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Elternzeit: Wie viel Geld steht mir zu?

Wenn sich Nachwuchs ankündigt, ist die Vorfreude riesig. Ist das Baby auf der Welt, dreht sich erst einmal alles um das Neugeborene. Damit Eltern sich Zeit für das Baby nehmen können, gibt es die Elternzeit. Mütter und Väter haben das gesetzliche Recht, eine Auszeit vom Job zu nehmen. Doch wie steht es während der Elternzeit ums Geld? Wir klären auf!

In der Elternzeit gibt’s Geld vom Staat

Wer ein Kind bekommen hat und es in der ersten Zeit nach der Geburt überwiegend selbst betreuen möchte, kann Elternzeit nehmen. Eltern sind während dieser Zeit gar nicht oder nicht voll erwerbstätig. Statt Gehalt vom Arbeitgeber gibt’s in der Elternzeit Geld vom Staat – das Elterngeld. Melden Eltern Elternzeit an, stehen sie automatisch unter Kündigungsschutz.
Mütter und Väter haben gleichermaßen das Recht, Elterngeld zu beantragen. Egal, ob sie Angestellte, Beamte, Selbstständige oder Hausfrauen und Hausmänner sind. Auch Adoptiv- und Pflegeeltern sowie in speziellen Fällen Stiefeltern können Elterngeld beantragen.

Familie und Beruf vereinbaren

Trotz des gesetzlichen Anspruchs auf Elternzeit – ein Gespräch mit dem Arbeitgeber beugt möglichen Konflikten vor. Eltern klären ihre Vorgesetzten am besten so früh wie möglich über ihre Pläne auf. So lassen sich Lösungen finden, mit denen beide Seiten zufrieden sind. Vielleicht bietet die Personalabteilung sogar Beratungen zum Thema Gleichstellung, Elterngeld und Kinderpause an. So ist es beispielsweise bei der VGH, wie hier im Karriereblog zu lesen.

Elterngeld ersetzt in der Elternzeit anteilig das Gehalt

Wie viel Geld in der Elternzeit aufs Konto kommt, hängt vom durchschnittlichen Nettoeinkommen ab, das die Eltern im Jahr vor Geburt des Kindes hatten. Wird ein Kind 2019 geboren, berechnet sich das Elterngeld auf Basis des Nettoeinkommens in 2018.
In der Regel beträgt das Elterngeld zwischen 65 und 67 Prozent des monatlichen Nettogehalts. Eltern erhalten mindestens 300 Euro und maximal 1.800 Euro Einkommen während der Elternzeit. Bei Geringverdienern kann das Elterngeld sogar 100 Prozent des Gehalts ersetzen. Eltern, die Sozialhilfe beziehen, erhalten unter bestimmten Umständen ebenfalls den Mindestbetrag von 300 Euro.
Alleinerziehende, die ein Jahreseinkommen von mehr als 250.000 Euro erwirtschaften, haben keinen Anspruch auf Elterngeld. Gleiches gilt für Elternpaare mit einem gemeinsamen jährlichen Haushaltseinkommen von 500.000 Euro und mehr.

Änderungen bei Geschwistern und Mehrlinge

Geschwisterkinder haben Einfluss auf das Elterngeld. Für Zwillinge, Drillinge und Co können Eltern einen Mehrlingszuschlag beantragen. Sie bekommen dann pro weiteres Kind 300 Euro. Leben Geschwister unter sechs Jahren im selben Haushalt, gibt es zusätzlich zehn Prozent des Elterngelds.

Wie lange dauert die Elternzeit?

Normalerweise zahlt der Staat das Elterngeld zwölf Monate lang. Arbeitet ein Elternteil nach der Geburt zunächst weiter und nimmt erst später Elterngeld in Anspruch, kann sich die Elternzeit auf 14 Monate verlängern. Alleinerziehende haben von vornherein den Anspruch auf eine 14-monatige Elternzeit.
Mit dem ElterngeldPlus lässt sich die Elternzeit verlängern: Die Auszahlungen sind nur halb so hoch, werden jedoch doppelt so lange geleistet, also 24 Monate lang.

Vater mit seinem Baby in einem Supermarkt
Wie viel Geld dir in der Elternzeit zur Verfügung steht, hängt von deinem Nettoeinkommen ab.

Während der Elternzeit arbeiten

Wenn Eltern möchten, dürfen sie während der Elternzeit maximal 30 Stunden pro Woche arbeiten. Vorausgesetzt, sie haben länger als ein halbes Jahr im Betrieb gearbeitet, und der Arbeitgeber beschäftigt mehr als 15 Mitarbeiter. Eltern bekommen dann während der Elternzeit Geld von Arbeitgeber und Bund.
Das Geld während der Elternzeit wird anteilig berechnet: Grundlage ist die Differenz zwischen Nettoeinkommen vor der Geburt und Teilzeitgehalt während der Elternzeit. Allerdings wird von einem maximalen Nettoeinkommen von 2.700 Euro ausgegangen – selbst wenn das Gehalt höher war.
Ob sich der Teilzeitjob während der Babypause finanziell lohnt, sollten Eltern sich genau überlegen. Für Selbstständige gibt es Sonderregeln, weil das Einkommen während der Elternzeit geschätzt werden muss.
Wichtig: Arbeiten Eltern mehr als 30 Wochenstunden, erlischt der Anspruch auf Elterngeld.

Elternzeit – das Geld berechnen

Bei der Berechnung des Geldes während der Elternzeit hilft der Elterngeldrechner auf dem Familienportal des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Eltern spielen mit ihrem Baby.
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Krankenversicherung während der Elternzeit

Die Krankenversicherung ändert sich durch die Elternzeit nicht. Das bedeutet: Gesetzlich versicherte Eltern bleiben weiterhin gesetzlich krankenversichert, privat Versicherte bleiben privat krankenversichert. Bist du gesetzlich versichert? Dann triff mit einer privaten Krankenhaus-Zusatzversicherung die optimale Vorsorge, denn im Krankenhaus hast du oder dein Kind damit alle Vorteile eines Privatpatienten: Unterbringung in einem Ein- oder Zweibettzimmer, Behandlung durch Spezialisten und freie Krankenhauswahl. Wird dein Kind älter, bietet zudem eine ambulante Zusatzversicherung eine bessere medizinische Versorgung, z. B. durch Leistungen für Zahnfüllungen, Sehhilfen oder Kieferorthopädie.

Elterngeld beantragen: Wer, wann, wie lange?

Damit während der Elternzeit Geld in die Haushaltskasse kommt, müssen werdende Eltern die Förderung fristgerecht beantragen. Zuständig ist die jeweilige Elterngeldstelle des Bundeslandes. Eltern aus Niedersachsen bekommen hier nähere Infos.
Eltern können den Antrag frühestens am Tag der Geburt und spätestens drei Monate danach stellen. Im Antrag geben Eltern an, welcher Elternteil für welche Lebensmonate des Kindes Elternzeit nehmen möchte. Die Entscheidung über die Aufgabenverteilung ist verbindlich und lässt sich nur in besonderen Härtefällen anpassen. Ist ein Elternteil noch unentschlossen, ob er für das Kind überhaupt eine Auszeit nehmen möchte, meldet er sich zunächst nur für das Elterngeld an. In einem nachgeschobenen Antrag lassen sich dann die Bezugsmonate festlegen.
Jeder Elternteil darf die gesamte Elternzeit in bis zu drei Zeitabschnitte aufteilen. Ein Teil der Elternzeit kann auch erst zwischen dem dritten und achten Lebensjahr des Kindes genommen werden. Der Antrag ist dann mindestens 13 Wochen vor Beginn der Elternzeit zu stellen. Der Arbeitgeber darf aus dringlichen betrieblichen Gründen den Antrag ablehnen, wenn es sich um den dritten Abschnitt der Elternzeit handelt.

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