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Flexibles Studium: auf dem schnellsten Weg zum Traumjob

Klar, es soll sie geben. Diese Kandidaten, die auf der Karriere-Autobahn richtig Gas geben und in ihrem Traumjob durchstarten. Dabei durchgehen sie bis dahin alle Stationen mühelos und in der „richtigen“ Reihenfolge, sprich: Schulabschluss, Studium, Praktika, Auslandsaufenthalte, Festanstellung. Doch in der Regel sind solche Bilderbuchbiographien eher selten. Zickzack-Kurven, Spurwechsel und Tempolimits statt One-Way-Road in Richtung Erfolg sind an der Tagesordnung.

Eine der vielen Ausfahrten in Richtung Karriereziel lautet: berufsbegleitend studieren. Wer also sein Studium nicht vor dem Einstieg in den Job abgehakt hat oder einfach das falsche Fach studiert hat, kann das unter Umständen auch neben dem Beruf noch nachholen, ohne ihn dazu aufgeben zu müssen. Welche verschiedenen Modelle es gibt, was es dabei zu beachten gilt, welche niedersächsischen Universitäten und FHs derartige Möglichkeiten bieten und ob sich das für dich überhaupt lohnt, erfährst du hier!

Studieren: eine Sache (wegen) des Geldes?

Längst vorbei sind die Zeiten, in denen Studieren zum guten Ton gehörte und einer privilegierten Oberschicht vorbehalten war. Heute hat sich die Lage ins Gegenteil gewandelt. Fast vier von fünf Abiturienten tauschen anschließend die Schulbank gegen den Hörsaal aus. Nach Meinung einiger Bildungsforscher sind das sogar zu viele junge Menschen. Aktuelle Zahlen bestätigen für das Wintersemester 2016/17 2.807.010 Immatrikulierte. Der Ruf nach praxisorientierten Fachkräften fällt in diesem Zusammenhang oft. Viele würden sich nur aus gesellschaftlichem Druck heraus gegen eine Ausbildung und für das vermeintlich wertvollere Studium entscheiden. Am Ende, wenn die vom Studium zerstörten G8-Hupferl dann in Jobs arbeiten, für die sie nur theoretisch ausgebildet sind, leiden alle.

Junge Frauen sitzen auf der Treppe mit Laptop
Nach dem Abi studieren? Mit der Einstellung bist du nicht allein.

Letztlich lässt sich dieser Akademisierungstrend aber vor allem auf ein markantes Merkmal zurückführen. Akademiker verdienen mehr Geld und sind seltener arbeitslos. Laut der Bundesagentur für Arbeit liegt die Quote unter 2,6 Prozent. Allgemein gilt nämlich, je höher der Abschluss desto höhere Chancen auf dem Arbeitsmarkt.

Genau überlegen: Packst du ein berufsbegleitendes Studium?

Auch bei der Überlegung eines berufsbegleitenden Studiums wiegen diese Kriterien vermutlich am schwersten in der Waagschale. Bevor du dich aber dazu entscheidest, einen solchen Schritt nur aus monetären Gründen zu gehen, solltest du dir einige Gedanken machen, denn diese Doppelbelastung ist gewiss nicht ohne. Es bedarf Planung, Strebsamkeit und unter Umständen steht dir jahrelanger Verzicht auf Freizeit bevor. Noch dazu sollte man die Kosten, die durch das Studium entstehen, vorher genau kalkulieren.

Doch bevor es ans Eingemachte geht, hier zunächst ein Überblick der Möglichkeiten, sich neben dem Beruf akademisch weiterzubilden.

Studieren neben dem Beruf: Welche Möglichkeiten gibt es?

Berufsbegleitendes Studium bedeutet für viele gleich Fernstudium. Dabei ist das Spektrum mittlerweile weitaus ausdifferenzierter: So gibt es vermehrt Hochschulen, die ein Präsenzstudium speziell für Berufstätige anbieten. Dieses lässt sich dann arbeitskonform am Abend oder Wochenende absolvieren. Ein Teilzeitstudium ist eine weitere Möglichkeit. Als dritte Studien-Organisationsform gibt es außerdem noch reine Onlinestudiengänge, hier findet die Wissensvermittlung ausschließlich über Formate wie Webinare, Lern-Videos und weitere digitale Unterlagen statt.

Der Klassiker: ein Fernstudium

Denkt man an ein Fernstudium, denkt man an die Fernuniversität Hagen. Die erste und einzige staatliche anerkannte Universität gibt es seit 1975. Seitdem lässt sich hier flexibel und ortsunabhängig studieren. Seine Lernfortschritte verschickt man per Post. Ein sogenannter Studienbrief (eine Vorlesung in Schriftform) ist auch bis heute die Lernform der Wahl geblieben.

Das Modell Fernstudium bietet sich an, wenn du absolut selbstbestimmt mit deiner Zeit haushalten willst. „Man kann auch mal eine Woche lang gar nichts machen“, so eine Studentin. Unbedingte Voraussetzung ist jedoch, dass man in der Lage ist, sich immer wieder selbst zu motivieren. Der fehlende persönliche Kontakt zu seinen Kommilitonen, lässt sich auch durch die digitalen Foren nur begrenzt lösen.

Junger Mann sitzt in seinem Wohnzimmer am Laptop
Das Studium zu Hause kann Vorteile und Nachteile haben.

Es gibt eine relativ hohe Abbruchquote. Schätzungen zufolge liegt sie in Hagen bei 70 Prozent. Ein Grund neben der Anonymität könnten aber auch die vergleichsweise geringen Studienkosten der öffentlichen Hochschule sein. Während man an privaten Hochschulen oft zwischen 10.000 und 18.000 Euro für ein Studium hinblättern muss, kostet ein Fernstudium in Hagen nur zwischen 600 und 2.500 Euro.

Wer sich noch etwas unabhängiger wähnen will, der kann statt eines Fernstudiums auf ein reines Online-Studium setzen, im Vergleich zur Fernuni gibt es keinerlei gesetzte Fristen, selbst die Klausuren kann man jederzeit ablegen.

Halb/Halb: das berufsbegleitende Präsenzstudium

Wenn du von der Anonymität der Fernuni abgeschreckt bist, bist du vielleicht eher der Typ für ein Präsenzstudium. Diese speziell für berufstätige ausgerichteten Studiengänge bieten einige Vorteile. Im Grunde ist das ein ganz „normales“ Studium, mit dem Unterschied, dass deine Kommilitonen vielleicht nicht mehr so leicht für das Kneipenbier nach dem Seminar zu haben sind, wie früher. Denn ihr alle teilt das Schicksal des Doppellebens: Tagsüber arbeiten und abends oder am Wochenende fleißige Studierende sein. So kannst du dein Studium auch hervorragend zum Netzwerken nutzen. Allerdings musst du dennoch bedenken, dass du mit dieser weniger flexiblen Variante deiner Freizeit erst mal Lebewohl sagen musst.

Studieren in Teilzeit

Wenn du keinen Vollzeitjob ausführst, du also nachweislich mindestens die Hälfte, aber weniger als deine volle Arbeitszeit dem Studium widmen kannst, ist dieses Modell vielleicht am attraktivsten für dich. Der Vorteil eines Teilzeitstudiums besteht in erster Linie darin, dass du eine weitaus größere Fächerauswahl hast. Im Gegensatz zum berufsbegleitenden Präsenzstudium kannst du an fast jeder FH oder Hochschule deinen Abschluss auch in Teilzeit studieren. Erforderlich für diese Handhabung ist meist, dass du deine Erwerbstätigkeit durch deinen Arbeitgeber bescheinigen kannst. Darüber hinaus sind auch die Betreuung von kleinen Kindern oder kranken Familienangehörigen Berechtigungsgründe. Wenn ein Teilzeitstudium für dich in Frage kommt, lässt du dich am besten nochmal vor Ort beraten.

Wo geht berufsbegleitend studieren in Niedersachen?

Braunschweig

TU Braunschweig

Clausthal-Zellerfeld

TU Clausthal

  • Teilzeit auf Antrag möglich

Emden

Hochschule Emden/Leer

  • Teilzeit auf Antrag möglich

Göttingen

Georg-August-Universität Göttingen

  • Teilzeit auf Antrag möglich

Private Fachhochschule Göttingen

Hameln

Hochschule Weserbergland

  • berufsbegleitend möglich

Hannover

Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover

  • Teilzeit auf Antrag möglich

Hochschule Hannover

  • Teilzeit auf Antrag möglich

Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover

  • Teilzeit möglich

Medizinische Hochschule Hannover

  • Berufsbegleitend möglich

Fachhochschule für die Wirtschaft Hannover

  • Berufsbegleitend möglich
  • Teilzeit möglich

Hildesheim

Universität Hildesheim

  • Teilzeit möglich

HAWK Hochschule Hildesheim/Holzminden/Göttingen

  • Teilzeit möglich

Lüneburg

Leuphana Universität Lüneburg

Oldenburg

Carl von Ossietzky Universität Oldenburg

  • Teilzeit möglich

Wilhelmshaven

Jade Hochschule Wilhelmshaven Oldenburg Elsfleth

  • Teilzeit möglich

Wolfenbüttel/Salzgitter/Wolfsburg/Suderberg

Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften

  • Teilzeit möglich

Vechta

Universität Vechta

  • Teilzeit möglich

Osnabrück

Hochschule Osnabrück

Nebenbei studieren: Kosten-Nutzen-Rechnung

Bevor du dich für eine Variante entscheidest, solltest du dich in Ruhe hinsetzen und folgende Punkte abklären:

  • Habe ich den Zuspruch meines Umfelds?
    Ohne den Rückhalt aus dem nahen Umfeld geht nichts. Führe, bevor du dich entscheidest, klärende Gespräche und beschönige nicht, welche Belastungen damit auf dich und dementsprechend auch dein Umfeld zukommen werden.
  • Würdigt der Arbeitgeber diese Doppelbelastung?
    Auch wenn du in erster Linie für dich und deine eigenen Bedürfnisse entscheidest, solltest du deinen Arbeitgeber in diesem Schritt nicht außen vor lassen. In positiven Fällen kannst du dich sogar von ihm unterstützen lassen.
  • Welche Kosten kommen auf mich zu?
    Hier warten je nach Form des Studiums ganz unterschiedliche Kosten. Allgemein musst du dir jedoch im Klaren darüber sein, dass unter Umständen versteckte Kosten für Reisen, Material, Verdienstausfall, Prüfungsgebühren etc. auf dich zurückfallen werden. Wenn du besonders pfiffig bist, kannst du dich auch um ein Stipendium bewerben.
  • Wie kann ich das Studium logistisch umsetzen?
    Ganz banal gefragt? Wo wirst du für die Prüfungen lernen? Zu Hause, in der nächsten Bibliothek? Und falls du ein Präsenzstudium anpeilst? Wie weit ist die Universität von deinem Wohnort entfernt? Mach dir darüber unbedingt Gedanken!

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