Autofinanzierung: Junger Mann steht neben seinem Auto im Grünen.

Autofinanzierung: Was geht wie?

Erster Job in Hannover oder zum Studium nach Göttingen: Wenn du auf dem Land lebst, bist du ohne eigenen Wagen oft aufgeschmissen. Problem dabei: die Autofinanzierung. So ein fahrbarer Untersatz kostet nun mal eine Stange Geld, wenn du dich nicht auf eine schrottreife Möhre einlassen möchtest. Für einen zuverlässigen Gebrauchtwagen musst du möglicherweise mehr auf den Tisch legen, als du auf der hohen Kante hast. Aber keine Sorge, damit bist du nicht allein: Die Mehrzahl der Deutschen legt sich ihr neues Auto auf Pump zu. Bei der Autofinanzierung gibt es verschiedene Möglichkeiten. Wir stellen dir die vier beliebtesten vor: den Raten- oder Autokredit, den Ballonkredit, die Drei-Wege-Finanzierung und das Leasing. Welche am besten zu dir passt, erklären wir dir hier.

Das erfährst Du in diesem Artikel

Junges Paar rechnet am am Küchentisch mit Taschenrechner und Laptop
Bevor du voreilig zuschlägst: Rechne jede Möglichkeit der Autofinanzierung gut durch.

Der Klassiker: Einen ganz normalen Ratenkredit aufnehmen

Eine klassische Variante der Autofinanzierung ist ein Ratenkredit. Was heißt das genau? Du nimmst über eine bestimmte Summe bei einer Bank ein Darlehen auf und bezahlst den Betrag anschließend in Monatsraten zurück. Wie hoch die ausfallen, kannst du über die Laufzeit des Kredits regulieren. Ganz einfacher Merksatz: Je länger der Kredit läuft, desto kleiner fällt die Monatsrate aus. Allerdings hat eine lange Laufzeit auch einen Haken: Es werden für einen längeren Zeitraum Zinsen fällig, dein Autokauf wird also insgesamt etwas teurer. Was ist noch wichtig? Der Zinssatz wird, neben Laufzeit und Summe, von deiner Bonität bestimmt. Je besser die ist, desto geringer ist die das Risiko, dass die Raten ausbleiben. Die Bank ist glücklich und du bekommst einen besseren Zinssatz.

Diese Finanzierungsart hat beim Autokauf einen großen Vorteil: Du kannst den Kaufpreis bar auf den Tisch legen, sobald der Kreditbetrag auf deinem Konto eingegangen ist. Dadurch lässt sich bei Autohändlern oft ein Rabatt aushandeln. Der kann bis zu 20 Prozent des Listenpreises betragen und so die Kosten / Zinsen für den Kredit wieder aufheben.

Spezialfall Autokredit

Eine besondere Form des Ratenkredits ist der sogenannte Autokredit. Im Grunde funktionieren die beiden Modelle gleich, der entscheidende Unterschied ist: Dieser Spezialkredit ist zweckgebunden. Anders als bei einem klassischen Ratenkredit darfst du nur einen Pkw, ein Motorrad, ein Wohnmobil – oder was auch immer du für einen fahrbaren Untersatz möchtest – kaufen.

Damit hast du ein paar Trümpfe in der Hand: Oftmals sind die Konditionen – etwa die Zinsen – bei Autokrediten etwas günstiger als bei den „normalen“ Darlehen. Warum das so ist? Die Bank bekommt deinen Wagen als Sicherheit:

  • Du musst die Zulassungsbescheinigung Teil II beim Kreditinstitut hinterlegen.
  • Außerdem unterschreibst du eine sogenannte Sicherungsübereignung. In der ist festgelegt, dass die Bank das Fahrzeug notfalls auch verkaufen darf, zum Beispiel wenn du die Raten nicht mehr zahlen kannst.

Das klingt heftig, aber für deinen Geldgeber ist das Risiko damit geringer und im Endeffekt profitierst du durch bessere Konditionen. Es wird billiger für dich und obendrein kannst du auch hier den Barrabatt beim Händler nutzen, den wir beim Ratenkredit schon beschrieben haben. Und wenn die letzte Rate zurückgezahlt ist, gehört dein Traumauto endlich voll und ganz dir – und du bekommst natürlich auch die Zulassungsbescheinigung Teil II zurück.

Autobank oder klassisches Kreditinstitut?

Du solltest dir darüber Gedanken machen, von wem du dir eine Autofinanzierung sicherst. Hausbanken bieten zum Beispiel die oben genannten Ratenkredite an, die nicht zweckgebunden sind. Das läuft meist unkompliziert und relativ schnell ab.

Eine Autobank ist immer ein Tochterunternehmen des jeweiligen Herstellers. Das Geld aus dieser Quelle ist immer gebunden an einen Hersteller und noch spezieller an eine bestimmte Ausstattung. Mit anderen Worten, die Finanzspritze darf beispielsweise nur für das Modell X mit Klimaanlage, ABS und automatischem Einparksystem ausgegeben werden.

Dafür sind die Zinssätze oft besser. Hast du also ohnehin schon ein motorisiertes Fortbewegungsmittel von einem bestimmten Hersteller im Blick, kann sich die Autofinanzierung von der Spezialbank rechnen. Aber auch die Anfrage bei der örtlichen Sparkasse kann sich lohnen.

Wie funktioniert ein Ballonkredit fürs Auto?

Ballonkredit? Merkwürdiger Begriff, aber ein durchaus verbreitetes Mittel zur Autofinanzierung. Die Variante wird auch Schlussratenkredit genannt und mit ihr finanzierst du nur den Wertverlust deines neuen Autos. Was heißt das? Von Jahr zu Jahr verliert dein Wagen an Wert – dieser Verlust lässt sich mehr oder weniger genau berechnen. Und genau über die Summe des Wertverlusts nimmst du einen Kredit auf. Das hat den Vorteil, dass du nur vergleichsweise kleine Raten zahlen musst. Schließlich zahlst du nicht das Auto ab, sondern nur den Wertverlust. Klingt kompliziert, ist aber eigentlich ganz einfach: Stell dir vor, dein Auto kostet zum Beispiel 10.000 Euro, in drei Jahren kannst du deinen Liebling für noch für 6.000 Euro verkaufen. Der Verlust beträgt also 4.000 Euro und für diese Summe nimmst du einen Kredit auf und zahlst ihn in den kommenden drei Jahren ab. Jetzt kommen allerdings die Knackpunkte:

  • Nach den drei Jahren wird die sogenannte Schlussrate fällig.
  • Diese letzte Rate ist so groß wie der Restwert des Autos – in unserem Beispiel also 6.000 Euro.
  • Diese Summe kannst du bezahlen und das Auto gehört dir.
  • Oder du zahlst nicht und der Wagen gehört von nun an der Bank.

Es gibt einen Haken an der Sache: Hat das Vehikel in euren gemeinsamen drei Jahren gelitten, zum Beispiel weil der Lack zerkratzt wurde, ist es weniger wert als anfangs berechnet. Du musst aber trotzdem den vereinbarten Preis bezahlen. Ein Ballonkredit ist zu empfehlen, wenn du absehen kannst, dass du zum Ende der Laufzeit voraussichtlich etwas Geld auf der hohen Kante hast. Vielleicht läuft ein Sparvertrag genau dann aus?

Passt die Drei-Wege-Finanzierung zu Dir?

Eng verwandt mit dem Ballonkredit ist die Drei-Wege-Finanzierung. Das Modell folgt dem selben Muster. Du nimmst einen Kredit über den Wertverlust des Autos auf, nach Ablauf der Frist hast du allerdings drei Möglichkeiten:

  1. Du zahlst die letzte Rate, der Wagen gehört dir – das erinnert an den Schlussratenkredit.
  2. Du nimmst eine Anschlussfinanzierung auf. Mit anderen Worten, für die letzte große Rate greift dir etwa ein Ratenkredit unter die Arme.
  3. Du gibst das Auto beim Händler zurück – denn diese Art der Autofinanzierung wird oftmals direkt vom Verkäufer angeboten.

Wie steht es mit Leasing?

Den Begriff Leasing kennst du sicherlich. Das ist zwar keine klassische Autofinanzierung, kann dir aber auch helfen, trotz schmalen Budgets an einen fahrbaren Untersatz zu kommen. Konkret bedeutet Leasing: Du zahlst zunächst (nur) die Nutzung des Wagens, auch bekannt als Nutzungsentgelt, mit einer monatlichen Rate. Leasingverträge haben verschiedene Laufzeiten, normalerweise zwischen 12 und 54 Monaten. Ist die Frist abgelaufen, kannst du deinen Alten abgeben und einen Neuen bekommen – für den du erneut ein Nutzungsentgelt bezahlst. Wenn du den Wagen in dein Herz geschlossen und ein wenig Geld gespart hast, kannst du bei einigen Herstellern das Fahrzeug am Stichtag aber auch für eine bestimmte Ablösesumme kaufen.

Leasing gibt es in drei Varianten:

  • Das Kilometer-Leasing: Du darfst nur eine vorher mit dem Händler vereinbarte Anzahl von Kilometern fahren. Sind deutlich mehr Kilometer auf dem Zähler als vereinbart, musst du zum Ausgleich Geld zahlen. Fährst du allerdings weniger Strecke als abgesprochen, bekommst du eine Erstattung.
  • Das Restwert-Leasing: Du legst mit dem Händler fest, wie viel der Wagen nach Ablauf einer Frist noch wert ist. Das wird genau überprüft. Gibt es nun aber Gebrauchsspuren und Abnutzungen, mit anderen Worten das Auto ist nicht mehr im Top-Zustand, musst du draufzahlen. Wenn es ganz blöd läuft und der Gebrauchtwagenmarkt während der Laufzeit eingebrochen ist, ist der Restwert möglicherweise sogar ohne nennenswerte Schäden geringer als ursprünglich angenommen.
  • Das Andienungsrecht: Am Ende der Frist kann sich der Finanzierungsgeber entscheiden, dass Fahrzeug zurückzukaufen. Das muss er aber nicht, wenn der Wert des guten Stücks unter dem anfangs berechneten liegt. Hier hast du also ähnliche Risiken wie beim Restwert-Leasing.

So richtig überzeugend klingt Leasing in den meisten Fällen nicht. Das Modell besticht aber durch relativ niedrige Monatsraten. Wenn du beispielsweise nur die Anzahlung für ein Auto zur Verfügung hast, die weiteren monatlichen Zahlungen aber nicht sehr hoch sein dürfen, dann kann Leasing etwas für dich sein. Du solltest allerdings ganz genau das Kleingedruckte der Verträge lesen, um am Ende der Frist nicht über versteckte Kosten zu stolpern.

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Kfz-Versicherung

Am besten informierst du dich schon vor dem Kauf deines Wagens über die laufenden Kosten. Denn neben Sprit, Fuchsschwanz und Politur musst du dir mindestens eine Kfz-Haftpflichtversicherung für dein Auto leisten. Wenn du dein Auto finanzierst oder least, kann sich der Versicherungsumfang sogar noch erhöhen. Die Kosten dafür sind unter anderem vom jeweiligen Automodell abhängig. Möglicherweise kannst du die Ausgaben für die Versicherung deutlich reduzieren, wenn du nicht auf ein bestimmtes Fahrzeugmodell festgelegt bist. Die VGH und ÖVB beraten dich gerne, wie du in Sachen Versicherung günstiger wegkommst.

Hier findest du weitere Infos zum Kfz-Versicherungsangebot der VGH und ÖVB (für alle aus Bremen und Bremerhaven).

Ein Angebot der
VGH ÖVB

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