beispiel schon mit 5 Euro im Monat riestern.

Nein und nein. Auch mit geringem Einkommen kannst du riestern. Und die Rente des Ehemanns wirkt sich auch nicht auf die eigene Rente aus.

Genau, denn diese profitieren noch zusätzlich von staatlichen Zuschüssen zur Rente. Eine alleinerziehende Mutter von zwei Kinder mit einem Jahresgehalt von 15.000 Euro muss beispielsweise für die Höchstforderung monatlich 50 Euro in die Riester-Rente einzahlen. Durch die staatlichen Zuschüsse zahlt sie allerdings gerade mal 5 Euro.

Warum Riestern lohnt

Riester-Sparer bekommen nicht nur staatliche Zulagen, sondern erhalten auch Steuervorteile. Zudem können Familien mit Kindern jährlich eine Kinderzulage von 175 Euro bekommen, wenn die Kinder vor 2008 geboren wurden. Bei einer Geburt nach 2008 wird sogar eine Zulage von 300 Euro in den Riester-Vertrag eingezahlt. Und wer in den Ruhestand geht, kann sich dank seiner Riester-Rente womöglich sogar einen Herzenswunsch erfüllen. Denn 20 bis 30 Prozent können bei Renteneintritt einmalig auf einen Schlag ausgezahlt werden, je nachdem wann der Riester-Vertrag abgeschlossen wurde.

Wenn die Rente knapp wird, verdiene ich mir was dazu.

Das trifft nur teilweise zu. Altersrentner, die bereits die Regelaltersgrenze von 65 plus erreicht haben, dürfen zu ihrer eigenen Altersrente unbegrenzt dazuverdienen, ohne dass sie gekürzt wird. Achtung: In Bezug auf eine Hinterbliebenenrente, Steuer und eventuell Krankenkasse können Änderungen anfallen.

Wer eine vorzeitige Altersrente bezieht, also noch nicht die Regelaltersgrenze erreicht hat, muss Hinzuverdienstgrenzen beachten. Ab Juli 2017 gilt: Übersteigt der Nebenverdienst 6300 Euro im Jahr, wird der darüber liegende Betrag zu 40 Prozent auf die Rente angerechnet.

Als Rentner darf man sich etwas dazu verdienen. Ist man allerdings unter der Regelaltersgrenze von 65 Jahren, muss bei der Überschreitung der Hinzuverdienstgrenze  der darüber liegende Betrag zu 40 Prozent auf die Rente angerechnet werden.

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