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Auseinanderziehen

6 Fehler, die ihr beim Auszug aus der gemeinsamen Wohnung vermeiden solltet

So romantisch der Gedanke ans Zusammenziehen ist – er birgt auch Risiken: Plötzlich heißt es, im Alltag miteinander klar zu kommen und dem Partner mehr Platz im eigenen Leben einzuräumen. Doch was ist zu tun, wenn die Liebe der Routine nicht standhält? Endet eine Beziehung, ist das meist schon blöd genug – wer scheitert schon gern? Teilt man mit dem Partner eine Wohnung, wird es noch komplizierter. Wer zieht aus? Was passiert mit gemeinsamen Sachen? Und wie gelingt der Neustart? Wir weisen euch den Weg vorbei an sechs Tretminen, die ihr meiden solltet. So habt ihr die Chance, das Auseinanderziehen zu meistern, ohne dass die Fetzen fliegen.

Redakteurin Annika Adler
von Annika Adler19 April, 2021
Das Wichtigste in 60 Sekunden:

Eine Trennung ist nie einfach. Deutlich komplizierter wird sie, wenn man mit dem Partner bereits zusammenwohnt. Jetzt hilft es, die wichtigsten Hürden zu kennen, um unnötigen Stress zu vermeiden. Und das bedeutet: Mietvertrag checken und klären, wie es mit der gemeinsamen Wohnung weitergeht. Wer zieht aus? Wer darf bleiben? Und wer behält welches Möbelstück? Geht es nicht gerade um Unsummen, kann es helfen, zu verzichten – so hat man schneller wieder seine Ruhe. Bis beide getrennte Wege gehen, sollte offen und ehrlich kommuniziert werden. Ein fairer Umgang miteinander macht die restliche Zeit in der gemeinsamen Wohnung deutlich aushaltbarer. Und sonst hilft: Viel Zeit bei Freunden verbringen oder eine Zwischenmiete suchen, bis beide Partner ein neues Zuhause gefunden haben.

1. Im Übergang stecken bleiben

Trennen sich Paare, die bereits zusammenleben, gibt es zwei Optionen, um auseinander zu ziehen: Entweder beide ziehen aus oder einer von beiden bleibt in der gemeinsamen Wohnung zurück. Grundsätzlich haben beide Varianten ihre Vor- und Nachteile. „Wer auszieht, hat die Möglichkeit, sich schneller neu zu sortieren. Ein neues Umfeld kann dazu beitragen, den Liebeskummer besser zu überwinden“, sagt Elena Sohn von den Liebeskümmerern, einem Team aus Psychologen, das bei Liebeskummer eine Online-Beratung anbietet. Verlässt man die gemeinsame Wohnung, hat man langfristig eine bessere Chance neu zu starten, dafür ist der Auszug jedoch häufig aufwendiger und auch emotional anstrengender.

Wer zurückbleibt, wählt zwar erst einmal den bequemeren Weg, auf Dauer ist es jedoch schwieriger sich in einer Wohnung, in der man als Paar gelebt hat, neu zu orientieren. Was helfen kann, ist der Griff zum Pinsel: Mit frischer Farbe bekommt nicht nur die Wand, sondern auch das Leben einen neuen Anstrich. Auch die Veränderung der Einrichtung verleiht der alten Wohnung neue Perspektiven – jetzt ist es wichtig, den eigenen Geschmack in vollen Zügen auszuleben. „Das Wohnumfeld hat nämlich einen viel direkteren und größeren Einfluss auf unser Seelenleben, als viele Menschen glauben. Verändern wir etwas im Äußeren, verändert sich auch etwas in uns selbst“, sagt Elena Sohn Und das sollte man sich bei Liebeskummer unbedingt zunutze machen.

2. Den Mietvertrag nicht so ernst nehmen

Expertin für Liebeskummer Elena Sohn
Elena Sohn, Die Liebeskümmerer

Im Zweifel entscheidet der Mietvertrag darüber, wer ausziehen muss. Problematisch wird es nur, wenn beide Partner als Mieter eingetragen sind und keiner freiwillig den Schlüssel abgibt. Dann bleibt nur eine faire Lösung: Beide ziehen aus und der Mietvertrag wird vollständig gekündigt. Tatsächlich ist der Vermieter nicht verpflichtet mit einem von beiden einen neuen Mietvertrag abzuschließen. Wer sich einig wird, ohne dass die Fetzen fliegen, sollte beim Vermieter um eine entsprechende Änderung im Mietvertrag bitten und dem anderen zumindest ausreichend Zeit einräumen, ein neues Dach über dem Kopf zu finden.

Gerade in der Großstadt ist der Wohnungsmarkt ein hartes Pflaster. Auf eine Wohnung kommen meist hunderte Interessenten. Deshalb kann es durchaus länger dauern, bis man einen neuen Mietvertrag unterschreibt. Wer nicht spontan schönen und bezahlbaren Wohnraum findet, für den könnte zum Beispiel eine Zwischenmiete für ein paar Monate eine Lösung sein. „In jedem Fall sollte man verhindern, alle paar Tage oder Wochen umziehen zu müssen, sodass man nicht ständig auf gepackten Koffern sitzt“, sagt Elena Sohn.

3. Möglichst lautlos aneinander vorbei leben

Und wie lässt sich die Zeit überstehen, in der man noch gemeinsam in der Wohnung sitzt, ohne dass es zerbrochene Vasen und Verletzte gibt? „Wichtig ist, dass jeder einen Raum für sich bezieht, in dem er Privatsphäre findet“, sagt Elena Sohn. Außerdem ist es sinnvoll, klare Spielregeln aufzustellen. Das kann ein Putzplan sein oder auch eine feste Absprache, wer wann die Waschmaschine nutzt oder zu welchen Zeiten Freunde zu Besuch kommen und gemeinsame Räume genutzt werden. „Trotz Trennung und verletzter Gefühle hilft es, im Gespräch zu bleiben und klar zu kommunizieren, was jeder vom anderen braucht, um mit der Situation zurechtzukommen“, so die Expertin. Weil man nach einer Trennung ohnehin meist in einer Vorwurfsspirale ist und bereits Kleinigkeiten Streit auslösen können, hilft es, sich möglichst wenig in der Wohnung zu begegnen. Ist die Stimmung sehr angespannt, sollte man versuchen, Zeit bei Freunden und Familie zu verbringen.

ende der beziehung und zeit zum auseinanderziehen
paar streitet sich und will auseinanderziehen
nach dem Auseinanderziehen die Wohnung neu einrichten

4. Bei der Haushaltsauflösung kleinlich an allem festhalten

Dein? Mein? Unser? Zentraler Bestandteil des Auseinanderziehens nach der Trennung ist die Haushaltsauflösung. Hier lautet die Devise: Aus eins mach zwei. Bei einer ersten gemeinsamen Wohnung schaffen sich viele Paare gemeinsam Möbel, Küchengeräte oder andere Gegenstände an. Scheitert die Beziehung, sollte geklärt werden, was mit all den Lieblingsgegenständen und Schmuckstücken passiert, an denen beide Partner finanziell beteiligt waren. „Eine Option wäre, gemeinsame Sachen zu verkaufen und den Erlös zu halbieren“, sagt Sohn. „Allerdings ist das auch ein Grund, wieder miteinander Kontakt haben zu müssen.“

Gerade, wenn eine Beziehung tränen- und konfliktreich endet und es nicht um Unsummen geht, ist es ratsam zu verzichten, um dafür schneller wieder Freiheit und Ruhe zu haben. Paare sollten deshalb individuell und je nach persönlichem Leidensdruck entscheiden. „Oft will man so wenig wie möglich mit dem Ex-Partner verbinden und auch nicht durch irgendwelche Dinge an die Beziehung erinnert werden“, sagt Elena Sohn. Das mache es leichter, dem anderen Gegenstände zu überlassen. Bei großen Anschaffungen, wie einer Küche, bietet es sich an, dass eine Person von vorneherein die Kosten übernimmt. Dann ist beim Auseinanderziehen automatisch klar, wer der Eigentümer ist. 

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5. Nicht über den Moment hinausschauen

Paare, die Kinder haben oder sich ein Haustier anschaffen, sollten im Vorfeld unbedingt darüber sprechen, wo diese im Fall einer Trennung landen. „Auch, wenn das unromantisch klingt, sobald es um Lebewesen geht, muss so etwas frühzeitig geklärt sein“, sagt Sohn. Auch für gemeinsame Versicherungen sollte nach der Trennung eine einvernehmliche Lösung gefunden werden. Konkret bedeutet das: Derjenige, der auszieht, muss sich um einen neuen Versicherungsabschluss kümmern. Der, der bleibt, kann bereits bestehende Verträge übernehmen, sollte aber unbedingt prüfen, ob die Versicherungssummen noch passen und diese entsprechend aktualisieren lassen.

8 Tipps für ein friedvolles Auseinanderziehen

  1. Klärt, was mit der gemeinsamen Wohnung passiert.
  2. Legt einen Zeitpunkt für den Auszug fest, der für euch beide realistisch ist.
  3. Versucht die restliche gemeinsame Zeit in der Wohnung durch klare Regeln bestmöglich zu überstehen.
  4. Teilt die Hausarbeit gerecht auf, so wie es auch Mitbewohner tun würden.
  5. Legt Grenzen fest und respektiert die Privatsphäre des Anderen.
  6. Einigt euch, wem welche Dinge nach der Trennung gehören und findet eine faire Lösung für gemeinsame Anschaffungen.
  7. Haltet wichtige Vereinbarungen schriftlich fest.
  8. Versucht ehrlich, fair und freundlich miteinander umzugehen, bis ihr endgültig getrennte Wege geht.

6. Auseinanderziehen und trotzdem zusammenbleiben

Eine gemeinsame Wohnung ist ein wichtiger Schritt innerhalb einer Beziehung, aber auch eine enorme Herausforderung. Gerade weil Single-Phasen heutzutage oft länger andauern und viele Menschen lange alleine leben, ist es schwieriger, Kompromisse einzugehen. Trotzdem hat das Zusammenziehen einen entscheidenden Vorteil: „Man merkt schneller, ob es passt oder nicht, weil man den Partner in all seinen Facetten kennenlernt“, sagt Beziehungsexperte und Bestseller-Autor Michael Nast. Dass die gemeinsame Wohnung der Grund für das Ende einer Beziehung ist, daran glaubt er ohnehin nicht. „Wenn eine Beziehung nicht funktioniert, schiebt man das gerne auf äußere Umstände. Dabei wirkt die gemeinsame Wohnung nur wie ein Katalysator. Das eigentliche Problem liegt meist bei den Partnern selbst“, so Nast.  

Die Partnerschaft durch ein Auseinanderziehen wieder zu retten – das hält er deshalb für Quatsch. „Eine getrennte Wohnung ist auf jeden Fall ein Rückschritt. Wer glaubt, dass das Auseinanderziehen eine reife Entscheidung für die Beziehung ist, macht sich etwas vor“, findet Nast. Gerade junge Paare, die sich eine gemeinsame Zukunft aufbauen und irgendwann Kinder haben wollen, sollten überlegen, ob die Beziehung tatsächlich die richtige ist, wenn das Zusammenleben scheitert. „Schließlich geht es darum, mit einer Person eine tiefe Bindung aufzubauen und miteinander das Leben zu teilen. Eine gemeinsame Wohnung ist dafür das perfekte Symbol.“

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