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Tipps von Kinderärzten: So werden deine Kinder nicht zu kleinen Schnief-Monstern

Wie jedes Jahr ist die gesamte Kita- oder Kindergartengruppe wieder dabei, ordentlich Keime zu sammeln, um sie in den kommenden Monaten gerecht untereinander aufzuteilen. Wer verhindert die Rotzärmel und das kindliche Husten, das ungebremst und aus voller Lunge die Räume füllt? Auch wenn Erzieher, Betreuer und Eltern mit größtmöglicher Sorgfalt ein Auge auf die Hygieneregeln haben, sind Infekte – besonders in den Herbst- und Wintermonaten – kaum zu vermeiden. Die Alternative? Eine gemeinschaftliche Isolation zuhause und jeden Tag Disney-Filme, um die gute Laune nicht abreißen zu lassen: „Tut mir leid, Maus, aber den Linus darfst du erst ab März wieder sehen, das weißt du doch“.

Redakteurin Annika Adler
von Annika Adler4 November, 2021
Zwei Kinder spielen in der kalten Jahreszeit draußen
Das Wichtigste in einer Minute

Herbst und Winter sind Erkältungssaison. Gerade in der Krippe, der Kita oder im Kindergarten ist die Quote an laufenden Nasen höher als sonst wo. Das liegt daran, dass das kindliche Immunsystem sich erst aufbauen muss – indem es Infekte überkommt. Dabei hat eine Ansteckung nichts damit zu tun, dass euer Kind zu lange oder zu dünn angezogen an der kalten Luft war. Tatsächlich stärkt das Toben draußen auch im Winter und Herbst das kindliche Immunsystem. Heizungsluft hingegen trocknet die Schleimhäute aus und macht sie anfälliger für Viren. Mit Probiotika oder Nahrungsergänzungsmitteln lässt sich da wenig machen. Alles, was eure Kleinen an Bakterien und Vitaminen brauchen, steht ihnen auf natürliche Weise zur Verfügung. Helfen könnt ihr vor allem, indem ihr euch richtig auf die unvermeidliche Infektsaison vorbereitet. Abschwellendes Nasenspray und fiebersenkende Schmerzmittel sollten Grundbestandteil eurer Hausapotheke sein. Ansonsten solltet ihr dafür sorgen, dass euer Kind genug Flüssigkeit und Zucker zu sich nimmt, auf das Einreiben mit ätherischen Ölen könnt ihr bei kleineren Kindern dagegen verzichten. Und im Zweifelsfall: ab zum Arzt!

Diese Vorstellung ist natürlich ebenso absurd, wie sie ein Albtraum für das kindliche Immunsystem ist. Denn auch, wenn ihr euer Kind am liebsten vor jeglicher glühenden Stirn und verstopfen Nase bewahren möchtet: Kranksein muss sein.

Das wissen Laura Gramms, Weiterbildungsassistentin in einer Hannoveraner Kinderarztpraxis und Matthias Feindt, Facharzt für Kinderheilkunde und Jugendmedizin und der stellvertretende Vorsitzende des Landesverbands der Kinder- und Jugendärzte Niedersachsen. Wieviel Kranksein tatsächlich sein muss, welchen Halbwahrheiten ihnen im Berufsalltag immer wieder begegnen und was ihr konkret tun könnt, wenn ihr ein ständig krankes Kind zuhause habt – mit diesen Fragen haben wir sie konfrontiert.

Ständig krankes Kind liegt in Bett

Erkältungssaison 2021: ein Marathon der laufenden Nasen

Im Herbst und Winter steigt die Quote an laufenden Nasen, ganz besonders in Krippe, Kita und Co. – aber warum ist das so? Laura Gramms verweist auf die sinkenden Außentemperaturen. Die allein würden zwar nicht dafür sorgen, dass wir uns schneller erkälten.

Dr. Laura Gramms, Weiterbildungssassistentin aus der Kinderarztpraxis Karsten Herken
Dr. Laura Gramms, Weiterbildungssassistentin in der Kinderarztpraxis Karsten Herken

Allerdings könnten Viren so leichter überleben. „Dazu kommt, dass wir uns vermehrt in Innenräumen aufhalten, wo sich die Viren dann gut unter den Menschen verbreiten können“, erklärt Dr. Gramms. Gleichzeitig trocknet die warme Heizungsluft unsere Schleimhäute aus und sorgt dafür, dass sie anfälliger für besagte Viren werden.

Unsere Kleinsten bewegen sich in einer besonders keimfreundlichen Umgebung: „Bei Kindern, die in Einrichtungen betreut werden, kommen im Herbst meist neue Kinder in die Gruppe, die wiederum neue Viren mitbringen und verbreiten.“ Doch das sind nicht die einzigen Gründe für die Welle kindlicher Schniefnasen. Matthias Feindt verweist dabei auf die natürliche Entwicklung des kindlichen Abwehrsystems. Bis zum Ende der Grundschulzeit werde das Immunsystem noch trainiert – mit dem Überkommen von Infekten: „Das bedeutet natürlich, dass die Kinder in der Zeit ständig krank sind.“ Daran könne man leider wenig ändern, das sei eine vollkommen natürliche Entwicklung.

Matthias Feindt, Facharzt für Kinderheilkunde und Jugendmedizin, stellvertretender Vorsitzende des Landesverbands der Kinder- und Jugendärzte Niedersachsen
Matthias Feindt, Facharzt für Kinderheilkunde und Jugendmedizin, 1. stellvertretender Verbandsvorsitzender BVKJ Niedersachsen

Ist euer Kleinkind also ständig krank, ist das erstmal kein Grund zur Beunruhigung, sondern zeigt, dass das Immunsystem eures Kindes sich immer weiter aufbaut. Es lernt so verschiedene Viren kennen und weiß beim nächsten Mal, wie es sie abwehren kann. Dass dieser Prozess 2021 besonders angekurbelt wird, erleben die beiden Experten im Berufsalltag.

Matthias Feindt hat dafür eine logische Erklärung: „Wir haben im letzten Jahr für alle Kinder sehr wenig Training gehabt.“ Denn das Wegfallen der Betreuungen, das Maskentragen und die besondere Vorsicht, was die Einhaltung der Hygieneregeln angeht, haben dafür gesorgt, dass viele Familien die Erkältungssaison 2020 ausgesessen haben.

„Das Immunsystem vieler Kinder ist deutlich heruntergefahren, weil es im letzten Jahr sehr wenig Infekte gab“, bestätigt Dr. Gramms. „So haben die Viren dieses Jahr ein leichtes Spiel.“

Von Halbwahrheiten bis Werbetricks

Wie so oft, decken sich auch hinsichtlich des kindlichen Immunsystems die über Generationen weitergetragenen Weisheiten oder Tipps aus dem Internet nicht immer mit dem aktuellen medizinischen Fachwissen. Nicht alles, was wir hören oder lesen, ist falsch. Aber häufig ist es nur die halbe Wahrheit – ganz besonders, wenn Unternehmen cleveres Marketing betreiben, um uns davon zu überzeugen.

„Zieh dich warm an, sonst erkältest du dich“

Ein Satz, den jeder von uns schon von den eigenen Eltern oder Großeltern gehört hat und bei dem ihr vielleicht versucht seid, ihn auch an eure Kinder weiterzugeben. Doch, obwohl es sich intuitiv logisch anhört, haben niedrige Temperaturen nicht direkt etwas damit zu tun, dass euer Kind sich einen Infekt einfängt. „Ein klassischer Irrglaube ist, dass Erkältungen durch Kälte kommen“, erklärt Kinderarzt Matthias Feindt. „Im Sinne von: ‚Du hast ja auch keine Jacke angehabt, da muss man sich nicht wundern.‘ Tatsächlich gibt es dazu aber keinerlei Daten.“

Auch die Tatsache, dass eine Kindernase just in dem Moment anfängt zu laufen, in dem es an die frische Luft geht, ist kein Zeichen für eine mögliche Erkrankung. Im Gegenteil: „Die derzeit kalte, feuchte Luft ist für die Schleimhäute sehr gut geeignet. Sie aktiviert deren Oberfläche“, weiß der Experte. „Und das bedeutet, vermehrt Sekret zu produzieren und die Härchen zu aktivieren. So treffen Krankheitserreger auf eine dicke Schutzschicht, die dann auf natürlichem Wege abtransportiert werden, ohne dass die Viren an den Körper selbst herankommen.“ Heißt: Kinderrotz (genauso wie der unsere) fängt Erreger ab und spült sie sturzbachartig aus der Nase, was die Wahrscheinlichkeit, sich zu infizieren, senkt. Deshalb sollte er im besten Falle im Taschentuch aufgefangen werden. Denn Schnodderärmel sind eine gute Gelegenheit, sich die ausgespülten Viren direkt wieder in die Nase zu reiben oder an anwesende Spielpartner weiterzugeben.

„Probiotika und Nahrungsergänzungsmittel stärken das Immunsystem“

Das Vorhandensein der richtigen Darmbakterien ist Voraussetzung für ein funktionierendes Immunsystem, richtig. Das wird deutlich, wenn zum Beispiel bei einer Knochenmarktransplantation der Körper frei von Keimen sein muss – egal welcher Art. „Wenn einem Kind deshalb die gesamte Darmflora fehlt, dann geht die Abwehrleistung ganz erheblich nach unten“, führt Kinderarzt Matthias Feindt aus. Viele Eltern würden daraus den Umkehrschluss ziehen, dass die Vermehrung „guter“ Darmbakterien das Immunsystem stärke.

Das versuchen uns auch entsprechende Marketing-Kampagnen zu vermitteln. „Darmbakterien werden im Moment extrem beworben. Man kann sie als Joghurt oder Nahrungsergänzungsmittel kaufen. Es gibt sogar Medikamente, die diesen Inhalt haben und immunstärkend wirken sollen.“ Dass die Mittel grundsätzlich für eine Ansiedelung der entsprechenden Bakterien im Darm sorgen und nachhaltig Botenstoffmuster verändern, stellt er nicht in Frage. Die Zweckmäßigkeit dieser Veränderungen erweist sich dagegen als problematisch. „Dass die Vorgänge wiederum eine Verbesserung der Abwehr oder eine verstärkte Immunantwort erzeugen, ist nicht belegt“, erklärt der Kinderarzt.

Entsprechende Probiotika sind, ebenso wie Nahrungsergänzungsmittel, also nicht notwendig – auch weil euer Kind bereits alle Bakterien und Nährstoffe in sich trägt, die es für ein gesundes Immunsystem braucht. „Es gibt quasi gar keine Chance, davon zu wenig zu haben, wenn kein Extremfall wie eine Transplantation oder Fehlernährung vorliegt“, bekräftigt Matthias Feindt.

„An apple a day keeps the doctor away“

Obst und Gemüse sind ein wichtiger Bestandteil einer ausgewogenen Ernährung – Spinat, Brokkoli und weiteres unbeliebtes Grünzeug inklusive. Eure Mühen sind also nicht umsonst. Aber einen Apfel täglich für‘s Immunsystem? So einfach funktioniert es leider nicht. Denn eine vorbeugende Wirkung von gesunder Ernährung konnte laut Matthias Feindt bisher nicht nachgewiesen werden. „Natürlich sollen Kinder gesund ernährt werden“, betont er. Trotzdem legt er Wert auf ehrliche Kommunikation gegenüber den Eltern: „Man kann einfach nicht sagen: ‚Du musst dein Kind gesund ernähren, damit es nächste Woche keinen Schnupfen hat.‘ Das wäre zu weit gegriffen. Jedenfalls kann man das nicht belegen.“

Der Mythos Quetschie

Was gut belegbar ist: nicht jedes Obst ist gleich Obst. Dass Milch und Kalzium Kinderschokolade nicht gesund machen oder das Vitamin C in Kaubonbons nicht mit dem Mehrwert natürlichen Obstes mithalten kann – klar. Aber was ist mit Obst oder Gemüse, das scheinbar nur püriert ist? „Da setzt die Industrie an. Sie sagt: ‚Wir packen einfach den Apfel in eine gut genießbare Form, indem wir ihn von allen Dingen befreien, die nicht so lecker sein könnten‘“, führt Kinderarzt Matthias Feindt aus. Schale, Kerngehäuse und Stiel werden entfernt, der Rest wird in Plastik gepackt und als Quetschie verkauft. „Für Eltern ist das super praktisch, weil danach nicht alles klebt. Die Kinder freuen sich, weil sie nuckeln können und alle Bitteranteile draußen bleiben, da die Schale gar nicht erst verarbeitet wird“, erklärt der Experte. Das Problem sei jedoch, dass dadurch auch wertvolle Ballaststoffe fehlen, was wiederum zu vermehrter Verstopfung führt. Dazu kommt ein enorm hoher Zuckergehalt, der im Vergleich sogar dem in Fruchtzwergen oder Fanta übersteigen kann. Obwohl uns die Vermarktung also glauben machen will, dass sie gesund sind, ist das Fazit des Kinderarztes klar: „Quetschies sind Süßigkeiten!“
„Brust und Rücken einzusalben, erleichtert das Atmen“

Bei Erwachsenen? Auf jeden Fall! Denn die Erkältungsmittel enthalten ätherischen Öle, die dir die Atmung bei Infekten der oberen Luftwege erleichtern. Geht es um eure Schniefnase zuhause, rät Kinderarzt Matthias Feindt jedoch zur Vorsicht: „Je kleiner die Kinder sind, desto mehr führt das zu einer Reizung der Atemwege, die nicht nur den Schleim lockerer macht, sondern auch die Atemwege verengt“, erklärt er. Für uns Erwachsene sei das egal, bei der Größe unserer Atemwege mache eine leichte Verengung nichts aus – wir merken nur, dass sich der Schleim löst und wir nach dem Abhusten entspannter atmen können. Bei Kindern können die Erkältungssalben jedoch mehr Probleme mit sich bringen, als sie lösen. Produkte mit ätherischen Ölen empfiehlt Feindt deshalb bewusst nicht.

„Durchmachen schützt besser als Impfen“

Durchmachen schützt zwar, dabei sollte jedoch genau differenziert werden. „Viele Eltern vergessen, dass es zur Stärkung des Immunsystems gehört, dass Kinder auch mal einen Infekt haben“, weiß Dr. Gramms. Das gilt jedoch nur für normale Viren. „Bei den gängigen Kinderkrankheiten stimmt das natürlich nicht. Eine Impfung gegen diese Erkrankungen ist ein mindestens genauso guter Schutz“, betont sie. Zudem hätten die Kinder so mit weniger Nebenwirkungen zu kämpfen, als wenn sie z. B. tatsächlich an Masern oder Mumps erkranken.

Dieser Meinung ist auch Matthias Feindt: „Es macht überhaupt keinen Sinn, dass ein Kind einzelne vermeidbare Erkrankungen durchmacht. Es wird dann gerne behauptet, das würde das Immunsystem trainieren“, erklärt er. „Es gibt jedoch genügend andere Erkrankungen, die das Immunsystem trainieren und gegen die wir nicht impfen können.“ Für ihn ist das Argument deshalb hinfällig.

Nicht immer ist es möglich, gefährliches Halbwissen von fachlich wertvollen Ratschlägen zu unterscheiden. Dafür braucht es einen vertrauensvollen medizinischen Beistand – besonders, wenn die Lage doch ernster ist, als ursprünglich vermutet. Dann würden wir alles tun, um die Gesundheit unseres Kindes wiederherzustellen. Damit das im Fall der Fälle uneingeschränkt möglich ist, lohnt es sich, in eine erstklassige medizinische Versorgung zu investieren – für eure ganze Familie.

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Das Immunsystem eures Kindes stärken: So geht’s wirklich

Wenn euer Kind fiebernd im Bett liegt, würdet ihr ihm am liebsten jedes kleinste bisschen Leid abnehmen. Doch hier gleicht das Immunsystem der Erziehung: Ihr könnt versuchen, die bestmögliche Ausgangsbasis zu schaffen, aber dann müssen die Kleinen ihre eigenen Erfahrungen machen – und im Zweifelsfall seid ihr zur Stelle. Mit der bestmöglichen Ausgangsbasis für ein gesundes Immunsystem verhält es sich glücklicherweise nicht ganz so anspruchsvoll wie mit der Erziehung. Möchtet ihr euer Kind im natürlichen Aufbau seiner Abwehrkräfte unterstützen, solltet ihr auf Folgendes achten:

  • Bewegung (an der frischen Luft)
  • Kontakt zu anderen Kindern
  • Schlaf-Wach-Hygiene
  • Bildschirmzeiten
  • Heizen/Lüften

„Zur Stärkung des Immunsystems trägt, nicht nur bei Kindern, viel Bewegung an der frischen Luft bei – gerne auch bei Wind und Wetter“, erklärt Weiterbildungsassistentin Dr. Laura Gramms. Auch der Kontakt zu anderen Kindern treibe dessen Bildung und Stärkung voran.

Kind zeigt Holzspielzeug anstatt Bildschirme. Auch letztere hängen mit dem kindlichen Immunsystem zusammen.

Matthias Feindt vom Landesverband der Kinder- und Jugendärzte Niedersachsen plädiert zudem für ein vernünftiges Umfeld: „Das bedeutet, die Eltern sollten in der Wohnung nicht rauchen und es sollte generell wenig Zeit vor Bildschirmen verbracht werden.“ Ersteres hänge bewiesenermaßen mit einer erhöhten Anfälligkeit für Lungeninfekte bei Kindern zusammen. Letzteres sei vor allem für eine gute Schlaf-Wach-Hygiene wichtig, die ebenfalls Voraussetzung für ein gesundes Immunsystem ist. Das blaue Bildschirmlicht signalisiert unserem Körper, dass es noch Tag ist und sorgt dafür, dass der körpereigene Sandmann seinen Dienst nicht verrichten kann – wir werden nicht müde. Solltet ihr euch also fragen, warum euer Kleinkind zur Primetime noch im Schlafanzug durch die Wohnung wandert, könnte der laufende Fernseher die Antwort sein. Was vielen Eltern laut Feindt außerdem nicht bewusst sei: „Kinder konsumieren fast immer mit. Das sorgt zusätzlich für einen Mangel an Bewegung und Anregung.“

Neben diesen Basics empfiehlt der Kinderarzt in der kalten Jahreszeit ein gesundes Verhältnis zwischen Heizen und Lüften. „Heizungsluft ist warm und damit auch trocken. Trockene Luft wiederum sorgt für ausgetrocknete Schleimhäute, die besonders anfällig für das Andocken von Viren aller Art sind“, erklärt er. „Beim Lüften dagegen haben wir im letzten Jahr erlebt, dass wir den Schleimhäuten etwas Gutes tun und die Kinder zusätzlich dabei unterstützt haben, gesund zu bleiben.“ Bei vielen Eltern halte sich jedoch die Fehlannahme, dass es nachts bei geöffnetem Fenster zu kalt sei – ganz besonders, wenn das Kind die Decke regelmäßig wegstrample. Tatsächlich jedoch sei das ein Zeichen dafür, dass dem Kind zu warm sei. Erlebt ihr das zuhause ähnlich, ist es also kein Grund direkt die Schotten dicht zu machen.

Fieber messen bei ständig krankem Kind
Kinder spielen im Kindergarten zusammen und stärken so ihr Immunsystem
Kind klettert auf Baum und stärkt so sein Immunsystem
Krankes Kind sitzt zuhause auf Couch

Das Infekt-1x1 und die perfekte Hausapotheke

Die erbarmungslose Erkältungssaison hat auch vor eurer Familie keinen Halt gemacht. Euer Kind liegt mit glühenden Wangen neben einem Berg benutzter Taschentücher und auch Mama und Papa spüren zunehmend ein Kratzen im Hals. Was hilft? Wir haben euch die Tipps unserer beiden Kindermedizin-Experten zusammengestellt. Dabei wird deutlich: Weniger ist mehr und Zwiebeln sind eine super Sache.

Akuttipps bei Infekten:

  1. Ruhe und Geduld
  2. Auf ausreichende Trinkmenge achten
  3. Bei Appetitlosigkeit Traubenzucker geben oder im Trinken auflösen (Kind darf nicht unterzuckern)
  4. Tee mit Honig gegen Entzündung (für Kinder, die älter als ein Jahr alt sind)
  5. Gegen eine verstopfte Nase eine aufgeschnittene Zwiebel in den Schlafraum legen
  6. Bei Mittelohrentzündung Zwiebelsäckchen auf die Ohren
Hand reicht Medikamente, die helfen können, wenn das Immunsystem deines Kindes schwächelt

Das darf in der Hausapotheke nicht fehlen:

  1. Abschwellende Nasentropfen
    Wann? Wenn euer Kind trotz Salzwasser-Nasenspülung nicht richtig Luft bekommt und deshalb nicht schlafen kann. Kann auch bei Ohrenschmerzen helfen.
  1. Fiebersenkende Schmerzmittel
    Wann? Wenn euer Kind nachts aufwacht und aufgrund des Fiebers sichtlich (oder hörbar) unter Schmerzen leidet.

Andere Medikamente solltet ihr nur auf konkreten ärztlichen Rat hin geben. Auch wenn sich der gesundheitliche Zustand eures Kindes verschlechtert, es lange hohes Fieber hat, keine Mittel mehr dagegen wirken oder Essen und Trinken verweigert werden, solltet ihr euch auf den Weg zum Arzt machen. Hier können euch Unsicherheiten oder ein schlechtes Bauchgefühl genommen werden.

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