Studium und Nebengewerbe: Darauf musst du achten

Typische Studentenjobs sind nicht dein Ding? Kein Problem: Studierende können auch ein Gewerbe betreiben und nebenbei selbstständig arbeiten. Wir sagen dir, worauf du achten musst, wenn du während deines Studiums ein Nebengewerbe anmelden möchtest.

Das erfährst Du in diesem Artikel

Studium und Nebengewerbe: die Vor- und Nachteile

Wenn du dich als Student oder Studentin selbstständig machst, hast du die Chance, flexibler zu arbeiten und mehr Geld als in vielen klassischen Studentenjobs zu verdienen. Außerdem erweiterst du deine Kompetenzen: Buchhaltung, Steuern, Selbstmanagement, Kundenakquise, Konfliktlösungen und vieles mehr – du kannst einiges lernen, was später auf dem Arbeitsmarkt ein Vorteil sein kann. Nachteile gibt es hingegen kaum. Einzig: Du musst aufpassen, dass bei einer erfolgreichen Selbstständigkeit noch genug Zeit für dein Studium bleibt – gefragt ist also ein gutes Zeitmanagement und das Setzen der richtigen Prioritäten. Dir muss außerdem klar sein, dass du keinen geregelten Urlaubsanspruch hast und bei Krankheit nicht bezahlt wirst.

Tipp: Viele Hochschulen bieten Gründungsberatungen an!

Studium und Nebengewerbe: Erste Arbeitserfahrungen sammeln

Gewerbetreibende vs. Freiberufler

Für die meisten Jobs musst du ein Gewerbe anmelden – ganz gleich, wie viel Zeit du für deine Selbstständigkeit aufwenden wirst. Nur wenn du im erzieherischen, künstlerischen, schriftstellerischen, unterrichtenden oder wissenschaftlichen Bereich selbständig sein wirst, ist das nicht nötig. Du bist dann freiberuflich unterwegs. Das ist im Einkommenssteuergesetz definiert. Im Zweifel hilft dir bei der Einschätzung dein zuständiges Gewerbe- oder Finanzamt weiter.

Ein Nebengewerbe anmelden

Mit dem Start deiner Selbstständigkeit musst du dein Gewerbe beim für dich zuständigen Gewerbeamt anmelden (Ausnahme: Freiberufler/innen). Das geht schnell, ist unkompliziert und kostet nicht viel. Am besten machst du es persönlich, dann bekommst du den Gewerbeschein meist sofort ausgehändigt. Ein Gewerbeamt in deiner Nähe findest du über den Behördenwegweiser. Das Gewerbeamt informiert dann alle weiteren Behörden und Institutionen von deiner Selbstständigkeit, also das Finanzamt oder gegebenenfalls auch die Industrie- und Handelskammer oder die Handwerkskammer. Im nächsten Schritt musst du einen „Fragebogen zur steuerlichen Erfassung“ für das Finanzamt ausfüllen, das dir daraufhin eine Steuernummer für dein Unternehmen zuteilt. Und dann kann es losgehen!

Identifikationsnummer für die Steuererklärung

Selbstständig neben dem Studium: Diese Steuern musst du zahlen

Als Selbstständige/r musst du eine Steuererklärung abgeben und unter Umständen auch Steuern zahlen und dich selbst darum kümmern, sie rechtzeitig ans Finanzamt zu überweisen. Die wichtigsten Steuern im Überblick:

  • Einkommenssteuer: Liegt dein Einkommen (= Einnahmen abzüglich Betriebsausgaben) über demSteuergrundfreibetrag von 9.168 Euro im Jahr (Stand 2019) musst du Einkommenssteuer zahlen. Mehr dazu hier.
  • Umsatzsteuer: Weist du auf deinen Rechnungen Umsatzsteuer aus, musst du diese ans Finanzamt abführen. Gegenrechnen kannst du die Vorsteuer aus Rechnungen, die du selbst als Betriebsausgabe gezahlt hast. Mehr dazu hier.
  • Gewerbesteuer: Verdienst du mehr als den jährlichen Freibetrag von 24.500 Euro, musst du Gewerbesteuer zahlen (Ausnahme: Freiberufler/innen). Mehr zur Gewerbesteuer hier.

Die Kleinunternehmerregelung

Selbstständige, die im Gründungsjahr unter 17.500 Euro Umsatz erwirtschaften und in den darauffolgenden Jahren mit einem Umsatz von unter 50.000 Euro rechnen, gelten als Kleinunternehmer/in. Als Kleinunternehmer/in musst du auf deinen Rechnungen keine Umsatzsteuer ausweisen und hast eine deutlich vereinfachte Buchhaltung, weil du dementsprechend auch keine Umsatzsteuer an das Finanzamt abführen musst. Mehr dazu hier.

Rechnungen schreiben: Achte auf die Pflichtangaben

Rechnungen schreiben: Was muss draufstehen?

Zu den Pflichtangaben auf einer Rechnung gehören der (Firmen-)Name und die Adresse von dir sowie des Rechnungsempfängers und die Steuernummer deines Unternehmens. Dazu eine fortlaufende Rechnungsnummer mit dem Rechnungsdatum, Menge und Bezeichnung deiner erbrachten Leistung mit Leistungszeitraum bzw. Lieferzeitpunkt. Dazu führst du den Nettobetrag, die Umsatzsteuer und den Bruttobetrag auf. Wenn du als Kleinunternehmer/in von der Umsatzsteuer befreit bist, muss auf deiner Rechnung ein eindeutiger Hinweis stehen, dass du auf den Ausweis der Umsatzsteuer verzichtest (Beispiel: „Gemäß § 19 (1) UStG enthält der ausgewiesene Betrag keine Umsatzsteuer.“).

Krankenversicherung: Der Umfang der Selbstständigkeit zählt

Solange du hauptberuflich Student und nebenberuflich selbstständig bist, bleibt bei deiner Krankenversicherung in der Regel alles beim Alten. Stuft die Krankenversicherung dich aber als hauptberuflich selbstständig ein, musst du dich freiwillig gesetzlich oder privat krankenversichern – was schnell teuer werden kann. Für die Einschätzung spielen deine Einnahmen und der zeitliche Aufwand, den du in die Selbstständigkeit investierst, eine Rolle. In der Regel ziehen die Kassen die Grenze zur Hauptberuflichkeit bei 20+ Std/Woche. Am besten informierst du dich diesbezüglich vorab bei deiner Krankenkasse. 

Was passiert mit dem BAföG?

Du musst deine Selbstständigkeit auch dem Bafög-Amt melden. Ob es zu Abzügen kommt, hängt von der Höhe deiner Einnahmen und der Stundenanzahl, die du in deine Selbstständigkeit investierst, ab. Am besten informierst du dich vorab bei deinem zuständigen Bafög-Amt, wie viel du verdienen darfst, ohne mit Abzügen rechnen zu müssen. Ein paar weitere Infos findest du auch hier.

Rechtsschutzversicherung

Ärger mit dem Kunden? Kein Problem!

In der Selbstständigkeit läuft leider nicht immer alles so, wie du es dir vorstellst. Damit du Konflikten ganz gelassen begegnen kannst, empfiehlt sich neben einer Betriebshaftpflichtversicherung auch eine Rechtsschutzversicherung, mit der du im Streitfall die Unterstützung bekommst, die du brauchst – ohne zusätzliche Kosten.

Frag einfach in einer VGH-Vertretung in deiner Nähe nach weiteren Infos. Du kommst aus Bremen oder Bremerhaven? Hier findest du alles Wichtige zur Rechtsschutzversicherung der ÖVB und zudem einen Berater der ÖVB direkt in deiner Nähe.

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