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Auf den (Jagd)hund gekommen?

Jagdhunde sind tolle Begleiter fürs Leben – nicht nur für Jäger. Dennoch muss man auch als Privatperson wissen, wie man diese speziellen Hunde zu handhaben hat. Sonst kann der Alltag mit Jagdhund schnell anstrengend werden. Wir erklären dir, was du wissen musst, wenn du dir einen Jagdhund zulegen möchtest.

Muss ich Jäger sein, um einen Jagdhund zu haben?

Kurz gesagt: Nein. Viele Jagdhunderassen wie der Jack Russell Terrier oder Dackel sind über die Jahre vom reinen Jagdhund zum Familienhund geworden. Und auch über den Tierschutz kommen viele Tiere in Hände von Nicht-Jägern. Dir sollte trotzdem bewusst sein, das diese Art Hund intuitiv auf die Jagd gepolt ist. Dementsprechend solltest du also auch seine Aktivitäten und seine Ausbildung ausrichten.

Welcher Jagdhund passt zu mir?

Jagdhunde sind unabhängig und selbstsicher. Doch auch unter ihnen gibt es unterschiedliche Charaktere. Deshalb haben wir dir einen kleinen Überblick über unterschiedlichen Rassen zusammengestellt. Dadurch weißt du, welcher Hund zu dir passen würde – auch ohne, dass du mit ihm auf die Jagd musst.

Jack Russel Terrier

Er gilt auch als Clown unter den Rassen. Häufig wird der Jack Russel Terrier neben Reitern gesehen, wo er den ganzen Tag unterwegs sein kann. Die Jagd braucht er zwar zwangsweise nicht, fühlt sich aber mit jagdnaher Beschäftigung wohl.

Dackel

Sie sind klein, aber oho. Dackel passen sich allen Gegebenheiten an – solange sie das Tempo vorgeben können. Das fordert vom Hundehalter ein wenig Geduld. Sonst passen die quirligen Vierbeiner aber gut in eine Familie.

Retriever

Golden Retriever, Labrador und Flat Coated Retriever gelten schon lange als Familienhunde oder Begleit- und Blindenführerhunde. Aber auch Jäger schwören auf sie, vor allem wenn sie Reviere mit vielen Gewässern haben.

Labradoodle

Der Mischling aus Pudel und Labrador ist zur Zeit in Mode und gilt als unkompliziert und ohne jagdliche Verhaltensmuster. Dabei zeichnet sich gerade der Pudel als hervorragender Helfer für die Wasser- und Apportierarbeit aus. Der Labradoodle liebt die Arbeit und sollte auf Grund seiner Intelligenz mit komplexen Aufgaben beschäftigt werden.

Magyar Vizsla

Durch seine ungarischen Wurzeln und dessen Landschaft ist es der Magyar Vizsla gewohnt, nah am Menschen zu arbeiten. Dieser Hund bleibt also immer in der Nähe des Halters und gilt als unkompliziert und leichtführig. Das macht ihn zum idealen Gefährten, vor allem für aktive Familien.

Weimaraner

Weimaraner sind silbergraue Jagdhunde, die sich wegen ihrer edlen Erscheinung äußerer Beliebtheit erfreuen. Auf Grund dieser Beliebtheit versuchen viele Züchter deren Jagdtrieb zu mäßigen, um den Weimaraner familientauglicher zu machen. Aber: So oder so zeigen sich Weimaraner bei Unterbeschäftigung schnell zerstörerisch.

Komplizierte Geschichte: Diese Hundegruppen könnten dir über den Kopf wachsen

Es gibt die ein oder andere Rasse, die dir das Leben auf Grund ihres Instinkts schwer machen könnte. Denn diese Hunde sind vor allem auf der Jagd wirklich glücklich und ausgeglichen. Bevor du dir also einen Vierbeiner aus einem der folgenden Gruppen aussuchst, solltest du dir über dessen Verhalten im Klaren sein. Eine Hundeschule könnte dir hier helfen, um ein richtiges Auslastungslevel in Form von Mantrailing für deinen Hund zu schaffen. Mit Mantrailing meint man eine Ausbildung auf höchstem Niveau. Der Hund sucht hier nicht nach einer Wildspur, sondern einem Individualgeruch eines Menschen.

Bracken

Bracken gehören zu den ältesten Jagdhundegruppen. Auf der Jagd zeichnen sie sich durch das spur- und fährtenlaute Verfolgen aus. Sprich: Sie bellen. Sie haben einen besonders ausgeprägten Finderwillen und jagen ihre Beute bis zum Schuss des Jägers. Bei einem Spaziergang im Wald könnte es daher passieren, dass dir dein Vierbeiner entwischt, weil dieser eine Fährte aufgenommen hat. Zu dieser Hundegruppe gehören unter anderem die Deutsche Bracke oder auch der Beagle.

Schweißhunde

Schweißhunde sind darauf spezialisiert Paarhufer wie Wildschweine oder Hirsche in der Nachsuche zu finden. Auch am Folgetag können diese Jagdhunde mit ihrer feinen Nase auch noch ein verletztes Tier aus mehreren Kilometern Entfernung finden. Ein Schweißhund möchte sehr viel und ausgiebig beschäftigt werden, daher musst du als Hundeführer nicht nur sehr fit, sondern auch flexibel sein. Denn selbst bei Jägern sind Schweißhunde wie ein Hannoverscher Schweißhund nicht vollends ausgelastet.

Stöberhund

Dieser Jagdhund ist es gewohnt, ohne Blicksicht seines Halters im Dickicht nach Wild zu suchen. Erschnüffelt er Beute treibt er es zum wartenden Jäger. Der Stöberhund gilt als sehr lauf- und bellfreudig. Durch seine Eigenständigkeit bei der Jagd gehört er aber zu den eigensinnigen Hunden. Darauf solltest du dich einstellen, falls du auf einen Hund wie den English Cocker Spaniel nicht verzichten möchtest.

5 Rassen, die nicht als Familienhund geeignet sind

Auch wenn du bereit wärst einen Hund aus den oberen Gruppen aufzunehmen, gibt es fünf Rassen von Jagdhunden, die laut der Hundetrainerin Julia Birk nicht als reine Familienhunde geeignet sind:

  • Deutsche Wachtelhund
  • Deutsch Kurzhaar
  • Deutsch Drahthaar
  • Pointer
  • Deutsche Jagdterrier

Tipps zur Abrichtung, Ausstattung und zum gemeinsamen Leben

Die Triebe eines Jagdhundes sind zwar kontrollierbar, können aber nie richtig ausgelöscht werden. Deshalb kann der Hund ohne Erziehung schnell zum Stressfaktor innerhalb einer Familie werden. Er braucht eine Aufgabe, denn bei Unterforderung droht ein Zerstörungswille aufzutreten

Halter, die gerne joggen und Radfahren sind gut geeignet für Jagdhunde. Außerdem solltest du gerne lange Spaziergänge und Wanderungen unternehmen, das verschafft deinem Hund eine Abwechslung sowie Ausgeglichenheit.

Auch Hundeschulen und Hundesport können eine ideale Alternative sein. Die Ausbildung benötigt einen sinnvollen Aufbau und sollte auf deinen Hund abgestimmt sein. Jungen Hunden ist es egal, ob sie mit echtem Wild oder einem Dummy erzogen und ausgebildet werden – solange die Aufgaben ihren Fähigkeiten entsprechen. Daher bieten sich jagdlich orientierte Übungen wie Sucharbeiten gut an und lasten den Hund aus.

Wichtig ist, dass ihr beide Spaß an der Hundeausbildung habt – dadurch erzielen sich auch mehr Erfolge. Du solltest deinen Jagdhund weder unter- noch überfordern. Nur oberflächlich oder zu hart ausgebildete Hunde nutzen häufig jede Gelegenheit zum Ungehorsam. Sorge deshalb für einen Ausgleich zwischen Arbeit und Ruhe.

pp

Auf der Arbeit und Zuhause: Ein Gefährte an deiner Seite

Für Jäger sind Jagdhunde mittlerweile nicht mehr nur eine wichtige Ergänzung zur Jagd, sondern häufig auch Familienmitglieder. Da diese Jagdhelfer aber auch einem größerem Risiko unterliegen, sollten sie genauso umfangreich abgesichert sein – mit der Jagdhunde-Unfallversicherung der VGH oder der Jagdhunde-Unfallversicherung der ÖVB.

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