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Du möchtest dir einen Hund anschaffen? Darauf musst du achten

Wenn du dir einen Hund anschaffen möchtest, ploppen plötzlich tausend Fragen auf: Welche Hunderasse passt zu mir? Was kostet das? Wo finde ich die richtige Flauschnase: Züchter oder Tierheim? Darf ich in der Wohnung überhaupt ein Tier halten? Und noch viele Fragen mehr. Bevor du dich Hals über Kopf in den nächstbesten Welpen verliebst, lohnt es sich, ein paar grundlegende Fragen zu klären. So sind am Ende Hund und Herrchen glücklich.

Rasse: Welcher Hund passt zu mir?

Hunde gibt es in allen Größen, Formen und Farben. Die Entscheidung für eine bestimmte Rasse sollte allerdings nicht nur von der Optik abhängen, denn: Unterschiedliche Hunderassen stellen ganz verschiedene Ansprüche an ihre Halter. Überleg dir deshalb vor der Anschaffung, was du zukünftig mit deinem Vierbeiner vorhast. Diese Fragen helfen beim Ordnen der Gedanken:

  • Wie groß darf/soll mein Hund sein?
  • Möchte ich eher einen ruhigen oder einen aktiven Zeitgenossen?
  • Soll der Hund etwas Spezielles tun: Wachen, Hundesport, Jagen?
  • Wie viel Platz kann ich dem Tier bieten?
  • Wie viel Zeit habe ich fürs Gassigehen und Spielen?
  • Wie lange ist der Hund täglich allein?
  • Muss sich dein neuer Mitbewohner mit anderen Haustieren oder Kindern vertragen?

Wenn du noch gar keine Erfahrung mit Hunden hast, kann ein kleiner Online-Test eine gewisse Orientierung bieten, welche Hunderassen für dich infrage kommen. Am Ende hat natürlich jeder Hund seine ganz eigene Persönlichkeit und ihr müsst charakterlich zusammenpassen. Das Aussehen ist da doch eher zweitrangig.

Hund anschaffen: Golden Retriever schläft auf dem Bett
Jeder Hund hat einen eigenen Charakter. Überlege dir vorher gut, welche Rasse zu dir passt.

Finanzielles: Was kostet ein Hund?

Wenn du dir einen Hund anschaffst, kommt eine Menge Verantwortung auf dich zu. Immerhin werden Hunde bis zu 15 Jahre alt, brauchen Futter und Pflege und werden dabei auch mal krank. Mit den Anschaffungskosten allein ist es also nicht getan. Doch fangen wir von vorne an.

Zuerst stellt sich die Frage, woher du deinen Hund holst: Aus dem Tierheim oder vom Züchter? Tierschutzorganisationen verlangen eine Schutzgebühr von etwa 150 bis 300 Euro. Soll es aber eine ganz bestimmte Rasse sein, kannst du mit 500 bis 2.500 Euro rechnen. Informiere dich am besten vorher, was der marktübliche Preis für deine Wunschrasse ist. Bietet jemand Welpen deutlich günstiger an, solltest du hellhörig werden. Dahinter stecken meist unseriöse Vermehrer statt verantwortungsvoller Züchter. Hundezüchter aus Bremen und Niedersachsen findest du zum Beispiel online beim Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH).

Für die Erstausstattung solltest du etwa 300 Euro einkalkulieren. Ein bisschen günstiger geht es mit gebrauchtem Zubehör. Doch wenn es hier schon eng wird, solltest du grundsätzlich überlegen, ob du es dir wirklich leisten kannst, dir einen Hund anzuschaffen.

Hund anschaffen: Checkliste für die Erstausstattung

  • hochwertiges Hundefutter
  • Näpfe für Futter und Wasser
  • Leckerchen
  • Spielzeug
  • Halsband, Leine, Laufgeschirr
  • Transportzubehör – Tragetasche, Box oder Gitter fürs Auto
  • Mikrochip zur Identifikation
  • Hundekissen oder Körbchen

Dann sind da noch die laufenden Kosten:

  • Futter
  • Hundeschule oder Verein
  • Tierarzt – zum Beispiel Impfungen, Wurmkur, mögliche Krankheiten
  • Hundesteuer
  • Versicherungen – zum Beispiel Haftpflicht, OP-Kostenversicherung

Mit billigem Futter bekommst du einen kleinen Hund für 20 Euro im Monat satt – besonders gesund ist das aber in der Regel nicht. Schaffst du dir einen großen Hund an und fütterst ihn mit Frischfleisch und Gemüse, liegst du schnell bei 100 bis 200 Euro pro Monat. Du siehst: Es ist schwer zu sagen, was Hundehaltung genau kostet. Ein paar Hundert Euro solltest du dafür aber monatlich übrig haben, um dein Tier gut versorgen zu können – auch falls mal was passiert und dein Vierbeiner zum Tierarzt muss.

Chip, Anmeldung und Hundesteuer

Jeder Hund muss gechippt und angemeldet werden. Den Chip setzt der Tierarzt für etwa 50 Euro ein. Die Anmeldung kostet in Niedersachsen 17,26 Euro (online) beziehungsweise 23,50 Euro (schriftlich oder telefonisch).

Außerdem musst du jährlich eine Hundesteuer zahlen, wenn du dir einen Hund angeschafft hast. Wie hoch die ausfällt, entscheiden die Kommunen. In Niedersachsen sind das meist 100 bis 170 Euro im Jahr beziehungsweise 600 bis 700 Euro für Rassen, die als gefährlich gelten. In Bremen bezahlst du 150 Euro jährlich – egal welche Rasse dein Hund hat.

Rechtliches: Darf ich den Hund überhaupt halten?

In Niedersachsen müssen Hundehalter seit 2013 einen Sachkundenachweis erbringen: Willst du dir zum ersten Mal einen Hund anschaffen, musst du vorher eine theoretische Prüfung ablegen. Innerhalb des ersten Jahres mit deinem felligen Begleiter müsst ihr dann noch zur praktischen Prüfung antreten. Hier findest du eine Liste mit Prüfern in deiner Nähe.

Wenn du dir einen Hund anschaffen möchtest, der zu einer der folgenden Rassen gehört, sieht es leider schlecht aus:

  • Pitbull-Terrier
  • Bullterrier
  • American-Stafford-Terrier
  • Staffordshire-Bulllterrier

Diese Hunde standen früher als sogenannte „Kampfhunde“ auf der Rasseliste. Die hat Niedersachsen zwar zugunsten eines individuellen Wesenstests aufgegeben, aber dennoch dürfen diese Rassen nicht neu nach Deutschland eingeführt werden. Für Anfänger sind diese Hunderassen aber ohnehin wenig geeignet.

hund anschaffen: Junger Mann streichelt einen Golden Retriever
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Tierhalterhaftpflicht ist ein Muss

In Niedersachsen ist eine Tierhalter-Haftpflichtversicherung für alle Hundehalter Pflicht – egal wie klein, lieb und gut erzogen dein Vierbeiner auch sein mag. Das ist eine gute Sache, denn so bist du immer abgesichert, falls beim Rumtollen doch mal ein Schnapper daneben geht und dein Hund dadurch jemanden verletzt oder etwas kaputt macht, was dir nicht gehört. Die Tierhalter-Haftpflichtversicherung übernimmt außerdem für dich die Prüfung, ob und in welcher Höhe du für einen Schaden haftest. Berechtigte Ansprüche begleichen wir und unberechtigte Ansprüche wehren für dich ab. Du kommst aus Bremen oder Bremerhaven? Hier geht es zu den Infos der Tierhalter-Haftpflichtversicherung der ÖVB.

Wenn du kein eigenes Haus hast, solltest du mit deinem Vermieter sprechen, bevor du dir einen Hund anschaffst – der darf dir die Haltung nämlich verbieten. Außerdem solltest du in einer Mietwohnung an deine Nachbarn denken: Manche Rassen bellen sehr viel. Das kann schnell zu Ärger mit den anderen Mietern führen.

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