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Das Ehrenamt bei der Feuerwehr

Die Feuerwehr hat ein Problem: Kein Beruf wird Umfragen zufolge so hoch angesehen, wie der des Feuerwehrmanns. Und kein Beruf hat gleichzeitig mit einem so hohen Nachwuchsmangel zu kämpfen. Für eine Institution, die, wie die Feuerwehr, zu 95% aus Freiwilligen besteht, ist abnehmende Einsatzbereitschaft ein echtes Problem. Dabei ist kaum ein Ehrenamt so vielseitig, so gesamtgesellschaftlich bedeutsam und so erfüllend. Lies hier warum!

Der Job bei der Feuerwehr verlangt viel ab

Immer dabei ist der Funkmeldeempfänger. Egal ob zuhause, auf der Arbeit, beim Einkaufen, oder in der Badewanne. Geht die Alarmierung in der Leitstelle ein, werden abhängig von Gefahrenlage und Einsatzort, die verfügbaren Stellen angemorst. Unverzüglich muss sich dann zum Feuerwehrhaus begeben werden. Jetzt heißt es in Windeseile die Alltagskleidung gegen die Einsatzkleidung zu tauschen und sich mit Sirene zum Ort des Geschehens aufzumachen. All das muss binnen der Hilfsfrist passieren, diese beträgt in Niedersachen 15 Minuten. Angekommen muss ein kühler Kopf bewahrt werden. Schließlich hat es höchste Priorität so zu handeln, dass weder man selbst, die Kameraden noch die Hilferufenden bei der Rettungsaktion zu Schaden kommen. Um in diesen oft stressigen Situation gewappnet zu sein, hilft nur regelmäßiges Training. Denn nur so kann sichergestellt werden, dass die Handgriffe routiniert und sicher umgesetzt werden. Puh!

Was ist die Hauptaufgabe der Feuerwehr?

Für Definitionsschlaumeier beginnen wir so: Die Hauptaufgabe der Feuerwehr ist der abwehrende Brandschutz. Darunter fällt eine ganze Menge an Aufgaben, an die man zuerst gar nicht denkt, nämlich neben Retten und Löschen auch Bergen und Schützen. Schützen meint z.B. etwa die Aufklärung über Gefahrenquellen bei Grundschülern oder die Bereitstellung von Personal bei Großveranstaltungen. Das Einsatzspektrum der Feuerwehren hat sich extrem verschoben. Wurde die Feuerwehr als Einrichtung zur Brandbekämpfung gegründet, dominieren heutzutage die Technischen Hilfeleistungen.

Und warum sollte ich mir diesen ganzen Stress machen?

Nun man könnte mit dem ethischen Argument anfangen: Schließlich ist der Eintritt bei der freiwilligen Feuerwehr die Übernahme sozialer Verantwortung par exellence. Sich gesellschaftlich zu engagieren, gibt dir ein Gefühl, wie du es dir niemals kaufen kannst. Kurz gesagt, macht helfen einfach glücklich! Außerdem bist du Teil einer Gemeinschaft, knüpfst Freundschaften und lernst neue Leute kennen. Du übernimmst zudem hohe Verantwortung und hast die Möglichkeit dich individuell weiterzuentwickeln, was dir für deinen beruflichen Werdegang und deine Persönlichkeit sehr viel bringen wird. Zudem kommt es ziemlich gut an ein Ehrenamt im Lebenslauf aufführen zu können. Und last but not least: Du bekommst für deine Arbeit viel Ansehen, du bist ein Vorbild und du hast immer einen Grund stolz auf dich zu sein! Ach ja: Sag der Langeweile schon mal adieu! Bei der Feuerwehr ist Action garantiert.

 

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Der Start in die freiwillige Feuerwehr.

Du hast Lust und fragst dich, was du tun musst, um dich  bei der Feuerwehr zu engagieren? Beim Einsatzdienst mitmachen darf jeder und jede im Alter von 16-63 Jahren. Weitere Kriterien zum Antreten der Mitgliedschaft sind die gesundheitlich bestätigte Eignung und der Wohnsitz in der Gemeinde, in der du beitreten willst. Übrigens: Darunter und darüber gibt es auch Möglichkeiten sich einzubringen, etwa in der Jugendfeuerwehr oder für die Ü-63er die Ehren-und Musikabteilung.

Freiwillige Feuerwehr in Zahlen

  • Laut der letzten Erhebung von 2016 gibt es in ganz Deutschland 22.853 freiwillige Feuerwehren mit einer Mitgliederzahl von 995.341.
  • 2000 waren es noch 24.664 freiwillige Feuerwehren mit einer Mitgliederzahl von 1.380.084.
  • Mit der Einbeziehung der Berufs-, Jugend- und Werkfeuerwehr ergibt sich eine Gesamtzahl von 1.316.583 Mitgliedern.
  • Die Freiwillige Feuerwehr macht 95% der Gesamtzahl aller Wehren aus
  • In Niedersachen gibt es 124.808 Einsatzabteilungen der Freiwilligen Feuerwehren, davon sind 14.466 Frauen.

Alle Zahlen sind aus dem Jahr 2016. Die Infos im Gesamtdeutschen Überblick gibt’s hier und für Niedersachen hier.

Wie lange dauert die Ausbildung?

Um aktiv bei den Einsätze teilnehmen zu dürfen, musst du eine Grundausbildung oder im Feuerwehrsprech: Truppmannausbildung absolvieren. Diese umfasst etwa 70 Stunden. Hier werden jedoch nur Grundkenntnisse wie Rechtsgrundlagen, Geräte- und Fahrzeugkunde, die Durchführung eines Löscheinsatzes und das Verhalten bei Gefahr vermittelt. Die Truppmanausbildung Teil 1 erlaubt dir, grundlegende Tätigkeiten im Lösch-und Hilfseinsatz durchzuführen. Allerdings nur unter Aufsicht. Wer mehr will, muss noch eine Schippe drauflegen und Teil 2 der Ausbildung durchführen. Alles Wissenswerte zur Ausbildung in Niedersachsen gibt es hier. Du möchtest dein Hobby zum Beruf machen? Die Berufsfeuerwehr in Hannover beispielsweise sucht permanent neue Nachwuchskräfte. Bei der öffentlichen, kommunalen Feuerwehr wirst du in der Regel verbeamtet oder fest als Einsatzkraft des Feuerwehrtechnischen Dienstes eingestellt.

 

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Ein Beitrag geteilt von Sandy 🐈 (@misshurricanesandy) am

Feuerwehr in Niedersachsen: Feuerwehrmann in der Kabine
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Wenn es mal brenzlig wird.

Häufig genug erleben Feuerwehrleute bei den Einsätzen, wie schnell Unfälle passieren und dass sie jeden treffen können – und welche schwerwiegenden Folgen sie oft haben. Als aktives Mitglied der freiwilligen Feuerwehr  und der Abteilung Feuerwehrmusik im Landesfeuerwehrverband Niedersachsen e.V. erhältst du bei uns Unfallschutz zu besonders günstigen Konditionen. Informiere dich hier über die Unfallversicherung der VGH. Wenn du aus Bremen oder Bremerhaven kommst, findest du alle Infos zur Unfallversicherung der ÖVB hier.

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