Im E-Auto: zwei junge Frauen amüsieren sich im Auto

E-Autos auf der Überholspur? Das solltest du über Stromer wissen

Für unser Klima und die Umwelt! Alle sind sich einig: Irgendwann sollen Elektroautos die Verbrenner auf unseren Straßen ersetzen. Bis es soweit ist, muss allerdings noch Einiges passieren. Denn seit 2010 der Nissan Leaf als erster serienmäßiger Stromer vom Band auf die Straßen rollte, sind Elektroautos in Deutschland immer noch ein Nischenprodukt. Laut Kraftfahrt-Bundesamt gab es 2016 in Deutschland nur 11.410 neu zugelassene Elektroautos – bei insgesamt 3,4 Millionen Neuzulassungen. Ein genauer Blick auf die Neuzulassungen vergangener Monate zeigt allerdings eine positive Entwicklung: immer mehr Stromer erobern den Straßenverkehr. Die ansteigenden E-Auto-Zulassungen können an verschiedenen Faktoren liegen:

  • Die Reichweiten-Leistung einiger Modelle hat sich in letzter Zeit stark verbessert,
  • die Ladesäulen-Infrastruktur wird stetig weiterentwickelt,
  • Finanzspritzen von Staat und Hersteller machen den Kauf attraktiver.

Ob sich der Kauf eines E-Autos zu diesem Zeitpunkt für dich lohnt, erfährst du hier. Wir fassen den aktuellen Stand in Sachen Kosten, Leistung und Förderungsmöglichkeiten für dich zusammen.

Das erfährst Du in diesem Artikel

Abbildung E-Auto an Ladesäule
Seltener Anblick auf deutschen Straßen: Ladende Elektroautos.

Reichweite & Batterieleistung: Was können die Stromer von heute?

In Sachen Reichweite haben Verbrenner-Autos den Stromern noch Einiges voraus. Mit vollem Tank schaffen sie weitaus mehr als das Doppelte als die meisten E-Auto-Modelle. Das wird sich in Zukunft aber vermutlich ändern. Schafften E-Autos 2010 rund 100 Kilometer mit einer Akkuladung, waren es 2015 im Durchschnitt schon 240 km. Laut Statista soll 2020 die durchschnittliche Reichweite aller verkauften E-Autos auf rund 400 Kilometer ansteigen. Einige Modelle haben das heute schon drauf.

Die 4 reichweitenstärksten E-Autos

Von Kleinwagen über Luxus-Schlitten. Autobild hat die E-Autos mit den größten Reichweiten gerankt:

So holst du mehr aus deinem E-Auto

Wie bei jedem Gebrauchsgegenstand kannst du mit deinem eigenen Verhalten die Lebensdauer deines E-Autos beeinflussen. Wenn du folgende Tipps umsetzt, kannst du sogar mehr Reichweite ausnutzen.

 

  • Achte darauf, dass dein Auto im Winter keiner brutalen Kälte ausgesetzt ist. Im Sommer solltest du immer im Schatten parken.
  • Immer schnell Fahren ist generell nicht zu empfehlen. Beim E-Auto schadet es auch noch der Batterie. Mäßige also dein Tempo und du hast länger was vom E-Fahrspaß.
  • Solltest du auch mal auf Radio, Klimaanlage oder Heizung verzichten können, tu es. Sie verbrauchen oft unnötigen Strom.
  • Viele E-Autos können per Zeitsteuerung „vorgeheizt“ werden, solange sie noch an der Steckdose stecken. So sparst du wichtige Kilowattstunden für deine Fahrt und kommst entspannt durch den Winter.
  • Je schwerer dein Auto beladen ist, desto weniger Kilometer schaffst du. Achte also immer darauf, kein unnötiges Gepäck spazieren zu fahren.
  • Überladen des Akkus, häufiges Schnellladen und vollständiges Entladen des Akkus solltest du vermeiden. Wenn du deine Batterie gut behandelst, kann sie bis zu 10 Jahre halten.

Akku leer, Ladestation her!

Wenn sich der Akkubalken deines E-Autos rot färbt, zählt nur noch eins: Wo kann ich mein Elektroauto aufladen und wie lange dauert das? Die Ladedauer von Elektroautos ist unter Anderem von der Batteriekapazität und der Ladetechnik des E-Autos abhängig. Ein weiterer entscheidender Faktor ist die Ladeleistung der Ladestation.

Ladestation: Steckdose

Grundsätzlich ist das Laden des E-Autos an einer normalen 230 Volt Haushaltssteckdose kein Problem. Allerdings kann es zwischen 10 und 14 Stunden dauern, bis dein E-Auto „vollgetankt“ ist. Achtung: Veraltete Stromnetze sind nicht für eine solche Belastung ausgelegt. Bei einem nicht-modernisierten Altbau kann es daher schnell zu Kurzschluss, Überhitzung oder sogar Brandentwicklung kommen, wenn du dein E-Auto anschließt. Informiere dich also vorher unbedingt beim Hauseigentümer über den Zustand des Stromnetzes und lasse die Steckdosen von einem Techniker checken.

Praktisch für Zuhause und bei der Arbeit: Die Wandladestation

Die sogenannte Wandladestation ist eine Ladestation, die du zuhause oder an deiner Arbeitsstelle installieren lassen musst. Sie ist nur für Innenbereiche oder geschützte Außenbereiche (z.B. Carport) geeignet. Die „private“ Tankstelle kostet zwischen € 1000 und € 3000. Sie arbeitet mit 400 Volt und bis zu 22 Kilowatt. Damit dauert eine Ladung Strom zwischen 2 und 6 Stunden.

Junger Vater steckt das Aufladekabel in das Elektroauto. Sein Sohn guckt dabei zu
Zuhause aufladen: Die Wallbox macht es möglich.

Öffentliche E-Tankstellen

Natürlich kannst du dein Auto auch unterwegs aufladen. Und zwar an öffentlichen Ladestationen. Die Ladesäulen sind dabei mit dem Typ-2-Stecker und einem Ladekabel ausgestattet. Sobald dein Gefährt mit der Ladesäule verbunden ist, wird der Stecker per Zentralverriegelung am Auto fixiert. Du kannst dich also entspannt in der Gegend umsehen, während dein Wagen auflädt. Nur du kannst es von der Ladesäule lösen. Einmal Volltanken dauert im Schnitt rund 2 bis 4 Stunden. An sogenannten Schnellladesäulen kannst du dein E-Auto sogar in nur 30 bis 60 Minuten aufladen. Zweifelsohne fallen Kosten für deine Aufladung an. Die begleichst du per App beim entsprechenden Anbieter oder mit einer Ladekarte.

Verschiedene Steckertypen

International haben sich für die normale Ladung zwei Steckertypen durchgesetzt.

  • Typ 1: Verbreitet im asiatischen und nordamerikanischen Markt und üblich für Automodelle von Citroën, Chevrolet, Ford, Kia, Mitsubishi, Nissan, Opel, Peugeot und Toyota.
  • Typ 2: Stammt aus Deutschland und ist EU-Standard für Modelle von Audi, BMW, BYD, Mercedes-Benz, Renault, Smart, Tesla, VW und Volvo.

Ein entscheidender Unterschied dieser zwei Typen ist die sogenannte Shutter-Funktion des Typs 2, die die stromführenden Kontakte schützt.
Für die Schnellladung gibt es den sogenannten CHAdeMO Stecker, entwickelt in Japan und üblich für Autos von Citroën, Chevrolet, Ford, Kia, Mitsubishi, Nissan, Opel, Peugeot und Toyota. Der COMBO/CCS Stecker ist ein kombinierter Stecker aus dem Typ 2 Stecker mit einem zusätzlichen Adapter für die Schnellladefunktion. Dieser Stecker wird zukünftig zum europäischen Standard gehören.

Ladesäulen-Infrastruktur im öffentlichen Bereich

Laut der Nationalen Plattform Elektromobilität (NPE) befinden sich nur rund 15% der Ladeinfrastruktur im öffentlichen Bereich. Die meisten E-Fahrer nutzen eine private Lademöglichkeit. Statista zählt im Oktober 2017 rund 23.000 öffentliche Anschlüsse für Elektroautos an rund 7.700 Ladesäulen in Deutschland. Eine rasante Entwicklung. Zu Beginn 2016 gab es erst ca. 4.000 Ladestationen mit nur 14.000 Anschlüssen. Die NPE hat für 2020 einen Bedarf von insgesamt 70.000 Lade-Anschlüssen ermittelt: „Diese Ladepunkte müssen einfach zu finden, verlässlich, jederzeit verfügbar und komfortabel zu bedienen sein.“ Eine Vielzahl von Apps helfen den Nutzern dabei, die Ladesäulen zu finden, die Ladungen zu bezahlen oder sich in der Community über Verfügbarkeit und Zustände der einzelnen Ladestationen auszutauschen.

E-Auto Apps

Mit Apps wie Wattfinder (Android), LEMnet (iOS & Android), Plugfinder (iOS, Android & Windows) oder Next Charge (iOS, Android & Windows) findest du schnell und unkompliziert die nächste E-Tankstelle. Die PlugSurfing-App bietet dir darüber hinaus die Möglichkeit, einzelne Ladestationen mit Bildern und Kommentaren zu bewerten und ihren Echtzeit-Status einzusehen. Besonders bequem: das einheitliche Bezahlsystem für ganz Europa, mit dem du deine Aufladung einfach per App bezahlst. PlugSurfing gibt es für iOS und Android.

Die Bundesnetzagentur hat im April diesen Jahres eine Karte für E-Auto Ladestationen veröffentlicht und wurde ausgerechnet vom niedersächsischen Wirtschaftsminister Lies dafür kritisiert: Die Karte enthalte bei Weitem nicht alle vorhandenen Ladesäulen in Niedersachsen. Demnach gibt es hier mehr als 600 E-Tankstellen. Die Karte zeige nur einen Bruchteil davon an. Hier kannst du dir selbst ein Bild machen und Ladestationen in deiner Nähe suchen.

Kosten: Sind E-Autos günstiger als Verbrenner?

Der ADAC hat 35 E-Fahrzeuge mit entsprechenden Verbrenner-Modellen verglichen. Zum jetzigen Zeitpunkt sind die Anschaffungskosten für Elektrofahrzeuge in den meisten Fällen wesentlich höher als bei vergleichbaren Verbrenner-Autos. Allerdings steht fest: Elektroautos werden immer günstiger. Für diesen Trend sorgen unter Anderem die Kaufprämie, ein breiteres Angebot seitens der Hersteller und der technische Fortschritt: mit verbesserter und bezahlbarer Technik lassen sich mehr E-Autos verkaufen. Mit diesem Kostenrechner findest du heraus, ob sich die Anschaffung eines E-Autos finanziell für dich lohnt.

Vater rechnet Kosten durch mit Tochter auf dem Schoss
Rechne vor dem Kauf gut durch, ob du sich ein E-Auto für dich lohnt.

Versicherung & Steuern

In Sachen Fixkosten halten Stromer und Verbrenner sich die Waage. Zwar gibt es für Halter eines E-Autos einen Steuervorteil, jedoch gleichen die Versicherungskosten den steuerlichen Vorteil wieder aus.

Nur vier Autos günstiger als Verbrenner-Variante

Bei einer jährlichen Laufleistung von 20.000 Kilometern sind laut ADAC-Vergleich nur vier Stromer günstiger als vergleichbare Verbrenner-Modelle (Cent pro Kilometer):

Betriebskosten

Rechnet man für vier Jahre mit einem Durchschnittspreis von € 1,30 pro Liter Super und einem Strompreis von 28 Cent pro Kilowattstunde, ist man laut ADAC günstiger mit einem E-Auto unterwegs. Man spart mit einem Nissan Leaf Acenta beispielsweise rund € 30 im Monat.

Wartung & Werkstatt

Mit dem Elektroauto kannst du in Sachen Werkstattkosten sparen. Kein Ölwechsel, keine neuen Zündkerzen. Das E-Auto muss weniger gewartet werden als ein Verbrenner. Laut ADAC sparst du dadurch € 10 im Monat.

Abbildung: Batterie eines E-Autos
Batterie und Motor von Elektroautos sind wartungsfreier als bei Verbrennern.

Achtung: Wertverlust

Experten schätzen den Wertverlust von E-Autos grundsätzlich höher ein als bei Benzinern. Solltest du also vorhaben, deinen E-Wagen nach ein paar Jahren zu verkaufen, findest du womöglich keinen Käufer. Grund: Die Technik von heute wird in ein paar Jahren Schnee von gestern sein.

Batterie: mieten, kaufen, fahren!

Beim Kauf eines E-Autos musst du dich entscheiden, ob du die dazugehörige Batterie mieten oder kaufen willst. Kaufst du die Batterie, wird das Auto wesentlich teurer in der Anschaffung. Allerdings fallen dadurch später keine monatlichen Fixkosten an. Diese hast du, wenn du die Batterie mietest. Die Höhe der Miete hängt in den meisten Fällen von der jährlichen Fahrleistung ab. Die Batterie gehört zwar nicht dir, dafür wird sie grundsätzlich ersetzt, wenn sie während des Mietzeitraums ausfällt oder andere Mängel auftreten.

Förderung: Wie bekomme ich Unterstützung?

Du möchtest dir ein Elektroauto zulegen? Dann könnte der sogenannte „Umweltbonus“ interessant für dich sein. Die staatliche Kaufprämie soll den Verkauf von umweltfreundlichen Autos in Deutschland vorantreiben. Staat und Autoindustrie machen dafür insgesamt € 1,2 Milliarden locker und unterstützen E-Auto-Käufer damit bis Ende Juni 2019. Sollte die Fördersumme von € 1,2 Milliarden vorher aufgebraucht sein, endet das Programm vorzeitig.

Steuerbefreiung für E-Autos

Ab 2017 gilt: Halter von reinen Elektroautos, die in der Zeit vom 18. Mai 2011 bis zum 31. Dezember 2020 erstmals zugelassen wurden, sind für 10 Jahre von der Kfz-Steuer befreit.

Die wichtigsten Fragen zum Umweltbonus

Wie hoch fällt die Förderung für mich aus?
Für reine Elektroautos bekommst du € 4.000 Förderung. Plug-in-Hybride (Stromer mit zusätzlichem Verbrennungsmotor) werden mit € 3.000 gefördert.

Wie bekomme ich die Förderung?
Staat und Autoindustrie teilen sich die Kosten für die Förderung. Das heißt, du bekommst beim Kauf einen Nachlass von € 2.000 für Elektroautos bzw. € 1.500 für Hybridwagen. Für die übrigen Fördergelder musst du hier einen Online-Antrag auf Förderung eines E-Autos beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) stellen.

Welche Unterlagen brauche ich für den Antrag?
Für den Antrag beim BAFA benötigst du neben dem Kauf- bzw. Leasingvertrag und deiner Zulassungsbescheinigung noch die Rechnung. Darauf sollte der Abzug des Hersteller-Prämienanteils unbedingt ausgewiesen sein. Diese Dokumente musst du dann in elektronischer Form (z.B. als PDF) im Online-Antragsformular hochladen.

Bin ich überhaupt antragsberechtigt?
Wahrscheinlich ja. Laut BAFA sind Privatpersonen, Unternehmen, Stiftungen, Körperschaften, Vereine und kommunale Einrichtungen, auf die das förderfähige Neufahrzeug zugelassen wird, antragsberechtigt.

Wird mein Traum-E-Auto gefördert?
Ob für dein Wunschauto eine Förderung in Frage kommt, erfährst du in dieser Liste der Förderfähigen Elektrofahrzeuge. Diese Liste erhält ein regelmäßiges Update vom BAFA.

Fazit: Brauche ich ein E-Auto?

Elektroautos eignen sich zum jetzigen Zeitpunkt vor allem für Pendler und Leute, die sich in Städten bewegen. Technik und Ladeinfrastruktur sind für große Reichweiten und Langstreckenfahrer noch zu unausgereift. Wir können dennoch zuversichtlich sein. Die technische Entwicklung der letzten Jahre hat gezeigt, dass der Fortschritt rasant vorangeht.

Und auch die Politik tut einiges, um Elektromobilität in unseren Alltag zu integrieren. Neben staatlichen Fördergeldern soll das Elektromobilitätsgesetz (EMOG) den Kauf von E-Wagen attraktiver machen. Das EMOG ist besonders für Stadtmenschen interessant, da es E-Auto Besitzern beispielsweise erlauben soll, gebührenfrei zu parken oder Busspuren zu nutzen. Bislang sieht es in der Umsetzung eher mau aus. Lediglich Hannover hat das kostenlose Parken für Elektroautos in Niedersachsen umgesetzt.

Letztlich ist es auch deine Entscheidung, ob du mit dem Kauf eines E-Autos für eine grünere Zukunft sorgen willst, auch wenn du dafür zunächst tiefer in die Tasche greifen musst.

Im E-Auto: zwei junge Frauen amüsieren sich im Auto

Kfz-Versicherung für dein E-Auto

Du willst dir ein nagelneues Elektroauto zulegen? Mach’ dir in dem Fall auch Gedanken über den richtigen Versicherungsschutz für dich und dein neues Gefährt. Wir fördern die Elektromobilität mit 20% Beitragsnachlass auf die Kfz-Haftpflicht und -Kasko für alle förderfähigen Elektrofahrzeuge.* Wenn du Fragen zur Kfz-Versicherung hast, findest du hier die passende Antwort der VGH. Für alle aus Bremen und Bremerhaven gibt es hier die Infos der ÖVB.

* 20 % Beitragsrabatt für alle förderfähigen Elektrofahrzeuge von Privatkunden (nach Liste des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle) bis 31.08.2019. Infos unter: www.vgh.de/e-mobil

Ein Angebot der
VGH ÖVB

Ähnliche Beiträge

Kommentare sind geschlossen.