Minimalismus: Der Weg ins einfachere Leben

Minimalisten sind die besseren Optimisten

Wer wenig hat, muss sich um weniger sorgen. So einfach kann es manchmal sein. Geringer Besitz ist tatsächlich einer der Gründe, warum Minimalisten meist glücklicher sind als ihr Umfeld. Aber was spricht noch für einen einfacheren Lebensstil? Und wie wird man überhaupt zum Minimalist? Im Folgenden findet ihr Fragen und Antworten zum Thema Minimalismus.

Das erfährst Du in diesem Artikel

Darum sind Minimalisten so glücklich

Minimalisten sind die Rebellen unserer Konsumgesellschaft. Sie versuchen sich durch Verzicht dem Einfluss von Medien und der breiten Masse zu entziehen, um dadurch ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Minimalisten kommen nur mit dem Nötigsten aus und distanzieren sich bewusst von überflüssigem Konsum – und leben dadurch meist nachhaltiger und glücklicher als viele ihrer Mitmenschen.

Denn je mehr Besitz man hat, desto mehr Arbeit schwingt mit. Als Minimalist musst du weniger aufräumen und putzen, weil es einfach nicht mehr so viel zum Säubern gibt. Das mindert zusätzlich den Alltagsstress – auch, weil nicht mehr so viele zeitaufwendige Fragen beantwortet werden müssen: Was ziehe ich heute an? Welche Schuhe passen dazu? Wo soll ich das jetzt am besten verstauen?

Solche – wenn wir es zugeben wollen, doch sehr banalen – Fragen versperren uns den Blick auf wichtigere Angelegenheiten und rauben uns unnötig Zeit. Eine leere Bude macht hingegen auch Platz in unseren Köpfen und öffnet den Blick fürs Wesentliche. Während wir also noch grübeln, ob diese Tasche wirklich zum Rest unseres Outfits passt, befassen sich Minimalisten mit wichtigeren Entscheidungen: Soll ich den Job annehmen? Wie soll ich meinen Vermögen anlegen? Wie sorge ich am besten für meine Rente vor?

Ein weiterer Punkt für den Minimalismus: Man lebt bewusster. Minimalisten setzen sich mit ihrer Umgebung auseinander, hinterfragen sie und überdenken den Nutzen einzelner Gegenstände. Und je weniger du besitzt, desto mehr lernst du wertzuschätzen, was du noch hast. Das kann ungewohnte Freuden aufleben lassen, z.B. wenn wieder frische Wäsche im (jetzt kleineren) Schrank bereit liegt.

Projekt 333: Mit System zum stylischen Minimalismus

Mit dem Projekt 333 hast du eine ganz einfache Anleitung, durch die du deinen Kleiderschrank aufs Nötigste ausrichten kannst. Dabei steht die erste 3 für einen Zeitraum von 3 Monaten (Frühling, Sommer, Herbst und Winter). Die 33 steht für deine persönlichen Lieblingsstücke.
Für jede Jahreszeit gilt es nun, eine Kerngarderobe (Capsule Wardrobe) zusammenzustellen. Alle anderen Kleider werden entweder aufgehoben und weggepackt oder ausgemistet, verkauft oder verschenkt. Wichtig ist, dass du auf einen Blick im Schrank nur deine 33 Lieblingsstücke vor dir siehst. Die Kerngarderobe besteht aus 33 Teilen, inklusive Jacken, Schuhe, Taschen und Accessoires. Unterwäsche, Schlaf- und Sportbekleidung sowie sentimentale Schmuckstücke wie der Ehering zählen nicht dazu. Denke daran, dass du Klamotten aussuchst, in denen du 3 Monate lang leben und arbeiten kannst. Wenn Dinge nicht mehr passen oder kaputtgehen, kannst du sie ersetzen.

So schnell ist der Weg ins einfachere Leben

Sich erstmal für das vereinfachte Leben aufzuraffen, kann schwierig sein. Denn meist muss man, bevor es richtig los gehen kann, noch einige Laster und überflüssiges Zeug loswerden. Wir geben dir ein paar Anleitungen an die Hand, wie das am besten klappt.

Du hast ja echt keinen Plan! Oder?

Einfach drauf los zu räumen kann funktionieren, aber auch im Chaos enden. Besser ist es, du machst dir einen Plan, an den du dich halten kannst. Überlege dir ein System, um effizient vorzugehen, indem du dir zum Beispiel nur ein Zimmer oder eine Ecke pro Tag vornimmst. Um das Ganze dann noch dingfest zu machen, trage diese Zeit als festen Termin in deinen Kalender ein. Dann hast du keine Ausreden mehr und Zeit, die wirklich wichtigen Dinge anzupacken, wie z.B. deine Altersvorsorge. Denn im Gegensatz zum Minimalismus über Nacht kommt die Rente bestimmt. Noch ein Grund mehr, Platz in deinen vier Wänden und deinem Kopf zu schaffen und dir frühzeitig über dein Leben im Alter Gedanken zu machen.

Musik an!

Okay, wir geben es ja zu: Aussortieren gehört wohl nicht zu den spaßigsten Zeitvertreiben. Aber die Mühe lohnt sich! Danach wirst du dich gleich viel befreiter fühlen. Schalte doch ein bisschen deine Lieblingsmucke an, damit alles ein wenig lockerer von der Hand geht. Mit Rhythmus läuft das Aussortieren bestimmt gleich viel besser.

Du brauchst das nicht!

Erwischt! Ist da nicht gerade wieder ein Paar Sneaker in deinem Warenkorb gelandet? Hast du nicht schon zwei Paar weiße Turnschuhe? Nicht mit so einer Sohle, sagst du? Aber brauchst du die denn wirklich? Soll heißen: Müsstest du sonst barfuß gehen? Im Minimalismus geht es darum, auf überflüssigen Konsum bewusst zu verzichten. Kaufe also nur noch Dinge, die du auch wirklich benötigst.

Digitales Chaos

Auch auf unseren Laptops, Computern und Smartphones kann Chaos herrschen. Mit ein paar Schritten lässt du hier ebenfalls Minimalismus einziehen:

  1. Aussortieren: Lösche alle Dateien, die du nicht mehr benötigst, und durchforste deine Kontakte nach veralteten Nummern.
  2. „Sauberer“ Desktop: Lege nur Dateien auf den Desktop ab, die du in Kürze brauchst, und strukturiere diese in aussagekräftigen Ordnern.
  3. Ordnerstruktur: Gliedere deine Dateien in Ordnern und lege für jeden die gleiche Struktur an, um Dateien schnell wiederzufinden.

Für akute Fälle: die Karton-Methode

Du hast das Gefühl, dir stürzt die Decke auf den Kopf und alles wird einfach zu viel? Dort liegen die Hanteln von dem Fitness-Spleen, den du vor 14 Monaten hattest, da tummelt sich das Geschirr, das du eh nie nutzt, und in der letzten Ecke türmen sich die Zeitschriften, die du immer mal zu Ende lesen wolltest.
Mit einer etwas radikaleren – aber sehr effektiven – Vorgehensweise kannst du dein Leben sehr schnell minimalistisch gestalten: Mit der Karton-Methode wirst du alles los, was dich zur Zeit unglücklich macht. Verstaue ALLE Dinge in der Wohnung in Umzugskartons. Die nächsten Tage wirst du aus diesen Boxen leben. Danach stellst du nur das zurück, was du in der Zeit auch benötigt hast. Die Überbleibsel in den Kartons werden verkauft, verschenkt oder weggeworfen.

Zurück in die Bib!

Nein, du sollst nicht nochmal die Schulbank drücken. Aber du könntest den Bücherstapel auf dem durchgebogenen Regal auf einem Minimum halten, indem du dir wie früher einen Bücherausweis zulegst – das ist zusätzlich auch noch umweltfreundlicher als ständig neue Bücher zu kaufen.

Nicht das Ziel aus den Augen verlieren

Zu verzichten ist nicht immer einfach. Aber es ist leichter, wenn du deine Ziele im Gedächtnis behältst. Wiederhole im Kopf, warum du dich für diese Lebensweise entschieden hast und warum das genau das Richtige für dich ist. Dann fällt dir die Umsetzung auch einfacher.

Auch Falt-Expertin und Aufräum-Guru Marie Kondo rät, sich immer wieder vor Augen zu halten, was man erreichen möchte, um sich zum Weitermachen zu motivieren.

Mann in Hängematte

Klarer Blick durch Minimalismus – auch bei Finanzen

Wer einen Überblick über seine Finanzen hat, weiß auch, worauf er verzichten und wo er dadurch sparen kann. Dies kann dann für sinnvolle Dinge genutzt werden, wie z. B. die Altersvorsorge. Wir helfen dir in einem persönlichen Gespräch, herauszufinden, wie du diese am besten anlegst.

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