#

Nikolaus: Was steckt hinter dem heimlichen Stiefelfüller?

Man erkennt ihn leicht an seinem roten Mantel, der Mitra und dem Bischofsstab – den Nikolaus. Wir feiern ihn jedes Jahr wieder aufs Neue am 6. Dezember. Aber weißt du eigentlich, warum? Wir verraten dir, was hinter dem heiligen Schutzpatron steckt, welche Legenden sich um ihn ranken und was ihn vom Weihnachtsmann unterscheidet.

Priester, Abt, Bischof: Wer war Nikolaus?

Der Nikolaus, so wie wir ihn kennen, ist eine Gestalt, die zwei historische Persönlichkeiten vereint. Da wäre zum einen Nikolaus von Myra aus dem dritten Jahrhundert. Ein Priester in einer Stadt in der heutigen Türkei, der schnell zum Abt, später dann zum Bischof aufgestiegen ist. Myra heißt heute Demre und ist eine kleine Küstenstadt in Antalya mit rund 15.000 Einwohnern. Die andere Figur: Nikolaus von Sion. Er kam aus einem Ort ganz in der Nähe von Myra. Er lebte im sechsten Jahrhundert. Die Geschichten um beide Nikoläuse verschmolzen mit der Zeit, sodass man heute nur noch von „the one and only“ Nikolaus spricht. Legenden zufolge hat er zu seiner Zeit für Gerechtigkeit gesorgt, gegen Armut gekämpft und die Menschen von ihrem Leid befreit. Ein guter Mann, der – so sagt man – am 6. Dezember 345 den Löffel abgegeben hat.

Hier war der Nikolaus zuhause

Welche Legenden erzählt man sich über den Nikolaus?

Sein Leben klingt wie eine Netflix-Serie. Über die Jahrhunderte haben sich einige Geschichten, Mythen und Legenden über den damaligen Bischof angesammelt. Wir haben die Spannendsten für dich zusammengefasst.

Die drei Jungfrauen

Im alten Myra gab es einen armen, verschuldeten Mann, der hatte drei Töchter. Um aus den Miesen zu kommen, wollte er seine Kinder zum Geldeintreiben ins Freudenhaus schicken. Ein Unding – das fand auch Nikolaus. Der war damals zwar noch kein Bischof, hatte aber viel geerbt. Kurzerhand legte er den jungen Frauen nachts heimlich Gold ans Fenster. Die Mädchen konnten ihr Glück kaum fassen, blieb ihnen – dank Nikolaus – die Prostitution erspart.

Das Kornwunder

Das Leben in Myra war wahrlich kein Zuckerstangenschlecken. Während einer Hungersnot sorgte Bischof Nikolaus aber für Erstaunliches. Im Hafen von Myra legten zu der Zeit viele Schiffe an, die mit Korn (in nicht-liquider Form) beladen und für den römischen Kaiser bestimmt waren. Nikolaus bat die Kapitäne um ein paar Säcke Korn für die Hungernden und versprach, dass durch sein Gebet bei der Anlieferung in Rom nichts fehlen würde. Gesagt, getan. Die Hungernden erhielten etwas Korn und nachdem die Kapitäne aufgebrochen waren, vermissten sie beim Nachzählen der Säcke in Rom tatsächlich kein einziges Körnchen Getreide.

Der Retter in der Seenot

Auf dem offenen Meer vor Myra brachte ein aufgezogener Sturm zahlreiche Seemänner in Not. Die Schiffe drohten zu sinken. In ihrer Panik riefen die Seeleute den heiligen Nikolaus zu Hilfe. Wie von Geisterhand stand bald ein Mann hinter dem Schiffssteuer und manövrierte den Kahn sicher in den Hafen von Myra. Demütig, dankbar und vor allem lebendig wollten sich die Seemänner am nächsten Tag in der Kirche für ihre Rettung bedanken. Da erkannten sie den mysteriösen Steuermann: Es war Nikolaus. Seither gilt er als Schutzheiliger der Seefahrer. Daher gibt es auch in jeder hanseatischen Seefahrerstadt Kirchen und Gemeinden, die nach dem Retter in der Seenot benannt sind. Auch bei uns, zum Beispiel in Bremen, Stade oder Lüneburg.

So feiern wir den Nikolaustag

Der allgemeine Nikolausbrauch in Deutschland ist an die Legende der drei Jungfrauen angelehnt. Am Vortag stellen die Kinder ihre gut geputzten Schuhe vor die Tür und hoffen, dass der Nikolaus die Stiefel über Nacht reichlich mit Süßigkeiten füllt. Brave Kinder, so ist es Brauch, sahnen dabei besonders gut ab. Dabei feiern die Deutschen den Schutzpatron nicht zwangsläufig auf die gleiche Weise. In Bremen beispielsweise ist das sogenannte „Sunnerklauslaufen“ oder Nikolauslaufen schon lange Tradition. Kinder ziehen durch die Straßen, sagen Gedichte auf und heimsen dafür leckere Süßigkeiten ein.

Post für den Nikolaus

Den Nikolaus gibt es auch in Niedersachsen. Du kannst ihm sogar einen Brief schreiben. Seine Adresse lautet:

An den Nikolaus
49681 Nikolausdorf

Nikolaus: Nikolaus geht mit Laterne in ein Haus
p p

Traditionen über Traditionen

Der Nikolaus sorgt schon seit Jahrhunderten für Gerechtigkeit, Schutz und Sicherheit. Ganz so lang sind wir noch nicht im Geschäft, dennoch können wir auf eine traditionsreiche Geschichte zurückblicken.

Die VGH gibt es quasi schon seit 1750. Damals gründete Georg Ebell, Abt zu Loccum, die „Brand-Assecurations-Societaet“, die Landschaftliche Brandkasse Hannover – das Mutterhaus des VGH Verbundes. Die Brandkasse schafft damals etwas völlig Neuartiges und führt Städter und Bauern zu einer starken Gemeinschaft zusammen: Alle zahlen etwas in die Kasse ein – brennt es bei einem, kommen alle für den Schaden auf. Davon profitieren besonders die Armen, da sie nicht alleine für den Schaden aufkommen müssen. Der Nikolaus hätte das Prinzip geliebt. Ähnlich wie beim Kornwunder geben die Reichen etwas an die Bedürftigen, ohne dabei wirklich was zu verlieren: Soziale Gerechtigkeit eben.

1957 schließt sich dann die Brandkasse mit der 1908 gegründeten Provinzial Versicherung zur Versicherungsgruppe Hannover zusammen. Seitdem stehen wir als VGH und ÖVB (für alle aus Bremen und Bremerhaven) den Menschen in Niedersachsen als öffentlicher Versicherer in allen Lebenslagen zur Seite. So ähnlich wie der Nikolaus damals.

International gefeiert

Der Nikolaus beglückt nicht nur Kinder hier in Deutschland. Auch international ist er gefragt. Vielerorts fällt das Fest zum Nikolaustag sogar größer aus als bei uns:

Mit dem Schiff: In den Niederlanden fährt der „Sint“ schon Mitte November mit einem Dampfschiff in den Hafen ein. Er kommt aus Spanien, da hält er sich den Rest des Jahres über auf. Im Schlepptau hat er dabei viele kleine Helfer, die „zwarte Pieten“. Ein Nikolaus und viele dunkel angemalte Pieten veranstalten dann eine riesige Parade durch die Stadt, verteilen Süßigkeiten und gute Stimmung. Einige Wochen ist der Nikolaus in den Niederlanden präsent: in der Werbung, auf Stadtfesten, im Supermarkt. Sinterklaas ist überall. Am Nikolaustag gibt es in der Regel Geschenke für Kinder und Erwachsene, ähnlich wie bei uns an Heiligabend.

Auf dem Esel: In der Schweiz reitet der „Samichlaus“ auf dem Esel durch die Stadt und verteilt mit seinen dunklen Begleitern, den „Schmutzlis“, Süßigkeiten an die Kinder. In vielen Städten gibt es Nikolausmärkte und Festumzüge, um an den Schutzpatron zu erinnern.

Mit dem Helikopter: In Brasilien haut Papai Noel richtig auf den Putz. Er fliegt mit dem Hubschrauber ins Maracana Stadion in Rio de Janeiro und verkündet den Beginn der Weihnachtszeit. Danach folgt jährlich eine Riesenparty mit rund 200.000 Menschen.

Nikolaus in den Niederlanden: Sinterklaar fährt auf dem Dampfschiff in den Hafen ein
In den Niederlanden kommt der „Sinterklaas“ mit dem Dampfschiff aus Spanien. © Robert Hoetink

Kirche vs. Kommerz: Der Unterschied zwischen Nikolaus und Weihnachtsmann

Der Nikolaus ist nicht der Einzige, der in der Weihnachtszeit seinen roten Mantel überwirft. Auch der Weihnachtsmann dreht im Rentier-Schlitten seine Runden und verteilt Geschenke. Dabei sind Nikolaus und Weihnachtsmann zwei verschiedene Gestalten. Steht der Nikolaus als historische Figur für Barmherzigkeit, Nächstenliebe und Unterstützung, lädt Santa Claus uns in der Weihnachtszeit auf sämtlichen Werbeplakaten zum Konsum ein. Dennoch kann der Weihnachtsmann als Nikolaus 2.0 verstanden werden. Der Weihnachtsmann hatte seinen großen Durchbruch als Testimonial für Cola-Werbung. Abbildungen von ihm gab es aber schon vorher. Schon im 19. Jahrhundert kursieren Zeichnungen vom Santa Claus, die vom Nikolaus inspiriert waren.

Egal, welcher der Beiden nun zuerst da war, bekannter ist oder mehr Geschenke verteilt: Wir freuen uns auf die Weihnachtszeit und wünschen euch besinnliche Tage.

Ähnliche Artikel