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Altersvorsorge durch Aktien: Sparen in der Niedrigzinsphase

In der Niedrigzinsphase ist der langfristige Vermögensaufbau mit klassischen Produkten eher schwierig. Mit einem Sparbuch oder einem Tagesgeldkonto machst du heutzutage keine großen Sprünge. Wenn du also jetzt für dein Alter vorsorgen willst, was wir dir absolut empfehlen, solltest du dich über andere Maßnahmen informieren. VGH-Vorstandsmitglied Jörg Sinner, unser Fachmann für Kapitalanlagemanagement und Personenversicherungen, rät dabei zu mehr Risiko und einem langen Atem. Stichwort: „Aktien“.

Aktionär, Börse, Crash – ein kleines Aktien-ABC

Vielleicht hast du dich schon mal gefragt, was Aktien eigentlich genau sind? Sie sind nichts Anderes als Wertpapiere, die für einen bestimmten Anteil des Eigenkapitals einer Aktiengesellschaft (AG) stehen. Aktiengesellschaften sind meist große Unternehmen, die ihre Unternehmensanteile in Form von Aktien an der Börse zum Kauf anbieten. Die Börse kann man sich dabei wie einen Marktplatz vorstellen, an dem Aktien ständig ge- und verkauft werden. Leute, die Aktien kaufen, werden somit Teilhaber der Aktiengesellschaften. Man nennt sie Aktionäre.

Exkurs: Börsenkurs & Index

Die Preise für die Aktien werden von Börsenmaklern, auch Broker genannt, ermittelt. Sie legen den Preis pro Aktie so fest, so dass ein Ausgleich von Angebot und Nachfrage entsteht. Aktien werden meistens für einen eher kurzen Zeitraum gehalten und dann an der Börse weiterverkauft. Zum Beispiel wenn der Aktionär den Werteverlust befürchtet. Ein Beispiel: Aktionäre einer Sonnenbrillen-Firma rechnen mit einem wolkenreichen Sommer, in dem sich kaum Sonnenbrillen verkaufen lassen. Sie befürchten den Wertverlust ihrer Anteile an der Firma und wollen sie verkaufen. Die Nachfrage entsteht durch die Leute, die von dem Gegenteil ausgehen und daher diese Aktien kaufen wollen. Sie rechnen mit viel Sonne und einem guten Absatz für die Sonnenbrillen-Firma.

Natürlich haben nicht alle Käufer und Verkäufer die gleiche Preisvorstellung für die Aktien. Hier vermittelt der Börsenmakler. Er legt den Aktienpreis so fest, sodass ein optimales Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage entsteht. Dies bildet dann den Börsenkurs. Dieser Vorgang wiederholt sich immer wieder. Da sich Angebot und Nachfrage aufgrund verschiedener Erwartungen ständig ändern, geht der Börsenkurs im Laufe der Zeit auf und ab. Jetzt weißt du, wofür die gezackte Linie steht, wenn in den Nachrichten über schwankende Aktienkurse geredet wird. Übrigens: Rechnet man alle Aktienkurse der an der Börse notierten Unternehmen zusammen, erhält man den Index. In Deutschland nennt man den Index aus den 30 größten und umsatzstärksten börsennotierten Unternehmen DAX („Deutscher Aktienindex“).

Was passiert beim Börsencrash?

Ein Börsencrash beschreibt einen extremen Kurseinbruch an der Börse. Viele Aktionäre wollen ihre Aktien innerhalb kürzester Zeit verkaufen, das treibt den Aktienpreis in den Keller. Es finden sich kaum Abnehmer für diese Aktien.
Für einen Börsencrash gibt es verschiedene Gründe. Negative, unerwartete Ereignisse wie Naturkatastrophen oder Anschläge sind nur zwei Beispiele. Oftmals rasen die Aktienkurse nach einer sogenannten Spekulationsblase in den Abgrund. Eine solche Blase entsteht bei einer überschätzten Bewertung von Wertpapieren, die eigentlich weniger wert sind. Irgendwann platzt diese Blase der falschen Erwartungen – es kracht an der Börse.

Finanzen.net hat die 10 größten Börsencrashs und ihre Gründe seit 1637 zusammengefasst.

Frankfurter Börse: Abbildung der Bullenstatue
Der Bulle vor der Frankfurter Börse symbolisiert einen aufsteigenden Aktienkurs. Für den fallenden Kurs steht der Bär.

Dividende & Rendite: So sparst du mit Aktien

Mit dem Aktienkauf kannst du Geld ansparen. Dafür sorgen Dividende und Rendite. Die Dividende ist dabei nichts Anderes als der Anteil am Gewinn einer AG, der pro Aktie einmal im Jahr an die Aktionäre ausgezahlt wird. Wie hoch die Dividende ausfällt, ist also vom Erfolg des Unternehmens abhängig. Sie wird auf der Jahreshauptversammlung der Aktionäre festgelegt. Die Rendite beschreibt den jährlichen laufenden Ertrag deiner Aktienanlage. Investierst du beispielsweise 50 Euro in Aktien und bekommst nach einem Jahr 55 Euro zurück, beträgt die Rendite 10%.

Fonds: Mit kleinen Beträgen am Aktienmarkt investieren

In einzelne Aktien zu investieren kann sehr risikoreich sein. Sogenannte Aktienfonds schaffen hier Abhilfe. Einen Fonds kannst du dir wie einen Topf vorstellen, in den viele Leute Geld einzahlen. Dieses Geld wird dann in verschiedene Anlagegegenstände investiert. Bei einem Aktienfonds wird das Geld aus dem Topf in viele Aktien verschiedener Unternehmen investiert. Darum ist das Risiko an der Stelle auch nicht so groß. Stichwort „Diversifikation“: Wenn der Wert einer Aktie fällt, hast du immer noch die anderen Aktien, die diesen Verlust ausgleichen können.
Wenn du als Anleger Geld in einen Fonds einzahlst, bist du einer von vielen. Deshalb kannst du mit relativ kleinen Geldbeträgen im Aktienmarkt mitmischen. Ein sogenannter Fondssparplan ermöglicht es dir, mit einer monatlichen Sparrate langfristig von Aktien zu profitieren. Schon mal was vom “Cost-Average-Effekt” gehört? Zahlst du regelmäßig einen festgelegten Betrag in deinen Fondssparplan ein, kaufst du bei hohen Kursen weniger und bei niedrigen Kursen mehr Anteile ein. Damit kannst du als Anleger im Durchschnitt einen günstigen Kurs realisieren.

Aktive und passive Aktienfonds

Aktive Fonds: Diese Fonds werden aktiv gemanagt. Ein Fondsmanager analysiert die Märkte und sucht die gewinnbringendsten Wertpapiere für den Fonds aus. Das kann ein Vorteil für dich als Börsen-Dummie sein. Andererseits sind aktiv gemanagte Fonds teurer als passive Fonds: Fondsmanager und Anschaffung verursachen Kosten, durch die man im Schnitt Erträge unter der Marktperformance verdient.

Passive Fonds: Darüber hinaus kann man in börsengehandelte Indexfonds investieren. So genannte ETFs („Exchange Traded Funds“) sind computergesteuert und passen sich dem Index an, werden also nicht aktiv verwaltet. Sie sind daher günstiger, transparenter und einfacher zu handhaben: Sie sind handelbar wie eine Aktie, aber bei weitem nicht so riskant wie eine einzelne Aktienanlage, da du verteilt anlegst.

Der erste Schritt in den Aktienmarkt

Wenn du im Aktienmarkt mitmischen willst, musst du wissen, was du tust. Am besten suchst du dir einen Berater und lässt dich über Möglichkeiten und Risiken aufklären. Natürlich kannst du dich auch selbst aufschlauen. Im Netz findest du viele Informationen: Die FAZ hat zum Beispiel eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für Aktien-Einsteiger veröffentlicht. Es gibt aber auch haufenweise analoge Literatur, die sich mit dem Thema beschäftigt. Wir können dir für einen erfolgreichen Einstieg in das Aktiengeschäft “Der reichste Mann von Babylon: Erfolgsgeheimnisse der Antike” von George Samuel Clason und “Die Kunst, über Geld nachzudenken” von André Kostolany bestens empfehlen.

Aktien Altersvorsorge: Hände checken Börsenkurse am Smartphone
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Altersvorsorge: Sparen auf Zeit

Aktienfonds sind nur eine Möglichkeit, um für’s Alter vorzusorgen. Fest steht, die private Altersvorsorge macht absolut Sinn, weil die gesetzliche Rente nicht genug für deinen späteren Lebensstandard abwerfen wird. Lass dir von unseren Experten in Niedersachsen erklären, wie du jetzt schon ideal vorsorgst. Du kommst aus Bremen oder Bremerhaven? Hier findest du deinen Berater und weitere Infos zum Thema Vermögen und Vorsorge.

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