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Auslandsaufenthalt: Durch diese Tore steht dir die Welt offen

„Tschau, ich bin weg“, das haben wir uns doch alle schon mal gedacht. Wer diese Idee in den letzten eineinhalb Jahren aber wirklich umsetzen wollte, der stand zeitweise sogar vor geschlossenen Grenzen. Nichts mit weg. Den Traum von neuen Gefilden, einer Auszeit vom Alltag oder Arbeitserfahrung abseits der eigenen Ländergrenzen haben Homeschooling und -office jedoch weiter befeuert. Die Hummeln im Hintern werden nicht weniger. Deshalb ist jetzt der richtige Zeitpunkt, den ersten Schritt in Richtung Auslandsaufenthalt zu wagen und einen Blick auf das zu werfen, was vielleicht bald vor dir liegt.

Redakteurin Charlotta Witte OEVB
von Charlotta Witte15 Dezember, 2021
Junge Menschen stehen während Auslandsaufenthalt auf Berg und beobachten Sonnenuntergang
Das Wichtigste in 60 Sekunden

Du willst ins Ausland? Dann hast du zahlreiche Optionen: Ganz klassisch Work and Travel, Ranch- oder Farmstay, wenn du länger an einem Ort bleiben möchtest, Au-Pair für Kinderliebende – oder vielleicht Demi-Pair mit Fokus auf einem Sprachkurs? Entscheidest du dich für Freiwilligenarbeit, kannst du einiges bewegen, egal ob du dich auf Umweltschutz, soziale Projekte oder den Tierschutz konzentrieren möchtest. Für Schüler, Studenten und Auszubildende gibt es außerdem spezielle Austauschprogramme, deren Organisatoren dir eine Menge Arbeit und finanzielle Sorgen abnehmen können. Letzteres kannst du auch eigenständig mit der Bewerbung auf ein Stipendium lösen. Einfach mal in die Stipendiendatenbank des DAAD schauen!

Was du bei jedem Auslandsaufenthalt beachten solltest

  1. Frühzeitig organisieren. Die Fristen für Austauschprogramme oder Praktikumsstellen liegen meist sechs bis zwölf Monate vor dem eigentlichen Auslandsaufenthalt. Wenn du finanzielle Unterstützung z. B. durch Stipendien beantragen möchtest, musst du mit noch mehr Vorlauf planen. Welche Möglichkeiten du diesbezüglich hast, kannst du weiter unten nachlesen.
  2. Voraussetzungen für die Einreise. Je nachdem, wo du dein Auslandsjahr oder -semester verbringen möchtest, musst du dich noch vor der Einreise oder vor dem Ablauf einer dreimonatigen Frist um ein entsprechendes Visum bemühen. In einigen Ländern wird zusätzlich unterschieden, ob du dort nur studierst und einen kleinen Nebenjob hast oder richtig arbeitest. Auch dafür braucht es häufig spezielle Genehmigungen, deren Voraussetzungen in vielen Ländern an finanzielle Sicherheiten (Nachweis von Rücklagen bis zu 2.500 €) und dein Alter (meist zwischen 18 und 30) geknüpft sind. Auf der Webseite des Auswärtigen Amtes kannst du dir einen Überblick über die Reise- und Sicherheitshinweise verschaffen, die für dein Wunschland gelten. Dort kannst du nachlesen, ob und wenn ja, welche Visa du für den Aufenthalt benötigst, welche Impfungen für die Einreise verpflichtend sind, welche empfohlen werden und welche COVID-Einreisebestimmungen aktuell gelten.
  3. Krankenversicherungsschutz. Zum Arzt gehen, ohne danach eine dicke Rechnung bezahlen zu müssen, ist in Deutschland Standard – in anderen Ländern aber Luxus. „Wer sorglos in ferne Länder touren will, der sollte eine private Reisekrankenversicherung im Gepäck haben“, betont auch die Verbraucherzentrale. „Denn die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen im Ausland nur eingeschränkten oder gar keinen Schutz.“ Auch das Auswärtige Amt weist darauf hin, dass so anfallende Kosten schnell alle Ersparnisse aufzehren können. Außerdem könne nicht ausgeschlossen werden, dass Arzt oder Krankenhaus eine Ausreiseverweigerung erwirken, wenn die Rechnung nicht beglichen wird. Deshalb lieber direkt ordentlich absichern!
AuslandsreisekrankenversicherungDer beste Schutz für deine Zeit im Ausland – speziell für Schüler, Sprachschüler, Studenten, Stipendiaten, Praktikanten, Doktoranden, Au-pairs und Work & Traveller.
  1. Zahlungsmittel. In den meisten Ländern wirst du mit der klassischen EC-Karte nicht weit kommen. Eine Kreditkarte wird als gängigstes Auslandszahlungsmittel hingegen weltweit akzeptiert – und erspart dir die ständige Suche nach den besten Wechselstuben. Welche Währung dein Zielland hat, welche Kreditkarten dort grundsätzlich angenommen werden und ob es nationale Auszahlungslimits für Bargeld gibt (z. B. wichtig, wenn es um Kautionen geht), erfährst du ebenfalls in den länderspezifischen Reise- und Sicherheitshinweisen des Auswärtigen Amtes.
  2. Führerscheingültigkeit. Innerhalb der EU kannst du mit deinem deutschen Führerschein problemlos hinterm Steuer sitzen oder Fahrzeuge mieten. Damit das auch außerhalb dieser Grenzen möglich ist, solltest du einen internationalen Führerschein beantragen. Das ist im nächstgelegenen Straßenverkehrsamt möglich und kostet knapp 15 €. Der Führerschein hat eine Gültigkeit von drei Jahren.
  3. Mobilfunkvertrag. Wenn du dich außerhalb der EU befindest oder längerfristig mehr Zeit im Ausland als in Deutschland verbringst, gilt das nicht mehr als sogenanntes Roaming. Diese EU-Regelung besagt, dass du keinen Aufpreis für die Nutzung deines Mobilfunkvertrags innerhalb der EU-Ländergrenzen zahlst. Da die wenigsten Auslandsaufenthalte diese Bedingungen jedoch erfüllen, lohnt es sich, einen entsprechenden Vertrag in deinem Zielland abzuschließen – so sparst du dir unnötige Gebühren. 
  4. Gesetze und kulturelle Gepflogenheiten. Informiere dich rechtzeitig über die kulturellen Besonderheiten des Landes. Wusstest du zum Beispiel, dass es in Japan ein echter Fauxpas ist, im Gehen zu essen? An stark besuchten Orten ist es zum Teil sogar verboten. Sich der richtigen Etikette bewusst zu sein und an entsprechende Regeln zu halten, zeugt von Respekt gegenüber deinem Gastland. Rechtliche Besonderheiten zu kennen, zeugt dagegen vor allem von Vernunft – denn nicht selten sind die Strafverfolgungsmaßnahmen wesentlich härter als in Deutschland oder es werden Dinge unter Strafe gestellt, die in Deutschland nicht geahndet werden. Einen Überblick über solche Gesetze kannst du dir auf der Webseite des Auswärtigen Amtes verschaffen, gib einfach den Namen des Landes ein, in das du reisen möchtest.

Der Klassiker: Work and Travel

Du möchtest gerne mit maximaler Freiheit durch dein Wunschland reisen und deine laufenden Kosten direkt vor Ort decken? Für Work and Travel ist es ganz egal, ob du gerade im Urlaubssemester bist, eine Auszeit von deinem Job nimmst oder frisch deinen Schulabschluss hinter dir hast. Du entscheidest, wo und wie lange du bleiben willst, ob du einen Gelegenheitsjob annimmst oder direkt für Verpflegung und ein Dach über dem Kopf arbeitest.

Für diese Flexibilität bezahlst du mit dem Mehraufwand, den es braucht, um die Jobs und Reisen zu organisieren. Mittlerweile gibt es jedoch auch Online-Portale, die dich bei der Jobsuche im Ausland unterschützen, z. B. Yobbers. Hier findest du vor allem Ferienjobs mit einer Mindestdauer von mehreren Wochen. Planst du kürzere Zwischenjobs, bieten sich vor allem beim Work and Travel in Australien, den USA oder Südamerika sogenannte Working Hostels an. Die sind lokal vernetzt und fungieren als eine Kombination aus Unterkunft und Jobvermittlung.

Möchtest du die Verantwortung möglichst abgeben und ein wenig im Voraus planen, lohnt es sich, Geld in professionelle Work and Travel Programme zu stecken. Sie sorgen dafür, dass du alle Vorrausetzungen, z. B. für ein Arbeits-Visum, erfüllst und nehmen dir den Großteil der Organisationsarbeit ab. Dafür zahlst du bei Anbietern wie TravelWorks ab 500 € aufwärts, bekommst aber auch Rabatt, wenn du gemeinsam mit Freunden reist.

Dauer: Individuell, meist mehrere Wochen an einem Ort

Vorteile: Flexibilität, Selbstständigkeit, finanzielle Entlastung

Nachteile: Organisationsaufwand, bei kürzeren Aufenthalten häufig nur körperlich anspruchsvolle Jobs verfügbar

Für Familienmenschen: Au-Pair oder Demi-Pair

Als Au-Pair übernimmst du für knapp 30 Stunden an sechs Tagen der Woche die Kinderbetreuung und kleinere Haushaltsaufgaben bei einer Gastfamilie und erhältst dafür im Gegenzug Unterkunft, Verpflegung und ein kleines Taschengeld. So lernst du die Sprache und Kultur von innen heraus kennen und findest durch den engen Bezug zur Gastfamilie in der Regel leichter Anschluss an die einheimische Bevölkerung.

Um dich als Au-Pair zu qualifizieren, ist es hilfreich, bereits auf Babysitter-Erfahrung zurückgreifen zu können. Alternativ werden meist auch Referenzen über deine charakterliche Eignung, z. B. von Lehrern oder Arbeitgebern, akzeptiert. Grundkenntnisse in der Landessprache und ein Führschein sind häufig Mindestvoraussetzung. Außerdem solltest du zwischen 18 und 27 sein, ledig und noch keine eigenen Kinder haben.

Diese Bedingungen gelten auch für Beschäftigungen als Demi-Pair, deren Jobbeschreibung quasi der der klassischen Au-Pairs entspricht. Der Unterschied: Du arbeitest nur die Hälfte der Zeit, stattdessen steht der Sprachunterricht im Vordergrund. Die Hälfte deiner Woche verbringst du mit Sprachkursen, die du allerdings selbst bezahlen musst. Während Au-Pairs also nur knapp 100-200 € an Vermittlungsgebühren an entsprechende Agenturen, ihren Hin- und Rückflug sowie die Kosten für eine Auslandskrankenversicherung tragen müssen, ist der Aufenthalt als Demi-Pair mit schätzungsweise 3.000 € plus Flug für drei Monate wesentlich teurer. Anbieter für Au-Pair- sowie Demi-Pair-Programme ist beispielsweise ActiveAbroad.

Dauer: Au-Pair 6-12 Monate, Demi-Pair 3-12 Monate

Vorteile: Umfangreiche Fremdsprachenkenntnisse, Kultureller Austausch abseits touristischer Ballungszentren, geringe Kosten für Au-Pairs

Nachteile: geringere Flexibilität, häufig sind männliche Bewerber schwerer zu vermitteln, höhere Kosten als Demi-Pair

Etwas Gutes tun: Freiwilligenarbeit

Wenn du deinem Auslandsaufenthalt einen echten Sinn geben möchtest, sind Volunteerreisen auf Basis von Freiwilligenarbeit das Richtige für dich. Die Projekte, die du unterstützen kannst, sind vielfältig und geben dir die Möglichkeit deine eigenen Interessen in praktische Erfahrung umzuwandeln: Tier- oder Umweltschutz, diverse Forschungsprojekte, Aktionen zur Unterstützung der örtlichen Bevölkerung u.v.m. Welche Bedingungen und Kosten dabei auf dich zukommen, ist von Projekt zu Projekt unterschiedlich. In jedem Fall solltest du das Ganze aber nur machen, wenn du ausreichend Ersparnisse hast. Denn du wirst nicht nur für deinen Job nicht bezahlt. Du wirst auch für die Unterkünfte, Mahlzeiten oder z. T. sogar die reine Teilnahme am Projekt zahlen müssen. Die Kosten können dabei zwischen 400 € und 3.000 € monatlich liegen – verschaffe dir auf Freiwilligenarbeit.de oder bei Yobbers einfach einen Überblick.

Wenn bereits jetzt klar ist, dass du diese Kosten nicht tragen kannst, solltest du dich speziell auf die Suche nach Projekten machen, die vom deutschen Staat bezuschusst werden. Das sind Gap-Year-Programme, die sich z. B. als Freiwilliges Soziales oder Ökologisches Jahr (FSJ/ FÖJ) im Ausland oder als Internationaler Jugendfreiwilligendienst (IJFD) qualifiziert haben. Dort fallen die Kosten für Unterkunft und Mahlzeiten meist nicht ganz so hoch aus. Außerdem hast du den Vorteil, dass eine Teilnahme an diesen Programmen bereits ab 16 Jahren möglich ist. Wird die Teilnahme an deinem Projekt in Form des Europäischen Freiwilligendienstes (EFD) gefördert, hast du die größten finanziellen Vorteile. Er ist Teil des EU-Programms Erasmus+ JUGEND IN AKTION, welches im Gegenzug für deine Arbeit Unterkunft, Mahlzeiten, Visa, Versicherungen und sogar Sprachkurse zahlt. In manchen Fällen werden sogar Teile deiner Reisekosten übernommen. Bei AFS Interkulturelle Begegnungen e.V. kannst du nach Programmen filtern, die sich z. B. für eine solche Förderung als EFD auszeichnen.

Dauer: je nach Projekt unterschiedlich, meist mind. 4 Wochen bis zu einem Jahr

Vorteile: Gesellschaftlicher Mehrwert der Projekte, Praktische Erfahrung in sozialer Arbeit, interkulturelle Kompetenzen, Sprachkenntnisse

Nachteile: keine Entlohnung, z. T. hohe Kosten für Teilnahme am Projekt

Richtig anpacken: Farm- oder Ranchstay

Ein Farm- oder Ranchstay ermöglicht dir einen ganz beson­deren Einblick in die Land­wirt­schaft von Klein­bauern und Selbst­ver­sor­gern und bietet dir die Möglichkeit, dich in die lokale Bevölkerung zu integrieren – alles, was es dafür braucht, ist deine Mithilfe. Du unter­stützt Bauern und Land­wirte aktiv bei ihrer Arbeit im Getreide-, Gemüse- oder Wein­anbau oder bei der Betreuung oder Zucht von Tieren.

Alpakafarmen in Argentinien, Pferderanch in den USA oder klassische Feldarbeit in Neuseeland – als Gegenleistung für deine Mitar­beit darfst du auf den Höfen wohnen, auch deine Verpfle­gung wird in den meisten Fällen gestellt.

Mit dem entsprechenden Visum ist auch Arbeit gegen Bezahlung möglich. Im Gegensatz zum klassischen Work and Travel werden bei Farm- oder Ranchstays aber besonders Helfer bevorzugt, die für mehrere Monate vor Ort bleiben, da sich die Besitzer auf deine Unterstützung verlassen müssen. Angebote für die Arbeit auf Höfen findest du auf Portalen wie Workaway oder bei World Wide Opportunities on Organic Farms (WWOOF).

Dauer: meist 4 bis 6 Monate

Vorteile: Naturbezogene Arbeit, lokale Verwurzelung, geringe Kosten, geringer Organisationsaufwand, Sprachkenntnisse

Nachteile: keine bis geringe Entlohnung, weniger Flexibilität, körperlich fordernd

BeratersucheDu möchtest wissen, welche Versicherung z. B. für Unfälle aufkommt, die dir in der freien Zeit auf der Ranch passieren? Unsere Versicherungsberater erklären dir das gerne – unverbindlich und kostenlos.

Speziell für Schüler

Das Niedersächsische Kultusministerium fördert Schüleraustausche zwar nicht finanziell, dafür aber durch Mitorganisation und Integration der Schulen in spezielle Partnerschaftsabkommen. Im Rahmen dieser Förderung kannst du dich für den Drei-Monats-Austausch des Brigitte-Sauzay-Programms mit der Partnerregion Normandie in Frankreich oder den sechswöchigen Schüleraustausch mit Castilla y León in Spanien bewerben.

Auf Bundesebene werden Stipendien für ein Austauschjahr in den USA als Teil des Parlamentarisches Patenschafts-Programm (PPP) vergeben. Der Deutsch-Chilenische Bund (DCB) ermöglicht zudem den Austausch mit Schülern der „Deutschen Schulen“ in Chile – ein FAQ dazu findest du hier.

Speziell für Studenten

ERASMUS+

Die Förderung des europäischen Austauschs durch ERASMUS+ zählt zu den unkompliziertesten und gleichzeitig günstigsten Möglichkeiten, mithilfe derer du als Student deinen Auslandaufenthalt umsetzen kannst. Als Teil der akademischen Mobilität werden Auslandsemester und Auslandspraktika zwischen zwei und zwölf Monaten bezuschusst.

Dabei werden zum einen standardmäßig die gesamten Studiengebühren übernommen und mögliche Differenzen in den Lebenshaltungskosten finanziell ausgeglichen. Zudem bietet das Programm einen Rahmen, der allen Teilnehmenden eine gemeinschaftliche Organisation, Kennenlern-Events und regelmäßige, vergünstigte Ausflüge vor Ort ermöglicht. Normalerweise gibt es an deiner Uni bestimmte Ansprechpartner, die sich speziell mit dem Austausch über ERASMUS+ auskennen und dich beim Bewerbungsprozess unterstützen. Sie können dich über letztjährige Anforderungen und die allgemeine Nachfrage informieren. Außerdem ist auch ein Austausch über einen anderen Lehrstuhl als deinen eigenen möglich – so ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass du auch tatsächlich einen Platz im Programm bekommst.

Weitere Austauschprogramme mit Partnerunis

In den meisten Fällen wird deine Uni auch Teil anderer internationaler Austauschprogramme sein oder vom Staat für die unterschiedlichen Auslandserfahrungen ihrer Studenten gefördert werden. Zum Teil haben auch einzelne Professoren Beziehungen zu Abteilungen an ausländischen Unis und können so spezielle Forschungspraktika oder inoffiziellere Austausche ermöglichen. Welche Optionen du hier – vor allem außerhalb der EU ­– hast, erfährst du auf der Webseite deiner Universität oder bei der Studienberatung.

Speziell für Auszubildende

ProTandem

ProTandem fördert seit 1980 deutsch-französische Austausche von jungen Auszubildenden aus über 50 Berufsgruppen. Das Programm umfasst dabei mindestens drei Wochen, wovon zwei Drittel der Zeit für ein Betriebspraktikum und ein Drittel speziell für den kulturellen und sprachlichen Austausch vorgesehen sind. Die Kosten für Fahrt, Tandemlehrer, Sprachbegleiter sowie die Unterbringung, Verpflegung als auch das Kulturprogramm werden übernommen. Austauschteilnehmende erhalten zudem eine spezielle Versicherung für den Krankheitsfall oder potenzielle Arbeitsunfälle. Übrigens: ProTandem weist explizit darauf hin, dass du keine Vorkenntnisse in Französisch besitzen musst, um von diesem Austausch zu profitieren – dafür unterstützen euch spezielle Sprachbegleiter.

NABIBB

Die Nationale Agentur Bildung für Europa beim Bundesinstitut für Berufsbildung (NABIBB) wird durch das Erasmus+-Programm der Europäischen Union finanziert und fördert Auslandspraktika deutscher Azubis – während oder bis zu zwölf Monate nach ihrer Ausbildung. Grundsätzlich ist ein Auslandsaufenthalt in allen EU-Ländern sowie in Island, Liechtenstein, Norwegen, Serbien, der Türkei oder Nordmazedonien möglich. Die Bewerbung kann allerdings nicht direkt bei der NABIBB erfolgen. Stattdessen musst du eine Bildungseinrichtung finden, über die du ins Ausland gehen kannst. Sie vermittelt dir das Erasmus+-Stipendium und meistens auch einen Praktikumsplatz. Wenn du weder über deine Berufsschule noch über dein Unternehmen oder deine Kammer einen solchen Ansprechpartner findest, gibt es Bildungseinrichtungen, die Auslandspraktika und Stipendien für alle anbieten, die sich bewerben. Eine Übersicht dieser sogenannten Pool-Projekte findest du hier.

Speziell für Berufstätige

Du bist berufstätig und brauchst eine Auszeit oder überlegst dir, dein Homeoffice ins Ausland zu verlegen? Dann lies unsere Artikel zum Thema Sabbatical oder dem Leben als digitale Nomaden.

Stipendien für Selbstorganisierer

Stipendien sind vor allem dann wichtig, wenn du auf eigene Faust einen Job oder ein Praktikum im Ausland an Land ziehst oder dich zum Beispiel im Gap Year zwischen Schule und Ausbildung befindest – du also abseits offizieller Programme dein Auslandsjahr selbst finanzieren musst. Deshalb bietet der Deutsche Akademischer Austauschdienst (DAAD) spezielle Stipendien an, die dir finanziell während deines Auslandsaufenthaltes unter die Arme greifen. Auch parteinahe Stiftungen oder wirtschaftsnahe Einrichtungen helfen dir bei der Finanzierung und fördern die Auslandserfahrungen ihrer Stipendiaten. In der Datenbank des DAAD findest du einen Überblick über alle Fördermöglichkeiten und unter welchen Bedingungen du dich dafür bewerben kannst.

Übrigens: Egal, ob du selbstständig mit einem Stipendium oder über ein bereits gefördertes Programm ins Ausland kommst, solltest du auf jeden Fall einen Antrag auf Auslands-BAföG stellen. Denn aufgrund der höheren Fördersätze im Ausland werden auch haufenweise Schüler und Studenten unterstützt, deren Antrag auf normales BAföG im Inland abgelehnt worden wäre. So kannst du dir zusätzlich zu z. B. ERASMUS+ Reisekosten, Lebenshaltungskosten oder Studiengebühren bezuschussen lassen.

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