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Airbnb-Gastgeber in der eigenen Wohnung: So machst du’s richtig

Über das Portal Airbnb kannst du Unterkünfte buchen – aber auch selbst Gastgeber werden und ein Zimmer oder sogar deine ganze Wohnung für begrenzte Zeit vermieten. Das ist zum einen eine zusätzliche Einnahmequelle und ganz nebenbei kannst du dabei auch noch jede Menge interessante Menschen kennenlernen. Allerdings solltest du ein paar Dinge beachten, damit die Vermietung über Airbnb ein rundum positives Erlebnis für dich und deine Gäste wird.

Erster Schritt: Rechtliche Rahmenbedingungen klären

Bevor du ein Inserat schaltest und die ersten Gäste bei dir auf der Matte stehen, gibt es noch ein paar Punkte zu klären. Schau zuerst in deinen Mietvertrag, ob eine Untervermietung vielleicht grundsätzlich untersagt ist. Falls du eine Eigentumswohnung hast, musst du einen Blick in die Bestimmungen der Eigentümergemeinschaft werfen. Auch daraus kann sich ergeben, dass du die Wohnung nicht über Airbnb anbieten darfst. Doch auch wenn dein Mietvertrag kein direktes Verbot enthält, solltest du mit deinem Vermieter sprechen und ihn über deine Pläne informieren. Viele Wohnungsbesitzer sehen es nicht gern, wenn Fremde einfach kommen und gehen. Gib besser auch deinen Nachbarn Bescheid – zumindest wenn du in einem Mehrparteienhaus lebst. Sie werden bei vielen wechselnden Personen mit Koffern vielleicht misstrauisch. Erkläre ihnen, dass du verantwortungsvoll an die Untervermietung herangehst und sie sich keine Sorgen um die Sicherheit im Haus machen müssen.

In einigen deutschen Städten, zum Beispiel in Berlin, gibt es besondere gesetzliche Regelungen für die Airbnb-Vermietung. Informiere dich also über örtliche Vorschriften. Auch steuerliche Fragen sind wichtig: Fallen Gewerbesteuer, Mehrwertsteuer und Übernachtungssteuer an? Unter Umständen musst du Meldescheine für deine Gäste ausfüllen – prüfe rechtzeitig, ob das in deinem Fall nötig ist. Im Hilfebereich bei Airbnb findest du noch detailliertere Infos darüber, was du als Gastgeber beachten musst.

Ansprechendes Inserat und einladende Fotos

Wenn du die nötigen Rahmenbedingungen geklärt sind, wird es Zeit für dein Inserat. Nimm dir Zeit dafür, denn potenzielle Gäste möchten gerne wissen, worauf sie sich einlassen. Außerdem hast du hier die Möglichkeit, deine Wohnung im besten Licht zu präsentieren. Wähle einen ansprechenden Titel, der schon ein bisschen was verrät. Statt „Zweizimmerwohnung in Hannover“ also lieber „Helle, gemütliche Dachgeschosswohnung mit Balkon mitten im Zentrum von Hannover“. Klar, dass du hier die Vorteile betonst – bleib bei der Beschreibung aber trotzdem ehrlich. Wenn es in deiner Straße eher laut ist, musst du es nicht verschweigen. Vielen Menschen macht das gar nicht so viel aus und du vermeidest negative Bewertungen von enttäuschten Gästen.

Gute Fotos sind essentiell. Achte darauf, dass sie ansprechend sind und deine WOhnung freundlich und hell wirkt. Zeige alle Bereiche, die deine Gäste nutzen dürfen. Du kannst aber auch Detailbilder einstreuen, die die dekorativen Besonderheiten deiner Wohnung wiedergeben. Damit wirken die Bilder persönlicher und du weckst zu zusätzliches Interesse.

Genaue Anweisungen geben und erreichbar sein

Es ist so weit, die ersten Gäste kommen! Damit alles sicher und stressfrei abläuft, ist die richtige Vorbereitung wichtig. Prüfe genau, ob es in deiner Wohnung gefährliche Ecken gibt: Scharfe Kanten, kaputte Kabel, und lockere Steckdosen sind ein Risiko für die Gäste. Sorge also dafür, dass alles sicher ist. Auf kleinen Zetteln in der Wohnung oder auf einem Infoblatt kannst du alle wichtigen Informationen zusammenstellen – für internationale Besucher am besten auch auf Englisch. Wenn die Gäste deine Waschmaschine benutzen dürfen, brauchen sie dafür wahrscheinlich eine Anleitung. Die deutsche Mülltrennung ist für ausländische Gäste oft ziemlich undurchschaubar – hier schaden ein paar Hinweise sicherlich nicht. Das gilt auch für alle Elektrogeräte, die nicht absoluter Standard sind. Natürlich musst du nicht erklären, wie dein Wasserkocher funktioniert. Bei einem Kaffeevollautomaten ist das dagegen meistens angebracht. Das WLAN-Passwort solltest du gut sichtbar und leserlich aufschreiben. Generell gilt: Überlass möglichst wenig dem Zufall. Ein kleines Erste-Hilfe-Set mit Pflastern und Co. kann hilfreich sein, falls ein Gast sich verletzt. Notiere wichtige Telefonnummern für den Notfall und den Weg zum nächsten Krankenhaus.

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Bei Fragen und Problemen solltest du jederzeit erreichbar sein. Denn es ist sehr unangenehm, wenn zum Beispiel in deiner Wohnung etwas kaputtgeht und die Gäste sich damit alleingelassen fühlen. Du bist in der Zeit selbst auf Reisen? Dann sorge für einen Ersatz-Ansprechpartner vor Ort – vielleicht kann ein Freund oder eine Freundin das für dich übernehmen.

Tipp: Persönliche Gegenstände entfernen

Deine Gäste sollten genug Platz bei dir haben, um sich heimisch fühlen zu können. Räum ihnen also zum Beispiel den Großteil des Kühlschranks frei, mach Platz für ihre Sachen in den Schränken und sorge dafür, dass sie Waschzeug und Kosmetik im Badezimmer bequem unterbringen können. Deine eigenen Habseligkeiten kannst du zum Beispiel in einem Zimmer verstauen, das du nicht mit vermietest und abschließt. Falls es das nicht gibt, sind auch Keller, Dachboden oder abschließbare Schränke eine Möglichkeit. Dinge, die dir besonders wichtig sind, solltest du zur Sicherheit mitnehmen oder bei guten Freunden einlagern.

Auf die Kleinigkeiten kommt es an

Dass du deine Wohnung für die Gäste besonders gründlich putzen solltest, versteht sich eigentlich von selbst. Klingt zwar spießig, aber Sauberkeit trägt sehr zum Wohlbefinden bei. Außerdem hat jeder eine andere Auffassung davon und du willst später ja keine negativen Bewertungen in deinem Profil haben. Handtücher und Bettwäsche sollten natürlich auch frisch sein. Über diese Basics hinaus kannst du mit netten Kleinigkeiten für ein positives Reiseerlebnis bei deinen Gästen sorgen:

  • Wer nach einer langen Reise ankommt, ist oft durstig. Stell eine Flasche Wasser zur Begrüßung bereit.
  • Liebevolle Details schaffen eine Wohlfühlatmosphäre. Leg kleine Kissen und Decken auf dem Sofa bereit und dekoriere deine Wohnung – allerdings dezent, denn die Geschmäcker sind bekanntlich verschieden.
  • Zur ersten Orientierung versorgst du die Gäste am besten mit einem Stadtplan. Gut machen sich auch Flyer von Attraktionen und kulturellen Einrichtungen – aber Vorsicht: Sind die Infos nicht mehr aktuell, wirkt das schnell unaufmerksam.
  • Auch mit Shampoo und Duschgel im Bad kannst du deinen Gästen eine Freude machen. Die kleinen Fläschchen kosten nicht viel, sind aber eine schöne Aufmerksamkeit.
  • Halte einige Grundnahrungsmittel (und Kaffee!) für deine Gäste bereit und teile ihnen mit, dass sie diese gern benutzen dürfen. Wer nur ein paar Tage in einer anderen Stadt ist, freut sich, wenn er nicht gleich eine ganze Packung Kaffee, eine Flasche Öl und ein komplettes Set Gewürze kaufen muss.
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Gut abgesichert als Airbnb-Gastgeber

Airbnb bietet eine Gastgeber-Garantie an, die vor Schäden schützen soll – bis zu einer Summe von 800.000 Euro. So müssen sich Gastgeber keine Sorgen machen, finanziell ruiniert zu sein, wenn Gäste etwas kaputt machen. Allerdings weist das Unternehmen selbst darauf hin, dass die Garantie keine Hausratversicherung ist. Sie kommt nicht für alle Schäden auf. Wenn Euer Hausrat während der Vermietung an Eure Gäste zum Beispiel durch Feuer, Leitungswasser, Sturm, Einbruchdiebstahl usw. beschädigt oder zerstört wird, seid Ihr mit einer eigenen Hausratversicherung bestens vor den finanziellen Folgen geschützt. Wichtig ist auch eine Haftpflichtversicherung: Wenn Gäste sich bei dir verletzen, weil du nicht ausreichend auf Sicherheit in der Wohnung geachtet hast, kannst du haftbar gemacht werden. Für alle aus Bremen oder Bremerhaven geht’s hier zu den Infos zu Hausrat- und Haftpflichtversicherung der ÖVB.

Was wenn Gäste Schäden verursachen?

Ein zerbrochenes Glas ist kein Weltuntergang und wegen solcher Schäden wirst du wahrscheinlich kaum Streit mit deinen Gästen bekommen. Doch was passiert, wenn zum Beispiel Möbel oder der Fernseher zu Bruch gehen? Im Idealfall sind die Gäste so anständig, direkt eine Ausgleichszahlung anzubieten. In der Regel kommt ihre Haftpflichtversicherung für die Schäden auf. Wenn der Gast auf stur schaltet, kannst du Anzeige erstatten. Mach auf jeden Fall Fotos von den beschädigten Gegenständen. Der Airbnb-Kundenservice kann dich möglicherweise zu den nächsten Schritten beraten.

Du kannst auch eine Kaution von deinen Gästen verlangen. Das ist empfehlenswert, wenn du teure Einrichtungsgegenstände hast. Falls etwas kaputtgeht, behältst du den entsprechenden Teil ein und hast die Sache relativ unkompliziert geregelt.

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