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Tipps zur erfolgreichen Gehaltsverhandlung für Frauen

Frauen haben heute alle Möglichkeiten: Sie sind Ärztinnen, Einzelhandelskauffrauen, Ingenieurinnen oder Polizistinnen. In der Wirtschaft übernehmen sie Führungspositionen. Doch noch immer erleben Frauen in der Arbeitswelt oft Ungerechtigkeiten, denn sie verdienen weit weniger  als ihre männlichen Kollegen. Lohngleichheit? Fehlanzeige! Darunter leidet nicht nur die Karriere, weniger Gehalt bedeutet auch weniger finanzielle Absicherung im Alter. Hast du so etwas auch schon erlebt?
Unser Tipp: Mach’ jetzt den Anfang! Sei mutig! Ob Gehaltserhöhung bzw. Gehaltsanpassung – dir fehlen überzeugende Argumente und die richtige Motivation? Wir helfen dir.

Hey Boss, ich will mehr Geld!

Mit diesen fünf Tricks läuft das Vier-Augen-Gespräch mit der Chefin oder dem Chef nach deinen (Gehalts-)Vorstellungen.

1. Sei mutig:

„Würden Sie …“, „hätten Sie …“, „könnten Sie …“ – Schluss mit Konjunktiven! Trete selbstbewusst auf, denn ein passives Gesprächsverhalten führt selten zum Erfolg. Was hast du bisher geleistet? Welchen Mehrwert hast du für das Unternehmen erzielt? Versetze dich in die Rolle der Chefin oder des Chefs – welche Gründe sprechen für eine Gehaltserhöhung. Bei der Gehaltsverhandlung solltest du mutig deine Argumente präsentieren. Deine Chefin oder dein Chef merkt, dass du voll und ganz von deinen Leistungen und Stärken überzeugt bist und lässt sich so eher überzeugen.

2. Erfolg der Firma:

Doch Vorsicht! Nicht nur „Ich kann …“, „ich will …“, „ich möchte …“! Bei aller Überzeugung solltest du deutlich machen, dass dir auch die Zukunft der Firma am Herzen liegt. Zeige deinem Chef, wie wichtig du für den Erfolg des Unternehmens bist und wie du dich dafür einbringen kannst. Denn dein Chef ist natürlich auch am wirtschaftlichen Erfolg interessiert.

Soviel verdienen die Deutschen

Weißt du, wieviel Gehalt dein Partner verdient? Nein? Dann bist du nicht allein. Denn es gibt in Deutschland kein größeres Tabuthema als das eigene Einkommen. „Über Geld spricht man nicht, man hat es“, heißt es ja. Doch ein Blick auf das durchschnittliche Jahresbruttogehalt verschiedener Berufsgruppen lohnt sich. Denn es gibt große Unterschiede. Also Augen auf bei der Berufswahl.

Das Statistische Bundesamt errechnete für das Jahr 2017 einen Bruttostundenlohn von 16,59 Euro bei Frauen. Dem gegenüber standen 21 Euro bei Männern. Ergebnis: 21 Prozent Lohnlücke. Der Clou dabei ist, dass sich das Datum immer aus dem Zeitraum zusammensetzt, in dem Frauen quasi umsonst arbeiten. Im Jahr 2017 waren das 77 Tage. Somit findet der nächste Qual Pay Day am 18. März 2019 statt. Wer mehr über den Tag erfahren möchte, kann hier weiterlesen.

3. Reaktion abwarten:

Reden ist silber, Zuhören ist Gold. Auch bei der Gehaltsverhandlung solltest du deinem Chef Zeit zum Reagieren geben. Du bringst ein überzeugendes Argument? Sehr gut! Aber lass deinen Chef erstmal darauf antworten und rede nicht unnötig weiter. Ein gutes Argument braucht keine lange Erklärung.

4. Krummes Ding:
Wenn dein Chef dich nach deinem Gehaltswunsch fragt, nenne ihm eine krumme Summe bzw. einen exakten Betrag, z. B. 175 Euro mehr im Monat. Präzise Angaben wirken überzeugender. Äußere deinen Gehaltswunsch auch gerne als erstes und frag nicht, was möglich wäre. Das zeigt deinem Chef, dass du sehr gut vorbereitet bist und du eine Agenda verfolgst.

5. Cool bleiben:
Das Gehaltsgespräch neigt sich dem Ende entgegen. Du hast alle Tipps berücksichtigt und bist zuversichtlich. Jetzt kommt es darauf an, zum Schluss nicht noch die Nerven zu verlieren. Selbst wenn du nicht zu deinem erhofften Ergebnis kommst, kann sich auch ein Kompromiss lohnen, z. B. durch einen zusätzlichen Urlaubstag oder durch eine Erhöhung des Gehalts in zwei Stufen. Auch ein Firmenhandy, Weiterbildungen oder Erfolgsbeteiligungen sind gute Alternativen. Denn ein Erfolg ist es, wenn beide Seiten zufrieden aus dem Gespräch gehen.

Arbeit im Team

Diese Fehler bei der Gehaltsverhandlung solltest du unbedingt vermeiden!

Meckern, zögern, drohen? Bringt nichts. Auf dem Weg zur Gehaltserhöhung musst du einen klaren Kurs fahren – und die folgenden fünf Klippen sauber umschiffen.

Fehler 1:  Zurückhaltung

Du machst einen guten Job? Kunden, Kollegen und die Chefetage sind sehr zufrieden mit dir? Dann kommt ja sicher bald der Chef auf dich zu und bietet dir eine Gehaltserhöhung an. Vorsicht: das wird nicht passieren. Wenn du mehr Gehalt möchtest, musst du aktiv werden. Wenn dein Vorgesetzter nichts von dir hört, geht er davon aus, dass du zufrieden bist. Also spring über deinen Schatten und mach’ den ersten Schritt!

Fehler 2: Jammern und Vergleichen führt selten zum Erfolg

„Finanziell bin ich gerade knapp bei Kasse“ oder „Herr Müller verdient aber mehr als ich, das ist unfair!“ – Bei einem Gehaltsgespräch kommt es auf deine Argumente, Hard Facts und Soft Skills an, wie du dich präsentierst und deinen Chef von deiner Leistung überzeugst. Was sicher nicht funktioniert ist jammern. Ein Chef bezahlt nach Leistung, nicht danach, wie viel Gehalt du gerade brauchst. Auch ein Vergleich mit dem Kollegen ist sinnlos. Damit zeigst du nur, dass du neidisch bist.

Equal Pay Day: Frauen bleiben 77 Tage ohne Gehalt

Krumm ist auch die Zahl der Tage, die Frauen ohne Entlohnung arbeiten: ganze 77 Tage. Deshalb stand der diesjährige bundesweite Equal Pay Day – eine Initiative der Business and Professional Women (BPW) Germany – auch unter dem Motto „Transparenz gewinnt“. Er fand am 18. März 2018 bereits zum elften Mal statt. Der Aktionstag markiert symbolisch die geschlechtsspezifische Lohnlücke und beschreibt den prozentualen Unterschied im durchschnittlichen Bruttostundenverdienst von Männern und Frauen. 

Das Statistische Bundesamt errechnete für das Jahr 2017 einen Bruttostundenlohn von 16,59 Euro bei Frauen. Dem gegenüber standen 21 Euro bei Männern. Ergebnis: 21 Prozent Lohnlücke. Der Clou dabei ist, dass sich das Datum immer aus dem Zeitraum zusammensetzt, in dem Frauen quasi umsonst arbeiten. Im Jahr 2017 waren das 77 Tage. Somit findet der nächste Qual Pay Day am 18. März 2019 statt. Wer mehr über den Tag erfahren möchte, kann hier weiterlesen.

Fehler 3: Falsche Erwartungen

Um auf eine Gehaltserhöhung zu kommen, mit der beide Seiten zufrieden sind, sollte die Einschätzung deiner Leistung mit der Bewertung des Chefs übereinstimmen. Wenn du merkst, dass du dich überschätzt hast und dein Chef berechtigte Einwände hat, solltest du cool bleiben. Wer jetzt beleidigt ist sendet ein falsches Signal. Bespreche stattdessen lieber seine Erwartungen an deine Arbeit und wie du dich weiterentwickeln kannst. Dann klappt es sicher beim nächsten Gehaltsgespräch.

Fehler 4: „Entweder Sie zahlen mehr, oder …“

Natürlich ist es positiv, wenn du selbstbewusst in die Gehaltsverhandlung gehst und von deinen Leistungen und Stärken überzeugt bist. Aber Vorsicht! Lass dich nicht dazu verleiten, dem Chef zu drohen: „Ich will 10 % mehr Gehalt, sonst bin ich weg!“ – wer so „argumentiert“ hat keine Chance auf Erfolg. Dein Chef hat nun zwei Möglichkeiten. Entweder er verliert eine gute Mitarbeiterin oder sein eigenes Gesicht. Das Ergebnis: er wird sich sicher nicht erpressen lassen. Sehe den Chef also nicht als Gegner, sondern hole ihn mit treffenden Argumenten auf deine Seite.

Fehler 5: Schlechtes Timing

Du bist von deiner Leistung überzeugt? Auf ein Gehaltsgespräch bist du gut vorbereitet? Dann könntest du ja heute noch beim Chef anklopfen, oder? Achtung, es gibt immer noch ein großes Fettnäpfchen – und zwar der falsche Zeitpunkt! Ungünstige Momente, um nach mehr Gehalt zu fragen sind z. B.

  • wenn dein Arbeitgeber in wirtschaftlichen Schwierigkeiten steckt. Ein großer Kunde oder ein wichtiger Auftraggeber hat gekündigt.
  • wenn du es beiläufig zwischen Tür und Angel versuchst. Ein gutes Gehaltsgespräch braucht mindestens 30 Minuten.
  • auf Firmenfeiern oder beim Feierabendbier, wenn man etwas lockerer miteinander umgeht. Ein Gehaltsgespräch erfordert einen seriösen Rahmen.

Gender Pay Gap? Was kann man gegen unfaire Bezahlung tun?

Warum verdienen Frauen weniger als Männer – bei gleicher Qualifikation? Das Video zeigt euch auf erfrischende Weise, worauf ihr zu achten habt und was man gegen diesen unfairen Gehaltsunterschied machen kann.

think pink!
pp

Weniger Gehalt bedeutet weniger Rente

Weniger Gehalt bedeutet auch weniger Geld im Alter. Denn die gesetzliche Rente ergibt sich aus dem Einkommen. Wer weniger verdient zahlt auch weniger ein und erhält schließlich eine kleinere Rente. Wenn man dann noch eine Kinderpause macht oder erstmal nur in Teilzeit arbeitet, vergrößert sich die Rentenlücke weiter. Darum sollte jeder zusätzlich in eine private Altersvorsorge investieren. Am besten so früh wie möglich, dann geht das auch mit kleinen monatlichen Beiträgen.

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