#

Der Traum vom eigenen Pferd: Das musst du bedenken

„Ein Pferd, ein Pferd, mein Königreich für ein Pferd!“ (Willam Shakespeare)

Ein eigenes Pferd – jeder, der gern reitet und Spaß am Umgang mit Pferden hat, wünscht sich irgendwann ein eigenes Tier. Aber: Eine solche Anschaffung ist mit Verpflichtungen verbunden. Finanzieller Natur, klar, aber ein Pferd kostet außerdem viel Zeit und Herzblut. Das ist nicht zu vergleichen mit dem Kauf eines Hamsters – und auch nicht mit der Anschaffung eines Hundes. Wir sagen, welche Fragen du vor dem Erwerb eines eigenen Pferdes unbedingt klären solltest!

Ist ein eigenes Pferd überhaupt bezahlbar?

Da kommt einiges auf dich zu: Neben den Anschaffungskosten, die fünfstellig sein können (siehe Kaufpreise für Pferderassen), müssen die Reitausrüstung und der Tierarzt bezahlt werden, die Unterbringung, das Futter und so weiter. Allein diese Nebenkosten belaufen sich schnell auf bis zu 1.000 Euro im Monat.

Und: Halte dich von vermeintlichen Schnäppchen fern! Ein geringerer Anschaffungspreis bedeutet häufig hohe Folgekosten aufgrund von Fehlern bei Aufzucht und Ausbildung. Auch ist es oft nicht gut um die Gesundheit der Tiere bestellt.


Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

Ein Beitrag geteilt von Franziska Graf & Shakaya (@fg_shakaya) am

Kaufpreise für Pferderassen

Der Preis eines Pferdes hängt in erster Linie davon ab, ob es sich um ein Sport- oder Freizeitpferd handelt – Sportpferde sind teurer als Freizeitpferde. Weitere Kriterien sind Rasse, Alter, Ausbildungsstand und Gesundheitszustand des Tieres. Die folgenden Angaben können deshalb nur als grober Überblick dienen!

    • Reitpony: Fohlen ab 1.500 Euro; gut ausgebildet ab 5.000 Euro

 

  • Haflinger/Norweger: Fohlen ab 1.500 Euro; gut ausgebildet ab 3.500 Euro

 

 

  • Islandpony: Fohlen ab 2.000 Euro; gut ausgebildet ab 5.000 Euro

 

 

  • Warmblüter: Fohlen ab 2.000 Euro; ab circa 3 Jahren ab 5.000 Euro

 

 

  • Warmblüter für Turniersport: ab 10.000 Euro

 

 

Habe ich genügend Zeit für ein eigenes Pferd?

Ein Pferd muss mindestens eine Stunde am Tag bewegt werden. Ausnahme: Es steht auf der Weide oder in einem Offenstall. Daneben müssen das Pferd, seine Ausrüstung und der Stall sauber gehalten werden. Und reiten möchtest du das Tier ja auch. Macht pro Tag etwa drei Stunden, die du mit dem Tier verbringen musst.

Kann ich gut genug reiten?

Eine Faustregel besagt: Je unerfahrener der Reiter, desto erfahrener das Pferd. Tatsächlich verzeiht ein älteres, gut ausgebildetes Tier schon mal einen Fehler der Reiters. Aber auf Dauer wird ein gutes Pferd durch einen schlechten Reiter eben auch schlechter. Unter Umständen sind also weitere Trainingsstunden nötig. Spreche deine/n Reitlehrer/in darauf an und frage ihn/sie, ob du bereit bist für ein eigenes Pferd.

Will ich die Verantwortung für ein eigenes Pferd übernehmen?

Das ist die Gretchenfrage: Du besitzt die finanziellen Mittel und reiterischen Fähigkeiten für ein eigenes Pferd. Aber bist du auch bereit, dein Leben nach dem Tier zu richten? Sein Wohlergehen liegt in deinen Händen. Du musst dich um das Pferd kümmern, auch wenn es stürmt und schneit. Viele scheitern schon an der Verantwortung für eine Katze oder einen Hund – die Pflichten bei einem Pferd übersteigen die bei einem Haustier noch um ein Vielfaches!

Wie viel kostet ein Pferd im Monat?

  • Stallmiete: circa 200 bis 400 Euro
  • Futter: bis 50 Euro
  • Hufschmied: 30 bis 200 Euro, alle 1 bis 2 Monate
  • Tierarzt: für Impfungen je 120 Euro ein bis zweimal im Jahr, Wurmkur zweimal im Jahr, je circa 25 Euro; Zahnarzt bei Bedarf ab 150 Euro
  • Physiotherapeuten-Check: circa 140 Euro einmal im Jahr
  • Ausrüstung: Sattel rund 2.000 Euro; Steigbügel, Steigbügelriemen, Bauchgurt und Satteldecke ab circa 100 Euro; Trense, Gebiss, Zügel ab 70 Euro; Longierzubehör ab 50 Euro
  • Zubehör: Reitkappe ab 50 Euro, Reitstiefel ab 100 Euro, Reithose ab 50 Euro, Reithandschuhe ab 10 Euro, Sicherheitsweste ab 100 Euro

Welche Rasse passt zu mir?

Welche Rasse sich am besten für dich eignet, hängt entscheidend davon ab, was für einen Reitstil du bevorzugst und wie du dein Pferd einsetzt. Für Turniere und die Englische Reitweise sind Warmblüter ideal, ihr Körperbau passt gut zu diversen Disziplinen. Westernreiter setzen oft auf die kompakten Quarter Horses, für die Iberische Reitweise haben sich Andalusier und Friesen bewährt. Mache also die Rasse davon abhängig, welchen Stil du beherrscht, und nicht davon, welches Pferd dir optisch am besten gefällt!

Zudem sollten Größe und Gewicht von Pferd und Reiter aufeinander abgestimmt sein. Um eine Überbelastung von Knochen und Gelenken zu vermeiden, darf das Tier nie mehr als 20 Prozent seines Eigengewichts tragen. Reitergröße und Widerristhöhe (höchste Erhebung des Schulterblatts) sollten ebenfalls ungefähr übereinstimmen. Ein zu großes Pferd führt zu Problemen beim Satteln, Aufsteigen und Putzen.

Das eigene Pferd: Der eigentliche Kauf

Du hast alle wichtigen Fragen im Vorfeld geklärt, dein Entschluss steht fest: Ja, ich möchte ein eigenes Pferd haben! Dann geht’s zum Kauf – entweder beim Züchter, in einem Verkaufsstall oder auf einer Auktion. Die beiden letzteren Plattformen haben den Vorteil, dass sie eine größere Auswahl bieten und du besser vergleichen kannst. Auf alle Fälle sollte ein fachkundiger Begleiter bei der Auswahl beziehungsweise beim Kauf dabei sein.

Beobachte das Pferd im Stall, beim Putzen, beim Satteln und natürlich beim Reiten. Wie verhält es sich, ist es ruhig im Umgang oder erschreckt es sich schnell? Lass das Pferd vorreiten – in allen Gangarten. Dann setzt du dich selbst in den Sattel. Lass dich beim Probereiten filmen, so kannst du später in aller Ruhe den Ritt ansehen. Informiere dich beim aktuellen Besitzer über Ausbildung und gesundheitlichen Zustand. Studiere den Pferdepass – er enthält alle wichtigen Daten zum Tier: Alter, Abstammung, Impfungen, vorherige Besitzer.

Wenn du dich zum Kauf eines bestimmten Pferdes entschlossen hast, lässt du von deinem Tierarzt eine Ankaufsuntersuchung (AKU) durchführen, landläufig auch „TÜV“ genannt. Bei der kleinen AKU (circa 100 bis 250 Euro) wird das Pferd auf den Knochenbau, die Hufe, die Balance und eventuelle Lahmheiten hin geprüft. Optional kannst du Röntgenaufnahmen von den Gelenken anfordern. Die große AKU umfasst zusätzlich Blutuntersuchungen. Eine große AKU (circa 500 bis 1.500 Euro) ist in erster Line bei wertvollen Tieren und Profipferden sinnvoll.

„Das Glück dieser Erde liegt auf dem Rücken der Pferde“ (Volksmund)

Frau streichelt Pferd auf einer Koppel
p p

Unberechenbare Vierbeiner

Auch das gelassenste Pferd kann scheuen oder durchgehen. Die Schäden, die diese athletischen und kraftvollen Tiere anrichten können, sind beträchtlich. Gesetzlich ist der Pferdehalter für jeden vom Pferd verursachten Schaden haftbar– in voller Höhe und unbegrenzt. Selbst wenn kein eigenes Verschulden vorliegt. Eine Pferdehaftpflichtversicherung ist daher ein unerlässlicher Schutz für jeden Pferdebesitzer! Du kommst aus Bremen oder Bremerhaven? Hier findest du alle Infos zur Pferdehaftpflichtversicherung der ÖVB.

Ähnliche Artikel