Junge Frau sitzt am Computer und tippt

Arbeiten neben dem Studium: So läuft der Nebenjob rund

Das WG-Zimmer, die Fahrten in die Heimat, Kino und Kneipe mit den Kommilitonen – ein Studium ist teuer. Gut zwei Drittel aller Studenten jobben nebenher, um ihren Alltag zu finanzieren. Wie das Arbeiten neben dem Studium geregelt ist und was du bei der Suche nach einem Nebenjob fürs Studium beachten solltest, verraten wir hier.

Das erfährst Du in diesem Artikel

Arbeiten neben dem Studium – wie viele Stunden sind erlaubt?

Grundsätzlich darf jeder Student neben dem Studium so viel arbeiten, wie er möchte. Der Verdienst und die Arbeitszeiten haben jedoch Auswirkungen auf den Studentenstatus. Je nach Art und Dauer der Beschäftigung fallen Abgaben für Sozialversicherung und Lohnsteuer an, die bei einem Studium ohne Nebenjob nicht zu tragen kommen.

Bei einer Dauerbeschäftigung, die du das ganze Jahr über neben dem Studium ausübst, darfst du als Student jeden Monat bis 450 Euro verdienen, ohne Besonderheiten zu beachten. Steuern sind auch bei mehreren Minijobs nicht fällig, solange der Gesamtverdienst pro Monat 450 Euro nicht übersteigt. Die Arbeitszeit ist dabei egal. Wenn du jedoch BAföG beziehst, darfst du durch das Arbeiten neben dem Studium nicht mehr als 400 Euro verdienen.

Beträgt deine Arbeitszeit nicht mehr als 20 Stunden pro Woche, darfst du dir als Student monatlich auch mehr als 450 Euro dazuverdienen. Übersteigt die wöchentliche Arbeitszeit 20 Stunden, müssen Studenten Versicherungsbeiträge und Steuern zahlen. Sie gelten dann nicht mehr als „ordentlicher Studierender“, was sich beispielsweise auf die Krankenversicherung auswirkt.

Handelt es sich um einen Aushilfsjob, den du zum Beispiel nur in den Semesterferien ausübst, oder um ein Praktikum, gelten andere Regelungen. Dauert der Aushilfsjob nicht länger als drei Monate oder 70 Arbeitstage im Kalenderjahr, hat das keinerlei Auswirkungen. Wenn du jedoch aushilfsweise mehr als 26 Wochen im Jahr und mehr als 20 Stunden in der Woche neben dem Studium arbeitest, musst du Beiträge für Renten-, Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung zahlen, außerdem wird Lohnsteuer fällig.

Die Abgaben beim Praktikum hängen von der Art des Praktikums ab: Ein vorgeschriebenes Pflichtpraktikum im Rahmen des Studiums ist unproblematisch. Absolvierst du ein Praktikum auf freiwilliger Basis in den Semesterferien, sollte der Verdienst 450 Euro nicht übersteigen.

Also, nochmal zusammengefasst. Als Student musst du keine Besonderheiten oder Abgaben beachten, wenn du:

  • monatlich 450 Euro bei einer Dauerbeschäftigung verdienst (auch bei mehreren Minijobs),
  • monatlich 400 Euro verdienst und BAföG beziehst,
  • wöchentlich nicht mehr als 20 Stunden arbeitest,
  • einen Aushilfsjob für maximal drei Monate oder 70 Tage im Kalenderjahr ausübst.

Lohnsteuer und Sozialversicherung

Spätestens beim Erhalt des Gehaltszettels siehst du, wie sich das Arbeiten neben dem Studium auszahlt und welche Abgaben du tatsächlich leisten musst. Grundsätzlich fallen Abgaben für die Lohnsteuer und die Sozialversicherung an. Die Lohnsteuer muss jeder Arbeitnehmer entrichten, der nicht selbstständig tätig ist. Der Arbeitgeber berechnet die jeweilige Lohnsteuer und behält sie für das Finanzamt vom Bruttogehalt ein. Jeder Arbeitnehmer ist zudem verpflichtet, Abgaben an die gesetzliche Sozialversicherung zu zahlen. Nur für Minijobber gelten Ausnahmen für das staatliche Kranken-, Unfall-, Renten-, Pflege- und Arbeitslosenversicherungssystem.

Welcher Steuerfreibetrag gilt für Studenten?

Die bereits erwähnte Lohnsteuer ist Teil der Einkommensteuer. Beträgt der jährliche Verdienst beim Arbeiten neben dem Studium mehr als 9.000 Euro, wird Einkommensteuer erhoben. Bleibt der Jahresverdienst darunter, muss die Summe nicht versteuert werden. Es handelt sich dann um den Grundfreibetrag oder auch Steuerfreibetrag, der nicht nur für Studenten gilt. Manchmal wird die Steuer erhoben, obwohl der Verdienst unterhalb des Freibetrags liegt. Dann kannst du dir das Geld mit einer Einkommensteuererklärung zurückholen.

Tipp: Damit Arbeitgeber die Steuern für den Studentenjob richtig berechnen können, musst du dein Geburtsdatum und deine Steuernummer angeben. Die Steuernummer erhältst du vom Finanzamt der Stadt, in der du gemeldet bist. Eine Lohnsteuerkarte in Papierform ist heute nicht mehr nötig.

Gibt es trotz Studium Kindergeld?

Das Kindergeld stellt für viele Studenten eine weitere Einkommensquelle dar. Grundsätzlich hat jeder Anspruch auf Kindergeld, solange er jünger als 25 Jahre ist und sich noch in der Ausbildung befindet. Also gibt es auch im Studium Kindergeld – unabhängig vom Nebenverdienst durch Studentenjobs. Einzige Voraussetzung: Dein Jahresgehalt bleibt unter 9.000 Euro und die wöchentliche Arbeitszeit unter 20 Stunden.

Den richtigen Nebenjob fürs Studium finden

Bevor du dich auf die Suche nach einem Nebenjob im Studium machst, solltest du dich fragen: Schaffe ich das überhaupt? Oder kommt durch das Jobben die Uni zu kurz? Zeitmanagement und Selbstorganisation sind für das Arbeiten neben dem Studium essenziell. Wenn dir der Job während des Semesters viel Stress bei wenig Geld beschert, ist ein Job in den Semesterferien vielleicht besser geeignet. Ebenfalls wichtig: Möchtest du nur Geld verdienen oder praktische Erfahrungen fürs Berufsleben sammeln? Als Werkstudent kannst du wertvolle Kontakte knüpfen, beim Nachhilfeunterricht beweisen Lehramtsstudenten, dass sie für den Schuldienst geeignet sind. Wer nach dem Studium promovieren möchte, ist als wissenschaftliche Hilfskraft an der Uni gut aufgehoben. Wenn du aber vor allem Geld dazuverdienen möchtest, kannst du dir einen beliebigen Job suchen, der gut in deinen Studienalltag passt.

Junger Kellner stellt eine Tasse Kaffee auf den Tisch von zwei Gästen.
Verdiene dir als Barista etwas dazu.

Was müssen Studenten bei der Krankenversicherung beachten?

Besonders wichtig ist die Einkommensgrenze für die studentische Krankenversicherung. In der Regel sind Studenten bis 25 Jahre familienversichert. Das bedeutet, du kannst dich beitragsfrei über Mutter, Vater oder Ehepartner mitversichern lassen. Die Bedingung: Du verdienst monatlich nicht mehr als 450 Euro in einem steuerfreien Minijob oder mehr als 435 Euro netto durch einen anderen Nebenjob im Studium. Andernfalls musst du dich als Student selbst krankenversichern.

Junge Frau sitzt am Computer und tippt

Was, wenn du nicht mehr arbeiten kannst?

Jetzt studierst du zwar noch, aber spätestens, wenn du in deinem ersten richtigen Job steckst, solltest du über eine Berufsunfähigkeitsversicherung nachdenken. Solltest du nämlich aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr in der Lage sein deine Arbeit auszuüben, bist du mit der Berufsunfähigkeitsversicherung finanziell abgesichert. Und: je eher du dich darum kümmerst, umso günstiger kommst du dabei weg. Du kommst aus Bremen oder Bremerhaven? Hier geht’s zu den Infos zur Berufsunfähigkeitsversicherung der ÖVB.

Ein Angebot der
VGH ÖVB

Ähnliche Beiträge

Kommentare sind geschlossen.