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Berufsunfähigkeitsversicherung: Mehr als sinnvoll

Ein Unfall, der Rücken, ein Burnout: Schnell ist das Horrorszenario Berufsunfähigkeit Realität. Laut der Deutschen Rentenversicherung schaffen es rund 25 Prozent aller Deutschen nicht, bis zur Altersrente zu arbeiten. Sie müssen eine Erwerbsminderungsrente beantragen, die wiederum knapp ausfällt, nicht immer greift und auch nicht jeder bekommt. Der bisherige Lebensstandard ist kaum zu halten, im schlimmsten Fall droht der Weg in die Sozialhilfe. Um dem finanziellen Absturz vorzubeugen, ist die Berufsunfähigkeitsversicherung überaus sinnvoll. Wir sagen, wie sie funktioniert und auf welche Aspekte du achten musst.

Was ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung?

Das Prinzip einer Berufsunfähigkeitsversicherung (kurz: BU-Versicherung) ist simpel: Du entrichtest einen zuvor festgelegten monatlichen oder jährlichen Beitrag an das Versicherungsunternehmen. Im Falle einer Berufsunfähigkeit zahlt dir die Versicherung eine BU-Rente. Und zwar solange deine Berufsunfähigkeit anhält – längstens aber bis zum Eintritt des Rentenalters oder einer vereinbarten Versicherungslaufzeit.

Warum eine BU-Versicherung für Studenten sinnvoll ist

Wenn du als Student berufsunfähig wirst, hast du im Normalfall keinen Anspruch auf staatliche Erwerbsminderungsrente – kaum ein Studierender kann bereits fünf Versichertenjahre bei der gesetzlichen Rentenversicherung geltend machen. Erst wenn du fünf Jahre in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt hast, besteht für dich ein Anspruch auf Erwerbsminderungsrente. Wenn es aus Gründen der Gesundheit mit deinem Wunschberuf nichts wird, bist du gesetzlich überhaupt nicht abgesichert.
Das macht eine Berufsunfähigkeitsversicherung im Studium absolut sinnvoll. Die Beiträge sind niedrig, da du jung bist und in der Regel wenig gesundheitliche Probleme hast.

Wann zahlt die Berufsunfähigkeitsversicherung?

Sobald du deinen Beruf wegen z.B. gesundheitlicher Probleme zu weniger als 50% ausüben kannst, springt die BU-Versicherung mit einer monatlichen Rente ein. Es spielt keine Rolle, ob du einen anderen Beruf ausüben könntest: Wenn der Dachdecker nicht mehr aufs Dach kann, aber als Büroangestellter arbeiten könnte, zahlt die BU-Versicherung trotzdem.

Warum eine BU-Versicherung für junge Leute sinnvoll ist

Die Berufsunfähigkeit ist eines der größten finanziellen Risiken für junge Leute, besonders wenn sie eine Familie haben. Viele, gerade junge Leute scheiden beispielsweise wegen Burnout aus und können nicht mehr weiter arbeiten. Wer früh berufsunfähig wird, muss riesige Einnahmeausfälle hinnehmen. Außerdem zahlst du nicht mehr in die Rentenkasse ein, was wiederum die Altersbezüge schmälert.

Was kostet die Berufsunfähigkeitsversicherung?

Die Höhe der Versicherungsbeiträge hängt maßgeblich von zwei Faktoren ab:

  • Alter bei Abschluss der Versicherung
  • ausgeübter Beruf

Je jünger der Kunde bei Vertragsabschluss, desto geringer fallen die monatlichen Kosten aus. Mit zunehmendem Alter geht meist eine Verschlechterung des Gesundheitszustands einher – entsprechend höher ist das Risiko für den Versicherer, die vereinbarte Rente zahlen zu müssen.

Außerdem teilen die Versicherungsgesellschaften die unterschiedlichen Berufe entsprechend ihrer Wahrscheinlichkeit für Berufsunfähigkeit in Risikogruppen ein.

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Verkannte Gefahr

Die Verbraucherzentrale nennt die Berufsunfähigkeit die „verkannte Gefahr“: Wer nicht mehr arbeiten kann, hat auch keine Einkünfte mehr. Die staatliche Erwerbsminderungsrente ist oft nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Besonders die, die in jungen Jahren berufsunfähig werden, stehen vor dem finanziellen Ruin. Mit der Berufsunfähigkeitsversicherung sicherst du dich dagegen ab und blickst der Zukunft beruhigt entgegen! Du kommst aus Bremen oder Bremerhaven? Dann findest du hier alle Infos zum Berufsunfähigkeitsschutz der ÖVB.

Wichtig: Krankenvorgeschichte und Gesundheitszustand

Vor Abschluss der BU-Police fordert das Versicherungsunternehmen Angaben zu Vorerkrankungen und zum aktuellen Gesundheitszustand. Beantworte diese Fragen unbedingt sorgfältig und wahrheitsgemäß! Verschweigst du eine Erkrankung, gefährdest du deinen Versicherungsschutz – Stichwort: vorvertragliche Anzeigepflicht.

Kommt es z.B. aufgrund der gesundheitlichen Vorgeschichte wie beispielsweise einem Bandscheibenvorfall zu einer Ablehnung, kann die Unfallversicherung oder der Existenzschutz eine Alternative sein.

Existenzschutz

Wenn du in deinem Job hauptsächlich körperlich tätig bist und aus irgendeinem Grund keine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen willst oder kannst, kannst du dich mit dem Existenzschutz der VGH absichern. Vorteil: Der Existenzschutz bietet dir finanzielle Sicherheit, wenn dein geregeltes Einkommen in Gefahr ist. Wenn zum Beispiel eine deiner grundlegenden Fähigkeiten wie Gehen, Sehen, Sprechen oder Hören dauerhaft beeinträchtigt ist, kannst du von einer monatlichen Rente oder einer vereinbarten Versicherungssumme profitieren. Solltest du schwer erkranken, zum Beispiel an Krebs, Nierenversagen oder an einer fortgeschrittenen Lungenerkrankung, kannst du eine einmalige Kapitalzahlung erhalten. Worst-Case: Erleidest du eine schwere Krankheit und verlierst eine deiner Grundfähigkeiten, erhältst du beides: Rente und Kapitalzahlung.

BU-Versicherung: Darauf musst du achten

  • Als Ende der Vertragslaufzeit legst du das Alter fest, in dem du normalerweise in Rente gehst – also 67 Jahre.
  • Du solltest den Betrag deiner BU-Rente realistisch ansetzen. Die Rente muss deine laufenden Kosten abdecken – Wohnung, weitere Versicherungen und Altersvorsorge sowie eventuell die Familie. Als Faustregel kalkulierst du mit 80 Prozent des Nettoeinkommens.
  • Dein Vertrag darf keine Verweisungsklausel enthalten. Mit der Klausel bräuchte der Versicherer nicht zu zahlen, wenn du in einem anderen, vergleichbaren Beruf zu deinem aktuellen arbeiten könntest. Es spielt auch keine Rolle, ob du eine Stelle findest oder nicht! Manche Verträge sehen nach einer Umschulung die Einstellung der Zahlungen vor.

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